Autismus - Emotionen (erkennen)

Entwicklungsstörungen - Autismus-Spektrum-Störungen

Erwachsene mit Autismus können komplexe Emotionen bei anderen Menschen erkennen

07.01.2019 Eine im Fachblatt Autism Research zeigt zum ersten Mal, dass Erwachsene mit Autismus komplexe Emotionen wie Bedauern und Erleichterung bei anderen Menschen ebenso gut erkennen können wie Personen ohne diese Entwicklungsstörung.

Heather Ferguson vom Fachbereich Psychologie der Universität Kent und Kollegen verwendeten Eye-Tracking-Technik, um die Studienteilnehmer zu beobachten, während sie Geschichten lesen. Darin trafen Charaktere Entscheidungen, wodurch dann ein positives oder negatives Ergebnis eingeleitet wurde.

Bedauern und Erleichterung

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Bild: Sophie Janotta

Die Psychologen stellten fest, dass Erwachsene mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) schnell herausfinden konnten, wie die Dinge hätten anders ausfallen können (entweder besser oder schlechter als die Realität). Und sie konnten bewerten, ob die Protagonisten in den Geschichten Bedauern oder Erleichterung empfanden (kontrafaktische Emotionen).

Die autistischen Erwachsenen konnten genauso gut Reuegefühle im Charakter erkennen wie Erwachsene ohne die Entwicklungsstörung, und sie waren sogar besser darin, die Emotion der Erleichterung zu bestimmen.

Die Eyetracking-Methode lieferte sensitive Informationen darüber, wann die Leser die entsprechende kontrafaktische Emotion für die Figur abgeleitet hatten. Entsprechende Emotionen führten zu kürzeren Lesezeiten, schreiben die Studienautoren.

Die Psychologen konnten so zeigen, dass Menschen mit Autismus - im Gegensatz zu früheren Forschungen, die die Schwierigkeiten von Erwachsenen mit Autismus mit Empathie und Perspektivenübernahme aufgezeigt hatten - zuvor übersehene Stärken bei der Verarbeitung von Emotionen besitzen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Autism Research - https://dx.doi.org/10.1002/aur.2056

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