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Haldol

Haloperidol: Neuroleptikum - Psychopharmaka

Wirkung

Strukturformel Haloperidol/Haldol
Strukturformel Haloperidol
Haldol
Wirkstoff: Haloperidol
Wirkung auf die Psyche als: Neuroleptikum (dazu hier mehr)
Medikament ist zugelassen und wird verkauft in Österreich, der Schweiz und in Deutschland.

Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen:

Häufiger auftretend bei Haldol:

Gelegentlich bei Haldol : Hypotonie, orthostatische Dysregulation, reflektorische Beschleunigung Herzfrequenz, peripheres ödem, Gesichtsödeme, Hyponatriämie, Priapismus, erektile Dysfunktion, Haarausfall, Störung Atemrhythmus, Atemnot, Lungenentzündung, Torsades de Pointes.

Selten bei Haldol: Übelkeit, Erbrechen, Obstipation, Diarrhoe, Appetitverlust, Sodbrennen, Dyspepsie, passagere Erhöhung Leberenzymaktivität, Hepatits, Akkommodationsstörung, Mundtrockenheit, Gefühl verstopfte Nase, Erhöhung Augeninnendruck, Miktionsstörungen, Menstruationsstörungen, Galaktorrhoe, Vergrößerung der männlichen Brustdrüsen, sexu. Funktionsstörungen, Gewichtszunahme, Störung Glukosestoffwechsel, ADH-Sekretion, Pigmenteinlagerung in Kornea/Linse, allergische Hautreaktionen.

Sehr selten bei Haldol: Agranulozytose, Verlängerung QT-Intervall, ventrikuläre Arrhythmie, lebensbedrohlich paralytisch Ileus.

Einzelfälle bei Haldol: Leukopenie, Thrombopenie, Eosinophilie, Panzytopenie, Beinthrombose, Beckenvenenthrombosen.

Medikamente, die wie Haldol den Wirkstoff Haloperidol enthalten: Haloper, Haloperidol.

Erhöhte Sterblichkeit Haldol bei Demenz

Verglichen mit anderen neuroleptischen / antipsychotischen Psychopharmaka, hebt Haldol das Sterblichkeitsrisiko bei älteren Patienten mit Demenz an, sagt eine neue Studie. Haldol ist ein hochpotentes Neuroleptikum und wird u.a. zur Behandlung bei akuten Erregungszustände und Schizophrenie-Symptomen verabreicht.

Die Studie wurde online am 23. Februar im British Medical Journal herausgegeben.

Bestimmte Neuroleptika erhöhen Sterblichkeit bei Demenz-Kranken

Im Jahr 2005 warnte die U.S. Food and Drug Administration, dass bestimmte antipsychotische Medikamente mit einem gesteigerten Sterblichkeitsrisiko bei älteren Patienten mit Demenz verbunden sind. Diese Warnung wurde ausgedehnt auf konventionelle Neuroleptika im Jahre 2008, entsprechend einer Zeitschriftenpressemitteilung.

Die Autoren der neuen Studie sagten, dass trotz der FDA Warnung, die Verwendung von antipsychotischen Psychopharmaka für diese Patienten wahrscheinlich wachsen wird. Laut den Harvard Medical School Forschern geschieht dies, weil es eine wachsende Anzahl von älteren Patienten mit Demenz gibt, die eine Behandlung benötigen.

Dr. Gisele Wolf-Klein, Directorin der geriatrischen Ausbildung des North Shore-LIJ Health System in New Hyde Park, N.Y. stimmt darin überein und bemerkt, dass die Sicherheit bei der Verwendung von Antipsychotika "Vorsorgeuntersuchungsärzte, Geriater, Neurologen und Psychiater in eine Verlegenheit bringen, wenn sie versuchen, auf die für die Fürsorge (zu Hause) Verantwortlichen zu reagieren, wenn diese vor unkontrollierbaren Verhalten zu Hause stehen. Diskussionen mit den Familienmitgliedern über die Risiken und Nutzen von atypischen Neuroleptika schaffen zusätzlichen Stress und Belastung in einer schon schwierigen Situation."

In der Studie überprüfte die Harvard Gruppe Daten von 2001-2005 von mehr als 75.000 Pflegeheimbewohnern, 65 jährig und älter, in Einrichtungen aus 45 Staaten. Sie versuchten, das Sterblichkeitsrisiko, das mit oft verwendeten antipsychotischen Psychopharmka wie Aripiprazol, Haloperidol (Handelsname Haldol), Olanzapin, Quetiapin, Risperidon und Ziprasidon einhergeht, zu beurteilen.

Während der sechs Monate, die diese Studie dauerte, starben über 6.600 Pflegeheim-Bewohner an Ursachen, die mit Krebs nicht zusammenhängend waren. Jene, die Haldol nahmen, hatten ein doppelt so hohes Sterblichkeitsrisiko wie jene, die Risperidon einnahmen, während jene, die Quetiapin (Seroquel) nahmen, ein niedrigeres Sterblichkeitsrisiko hatten.

Die Forscher stellten fest, dass die Wirkung Haldols am stärksten war in den ersten 40 Tagen der Behandlung und dass dies sich nicht änderte, nachdem die Dosen eingestellt (adjustiert) wurden. Kreislaufstörungen waren bei 49 Prozent die Ursache für den Tod, Atemstörungen bei 15 Prozent und Gehirnstörungen bei 10 Prozent.

Quelle: British Medical Journal. März 2012

Erfahrungen, Kommentare, Fragen

28.10.2014 - verursacht es Entzugserscheinungen? - Kommentar von Trixie:

Ich bekam ursprünglich Haldol für gelegentlich auftretende Panikattacken, die nach besonders schlechten Erfahrungen mit einer Notoperation anfingen. Nachdem jetzt die Attacken aufgehört haben, und ich über diese Erfahrung hinweggekommen bin, habe ich mehrmals versucht, durch eine schrittweise Reduzierung das Medikament abzusetzen, aber jedes Mal, wenn bekam ich wirklich seltsame Schwindelgefühle, Magenverstimmungen, Durchfall und einen schlechten Schlaf. Sind diese Entzugserscheinungen normal? Irgendwelche Vorschläge, was ich dagegen tun kann? Ich bin auch noch auf Venlafaxin und Mirtazapin wegen Depressionen, und ich bin glücklich, wenn ich sie brauche und sie einnehmern kann, aber ich will nicht auch noch Tranquilizer nehmen müssen.

11.06.2014 - Krampfanfälle, Epilepsie - Kommentar von anonym:

nach einen schweren psychotischen Schub habe ich von meiner ärztin haldol bekommen. das zeug hat mich erstmal völlig fertiggemacht...war garnicht mehr ansprechbar. an unerwünschten arzneimittelwirkungen zeigten sich bals krampfanfälle...ärztin hat dann auch epilepsie festgestellt. ich hatte aber nie vorher epiletpische anfälle! weitere schlimme nebenwirkung war ne irrsinnnige zunahme beim gewicht. deswegen frage ich mich ob man da sich nicht von den psychosen freikauft indem man sich schwer körperlich schädigt. hab durch haldol innerhalb von 13 monaten 67 kg zugelegt...kann ich kaum glauben wenn ich das selbst lese. das zittern erwähne ich garnicht erst; ups nun hab ichs doch getan. ;-)

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