Dyslexie / Legasthenie

Legasthenie - Lese-Rechtschreib-Störung - LRS

Definition

Definition: Der Begriff Dyslexie kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie schlecht, schwer, miss-Verstehen (dys) Sprache, Rede (léxis); also schlechtes Lesevermögen. Die betroffene Person hat also Schwierigkeiten mit dem Lesen und Verstehen von Wörtern, Sätzen und Texten. Das Sehvermögen ist dabei ausreichend.

Im englischen Sprachraum umfasst der Begriff Dyslexie auch den der Legasthenie; im deutschen Sprachraum werden beide Begriffe getrennt, wobei es da eigentlich kaum einen Unterschied gibt, weshalb hier bei Begriffe weitgehend synonym verwendet werden.

ICD-10

Nach dem ICD-10 fällt die Dyslexie unter (R48) Dyslexie und sonstige Werkzeugstörungen, anderenorts nicht klassifiziert ... Exkl.: Umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten (F81.-)
worunter dann die Legasthenie fällt (die Unterscheidung zwischen beiden ist unklar).

Hinweise darauf, dass die Dyslexie erblich bedingt sein soll sind unzureichend und fehlerhaft. Studien, die dies behaupten, zeigen bisher keine stichhaltigen Belege.

Nach Otto Dornblüth, Klinisches Wörterbuch (13/14 Auflage, 1927) ist die Dyslexie, gr. lexis Lesen, eine Lesescheu und Leseunfähigkeit, s. Alexie.
Nach Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 5. Leipzig 1906 ist die Dyslexie eine Erschwerung des Lesens, wie es bei Aphasie vorkommt.

Abzugrenzen wäre dazu die Alexie, bei der die betroffene Person überhaupt nicht lesen kann.

Was ist Dyslexie? Wie gehe ich damit um?

Legasthenie - Lese-Rechtschreib-Störung - LRS

Abbildungen wie Zahlen und Buchstaben werden nicht richtig verarbeitet

Dyslexie, auch Lese-Rechtschreibstörung oder Legasthenie (oder Lese-Rechtschreib-Schwäche, Lese-Rechtschreib-Schwierigkeit oder LRS) genannt, ist eine Entwicklungsstörung bei der das Gehirn bestimmte Abbildungen wie Zahlen und Buchstaben nicht richtig verarbeitet, sagt die U.S. National Library of Medicine (NLM).

Die Dyslexie wird durch ein Problem der Region des Gehirns verursacht, die die Sprache verarbeitet, und sie behindert die Fähigkeit eines Kindes zu lesen.

Dyslexie-Symptome beinhalten Probleme wie das Verstehen von einfachen Sätzen, Wörter zu reimen und zu erkennen. Legasthenie macht es auch schwierig, geschriebene Wörter mit den entsprechenden Lauten zu verbinden. Als Ergebnis werden Kinder mit Dyslexie wahrscheinlich langsame Leser sein.
Für Kinder, die sich mit Dyslexie abmühen, bietet das NLM diese Tipps an:

Richtig umgehen - Tipps

Quelle: U.S. National Library of Medicine, Juli 2011

Kein Zusammenhang mit IQ?

Diagnose weit verbreitet

Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Störung) bzw. Dyslexie ist eine relativ verbreitete Diagnose unter amerikanischen Kindern, sie trifft auf etwa 5 bis 10 Prozent zu.

In der Vergangenheit wurde das Etikett Dyslexie auf Kinder angewendet, die verbal verständlich waren, aber die sich mit dem Lesen schwertaten. Normalerweise schnitten diese Kinder gut bei IQ-Tests ab, aber sie erzielten niedrige Punktzahlen beim Lesen.

Für die Kinder, die schlecht bei IQ-Tests und auch niedrige Lese-Fähigkeiten hatten, glaubten Experten, dass die Leseschwierigkeiten lediglich ein Ergebnis von allgemeinen intellektuellen Beschränkungen waren.

Jetzt fordert eine neue Gehirnbildaufbereitungsstudie dieses Legasthenie-Verständnis heraus.

"Wir stellten fest, dass Kinder, die schwache Leser sind, dieselben Schwierigkeiten im Gehirn haben, die Klänge der Sprache zu verarbeiten, ob sie nun einen hohen oder niedrigen IQ hatten", sagte Massachusetts Institute of Technology Neuro-Wissenschaftler John D. E. Gabrieli Ph.D.

"Lese-Schwierigkeiten sind von anderen kognitiven Fähigkeiten unabhängig."
Diese Enthüllung könnte die Art ändern, wie Pädagogen allen schlechten Lesern helfen könnten.

Die Befunde von Gabriel und seinen Kollegen werden in einer bevorstehenden Ausgabe von Psychological Science, einer Association for Psychological Science Zeitschrift, herausgegeben.

Die Studie bezog 131 Kinder im Alter zwischen 7 bis 17 ein. Laut einem einfachen Lesetest und einem IQ-Test wurde jedes Kind einer von drei Gruppen zugeteilt - typische Leser mit typischen IQs; schlechte Leser mit typischen IQs; und schlechte Leser mit niedrigen IQs.

Ihnen wurden Wortpaare gezeigt und sie befragt, ob sie sich reimten. Die Schreibweisen zeigten keine verlässlichen Ähnlichkeiten an. Mit Hilfe von funktioneller Kernspintomographie bzw. fMRT beobachteten die Forscher die Aktivität in sechs Gehirnregionen, die wichtig sind beim Zusammenführen von Geschriebenem und Gehörtem.

Die Experten stellten fest, dass schwache Leser in beiden IQ-Gruppen bedeutend weniger Gehirntätigkeit in den beobachteten Bereichen zeigten als normale Leser.

Jedoch gab es keine Differenz im Gehirn der schlechten Leser ohne Beachtung der IQs.

"Diese Befunde schlagen vor, dass ein spezifisches Leseproblem das Gleiche ist, ungeachtet dessen, ob sie starke kognitive Fähigkeiten haben", sagte Gabrieli.

Die Forscher glauben, dass die Studie wichtige Auswirkungen auf Diagnose und Ausbildung von schwachen Lesern und damit Legasthenie hat.

Während Pädagogen üblicherweise Lese-und-Sprach fokusierte Interventionen anbieten, um Dyslexie zu verbessern - um ihr Lesen auf das Leistungsniveau zu bringen, was sie erwarten - könnten sie in Erwägung ziehen solche Heilungsmethoden für weniger "smarte" Kinder anzuwenden.

Wenn Lehrer verstehen, dass dieselbe Sache im Gehirn bei allen schlechten Lesern vor sich geht, könnten sie sehen, dass all diese Kinder von denselben Interventionen profitieren könnten.

Da es schwer ist, gut zu lernen, wenn man nicht lesen kann, sind das gute Neuigkeiten für viele Kinder.
Quelle: Psychological Science, Okt. 2011

Dyslexie und Intelligenz

Diskrepanzmodell infrage gestellt

Das Diskrepanzmodell, das ein Kind als dyslexisch auf der Grundlage der Differenz zwischen Lesefähigkeit und allgemeinen IQ-Werten klassifiziert, wird in Frage gestellt, denn eine neue Studie der National Institutes of Health findet keine Unterschiede der Gehirnaktivität zwischen Kindern mit Dyslexie ungeachtet ihrer Intelligenz bzw. IQ-Scores.

Fumiko Hoeft, M.D., Ph.D. von der Stanford Universität in Kalifornien, und Kollegen verwendeten funktionelle Kernspintomographie, um die Gehirnaktivität bei 131 Kindern im Alter von 7 bis 16 zu messen, die in drei Gruppen eingeteilt wurden: typische Leser mit typischen Lese- und IQ-Scores; schlechte Leser mit schlechten Lese-, aber typischen IQ-Scores; und schlechte Leser mit niedrigen IQ-Scores.

Die Forscher stellten fest, dass Kinder mit Dyslexie dasselbe Muster von Gehirnaktivität hatten, wenn sie mit Aufgaben, die phonologisches Bewusstsein ohne Rücksicht auf ihre IQ-Scores einschlossen, beschäftigt waren. Sie stellten weiterhin fest, dass es keine IQ-basierte Plattform für die Unterschiede zwischen schlechten Lesern gibt.

"Diese Befunde zeigen, dass nur wenig noch für das Diskrepanzmodell in der Schule spricht", sagte Hoeft in einer Erklärung. "Ohne Berücksichtigung des IQs sollten alle Kinder mit Dyslexie berechtigt für eine Unterstützung beim Lesenlernen sein."
Quelle: National Institutes of Health, Nov. 2011

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