Transkranielle Magnetstimulation (TMS) bei Autismus u. Depression

Psychische Störungen - Entwicklungsstörungen

Behandlung von Erwachsenen mit Autismus und schweren depressiven Störungen mittels transkranieller Magnetstimulation: Eine Open Label-Pilotstudie

07.04.2020 In einer Pilotstudie bei Erwachsenen mit Autismus und Depressionen war transkranielle Magnetstimulation (TMS) wirksam bei der Verringerung depressiver Symptome und hatte einige Auswirkungen auf die autistischen Symptome, berichten Forscher der Medical University of South Carolina in Autism Research.

Diese Studie legt nahe, dass TMS als potenzielle Behandlung für Erwachsene mit Depressionen und Autismus eine weitere Untersuchung rechtfertigt.

Transkranielle Magnetstimulation (TMS)

Transkranielle Magnetstimulation
Bild: Eric Wassermann, NIH

TMS wird bereits als Therapie für behandlungsresistente Depressionen eingesetzt und ist ein Kandidat für die Behandlung von depressiven Erwachsenen mit Autismus.

Sie verwendet einen auf der Kopfhaut platzierten Magneten, um elektromagnetische Impulse zu erzeugen, die die Neuronen im Gehirn in der Nähe des Magneten aktivieren.

Wirksamkeit

In der Studie behandelten die Forscher 13 Erwachsene im Alter von 18-65 Jahren mit Depressionen und Autismus in 25 täglichen TMS-Sitzungen. Die Behandlungen zielten auf den linken dorsolateralen präfrontalen Cortex ab, eine Hirnregion, die mit Depressionen verknüpft ist.

Nach der Behandlung zeigten 70% der Teilnehmer eine Abnahme der depressiven Symptome und 40% erreichten eine Remission.

Bei den selbstberichteten Autismus-Symptomen wurden keine Veränderungen festgestellt. Personen, die die Teilnehmer kannten, stellten jedoch eine Abnahme des repetitiven Verhaltens, der Hyperaktivität und der Reizbarkeit fest.

Nebenwirkungen; Verträglichkeit

Insgesamt wurden die wiederholten TMS-Behandlungen gut vertragen, wobei zwei Teilnehmer die Behandlung aufgrund von Angst oder Reizbarkeit abbrachen.

Zu den Nebenwirkungen gehörten Müdigkeit, Kopfschmerzen und Kopfhautbeschwerden.

Weitere Erkenntnisse müssen nun aus größeren und verblindeten Studien abgeleitet werden.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Autism Research - DOI: 10.1002/aur.2266

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