Erfahrungen zu “Krebs und Suizid: Erfahrungen, Erfahrungsberichte”

  1. Mein Erfahrungsbericht zum Thema: Krebs, lieber Suizid als langsam sterben

    Ich will eigentlich leben. Ich mag mich, ich find mich sogar ziemlich cool.
    Der Gedanke mich umzubringen, sodass ich nicht länger existiere, nicht länger neue Erfahrungen machen kann, und meiner Familie und meinen Freunden dadurch große Schmerzen zufüge ist fast so unerträglich wie die Gewissheit, dass, egal wie viel ich auch tue, meine Gesundheit immer schlechter wird. Dass es nicht mehr bergauf geht, sondern bergab, obwohl ich schon am Boden bin.

    Ich kann nicht mehr studieren gehen, ich habe keine Energie mehr, um mich länger gescheit zu unterhalten, ich kann kaum noch mal eben so spazieren gehen. Ich bin immer müde und schwach, egal wie viel ich esse (kann viele Nährstoffe nicht mehr aufnehmen) und schlafe oder was für Medikamente ich einnehme. So kann ich gar nichts genießen. Ich war beim Arzt, siebenmal, verschiedene Ärzte; es gibt keine Behandlungsmethoden. Mein Körper zerfällt regelrecht.
    Ich will leben, verdammt. Es ging mir vorher so gut, und jetzt wird bei mir von heut auf morgen plötzlich festgestellt, dass ich sterbenskrank bin, ohne Aussicht auf Gesundung und mit fast 100%iger Wahrscheinlichkeit, dass es ein langsamer, qualvoller Tod werden wird.

    Das ist garnichts für mich. Ich will meine letzten Stunden, Tage, Wochen, Monate nicht im Krankenhaus verbringen und langsam dahinsiechen, in Zeitlupe, und ohne wirklichen Grund (Hoffnung) weiterzuleben.
    Ich finde es unlogisch, dass man schwerstkranke am Ende ihres Lebens noch so mit Medikamenten vollpumpt, obwohl sie letztlich immer sterben. Nur halt langsamer.

    Es geht mir schon jetzt schlecht genug, das muss nicht noch künstlich verlängert werden. So lange ich noch zuhause bleiben kann will ich leben (mehr oder weniger), aber wenn mein Körper versagt will ich zum schnellen Sterben in Ruhe gelassen werden.
    Ich würde am liebsten so lange warten, bis ich ins Krankenhaus „müsste“, aber wenn es so weit ist, weiß ich nicht, ob ich dann noch in der Lage bin, mich selbst zu töten.
    Ich würde eher den Kompromiss eingehen, dass ich früher sterbe, als ich muss, aber so zumindest nicht einen langen, qualvollen Tod erleide.

    Ist irgendwie komisch hier zu posten, wo die meisten eigentlich eher psychische Probleme haben. Aber physisch und psychisch bedingt sich auch, es ist bei mir eher nur so, dass es für mein Problem keine positive Zukunft gibt (wenn der Körper versagt, dann ist da manchmal leider nichts zu machen) und dass es letztlich auf die Entscheidung hinausläuft: „Konventionell“ zu sterben (Krankenhaus, Adapter im Arm, künstliche Beatmung, Leiden, Schmerzmittel, langsames Dahinschwinden in Zeitlupe, nach meinen Standards keine Lebensqualität), oder selbst Hand anzulegen, um den ganzen Leideprozess abzukürzen.
    Für mich persönlich ist eigentlich klar, dass ich nicht noch künstlich am Leben gehalten werden wlll. Dass soll keiner für mich entscheiden müssen, wenn ich nicht mehr reden kann. Dauerkoma ist auch nichts für mich.
    Also ziemlich klare Sache: Für mich ist Suizid die bevorzugte Form des Sterbens.

    … Wollt mal nen Post machen, der vielleicht einigen eine andere Perspektive aufs Leben gibt.
    Ich würde echt alles tun für einen gesunden Körper um wieder gesund zu sein.

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