Autismus: Musiktherapie

Improvisatorische Musiktherapie und die soziale Kommunikation bei Kindern

09.08.2017 Improvisatorische Musiktherapie führte bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung nicht zu einer Verbesserung in der Symptomschwere im Vergleich zu Kindern, die nur eine erweiterte Standardbehandlung erhielten laut einer in JAMA veröffentlichten Studie.

Defizite in der sozialen Kommunikation

Autismus-Spektrum-Störung (ASS) ist gekennzeichnet durch beständige Defizite in der sozialen Kommunikation und Interaktion und eingeschränkte, sich wiederholende Verhaltensweisen und Interessen.

musikinstrumente
Bild: Stefan Schweihofer

Die Musiktherapie versucht, das Potenzial der Musik als Medium für die soziale Kommunikation auszuschöpfen. In der improvisatorischen Musiktherapie musizieren Klienten und Therapeuten spontan, wobei sie singen, spielen und sich bewegen.

Es handelt sich dabei um einen entwicklungsorientierten, kindgerechten Ansatz, bei dem ein Musiktherapeut dem Aufmerksamkeits-, Verhaltens- und Interessenkonzept des Kindes folgt, um die Entwicklung der sozialen kommunikativen Fähigkeiten des Kindes zu erleichtern.

Improvisatorische Musiktherapie

Studienautor Christian Gold vom Grieg Academy Music Therapy Research Center, Bergen, Norwegen und Kollegen wiesen Kinder mit Autismus im Alter von 4 bis 7 Jahren zufällig einer verbesserten Standardbehandlung (n = 182) oder der verbesserten Standardbehandlung plus improvisatorische Musiktherapie (N = 182) zu.

Die verbesserte Standardbehandlung bestand aus der normalen Behandlung, die lokal verfügbar war, plus einer Beratung der Eltern, um Bedenken und Sorgen der Eltern zu besprechen und Informationen über ASS anzubieten.

In der improvisatorischen Musiktherapie sangen oder entwickelten ausgebildete Musiktherapeuten mit jedem Kind Musik, abgestimmt und auf den Fokus des Kindes angepasst, schreiben die Forscher. Die Studie wurde in neun Ländern durchgeführt.

Die Forscher fanden heraus, dass die Verbesserung nach fünf Monaten in beiden Gruppen gering war, und dass es keinen signifikanten Unterschied beim ASS-Symptom-Schweregrad auf der Grundlage der Werte zum sozialen Affekt gab.

Diese Ergebnisse unterstützen nicht den Einsatz von improvisatorischer Musiktherapie zur Symptomreduktion bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung, schreiben die Autoren.

Möglicherweise war die Dauer der Intervention und des Follow-up zu kurz, obwohl sie länger als in früheren Studien war, bemerkten die Forscher.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Bergen, JAMA - doi:10.1001/jama.2017.9478; Aug. 2017

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