Autismus: Kongenitale Belastung durch schädliche Umweltfaktoren

Entwicklungsstörungen - Ursachen

02.04.2014 Die Analyse von US-Krankenblättern zeigte, dass Bezirke mit höheren Raten an genitalen Fehlbildungen bei männlichen Neugeborenen auch höhere Raten bei Autismus und Intelligenzminderung vorwiesen. Dies legt die Möglichkeit einer kongenitalen (bei der Geburt vorhandenen) Exposition zu schädlichen Umweltfaktoren - wie Pestiziden - nahe.

Fötus

Fehlbildungen durch Toxine

Männliche Föten sind in Bezug auf Toxine (z.B. Blei, Geschlechtshormon-Analoga, Medikamente, Pestizide und andere synthetische Stoffe) besonders empfindlich. Elterlicher Kontakt mit Toxinen ist mit vielen angeborenen Missbildungen der Reproduktionsorgane wie Mikropenis, Hypospadie (Harnröhre an der Unterseite des Penis), Hodenhochstand und anderen verbunden.

Um potentielle Zusammenhänge mit Umweltfaktoren zu identifizieren, analysierten die Forscher die Versicherungsdaten, die fast ein Drittel der US-Bevölkerung abdeckten. Angeborene Missbildungen des männlichen Fortpflanzungssystems wurden als Indikatoren elterlichen Kontakts mit Toxinen benutzt.

Gemeinsames Auftreten

Fast alle Bereiche mit höheren Raten an Autismus hatten auch höhere Raten an Intelligenzminderung, was die Präsenz von Umweltfaktoren nahelegt. Männliche Kinder mit Autismus hatten fast sechsmal so oft angeborene genitale Missbildungen. Mädchen mit Autismus zeigten zwar auch eine höhere Missbildungsrate, aber diese war längst nicht so hoch.

In einzelnen Bezirken sind die Autismusraten um 283 Prozent für jede einprozentige Zunahme der Häufigkeit von genitalen Missbildungen hochgesprungen. Die Raten geistiger Behinderung (Intelligenzminderung) stiegen um 94 Prozent.

Nicht-reproduktive angeborene Fehlbildungen und virale Infektionen bei Männern waren auch mit einem zweistelligen Anstieg der Autismus-und Intelligenzminderungsraten verbunden.

"Autismus scheint stark mit angeborenen genitalen Missbildungen bei Männern zu korrelieren", sagte Studienautor Andrey Rzhetsky, Professor für Genetische Medizin und Humangenetik an der Universität von Chicago.

"Dies gibt einen Hinweis auf die Umweltbelastung und die Wirkung ist überraschend stark." Obwohl Autismus und geistige Behinderung zum Teil genetisch bedingt sind, wird angenommen, dass auch Umweltursachen eine Rolle spielen.

"Wir interpretieren die Ergebnisse dieser Studie als ein starkes Umweltsignal", sagte Rzhetsky. "Für zukünftige genetische Studien, müssen wir in Betracht ziehen, wo die Daten erhoben wurden, da es möglich ist, dass Gifte in der Umwelt auf die Entstehung von Autismus Einfluss haben."

Quelle: Universität Chicago, April 2014

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