Imitation bei Autismus

Psychische Störungen - Entwicklungsstörungen

11.04.2013 Normalerweise tendieren Kinder, die erwachsenes Verhalten imitieren, dazu alles zu wiederholen, selbst wenn sie merken, dass Teile davon keinen Sinn ergeben (überimitation).

Aber eine neue Studie zeigt, dass wenn ein Kind mit Autismus die Handlungen von Erwachsenen imitiert, es unnötige, sinnlose oder "alberne" Dinge dabei wegläßt.

Effiziente Imitation bei autistischen Kindern

"Die Daten zeigen, dass Kinder mit Autismus Dinge eher effizient statt sozialorientiert tun, während nichtautistische Kinder Dinge eher sozial statt effizient machen, sagte Antonia Hamilton, Ph.D, von der Universität von Nottingham.

Die Forscher machten diese Entdeckung nachdem sie 31 Kinder mit Autismus-Spektrum Störung und 30 normal entwickelte Kinder untersuchten.

Imitation bei Autismus
Autismusschleife der
"autism pride movement"

Bei jedem der fünf Tests wurde jedes Kind darum gebeten sorgfältig zu beobachten, wie ein Versuchsleiter zeigte, wie man ein Spielzeug aus einem Kasten herausholt oder ein einfaches Objekt bauen kann. Jede Demonstration enthielt zwei notwendige Aktionen (z.B. aufschliessen und Umklappen des Kastendeckels) und eine unnötige Aktion (zweimal auf die Oberseite des Kastens klopfen).

Der Kasten wurde dann (versteckt) wieder zugeschlossen und dem Kind gegeben, welches angewiesen wurde, das Spielzeug so schnell wie möglich herauszuholen bzw. das Objekt so schnell wie möglich zusammenzubauen. Sie wurden nicht ausdrücklich aufgefordert, das Verhalten zu imitieren, das sie gerade gesehen hatten.

überimitation

Die Forscher entdeckten, dass fast alle Kinder erfolgreich das Spielzeug herausholten oder das Objekt bauten, aber die nichtautistischen Kinder bauten mit höherer Wahrscheinlichkeit auch die unnötigen Handlungen mit ein - ein Verhalten, das überimitation genannt wird.

Jene Kinder kopierten 43 bis 57 Prozent der unnötigen Handlungen, verglichen mit 22 Prozent bei den Kindern mit Autismus. Und dies trotz der Tatsache, dass die Kinder das unnötige Klopfen auf den Deckel richtig als "albern", nicht "vernünftig" identifizierten.

Quelle: Universität von Nottingham, April 2013

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