Alzheimer Krankheit: Beginn, Anfang

Neurologische Erkrankungen

Alzheimer Amyloidklumpen bereits bei sehr jungen Menschen entdeckt

23.03.2015 Amyloid - ein abnormales Protein, dessen Häufung im Gehirn ein Kennzeichen für die Alzheimer-Krankheit ist - beginnt bereits sich in den Neuronen von sehr jungen Menschen anzusammeln, berichtet eine erstaunliche Studie der Northwestern University.

Amyloidansammlungen schon im jungen Alter

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Symbolbild

Schon bei 20-Jährigen konnten die Wissenschaftler Amyloidansammlungen feststellen. Es ist seit langem bekannt, dass Amyloid sich bei älteren Menschen anhäuft und Plaque-Klumpen außerhalb von Neuronen und bei Alzheimer-Patienten bildet.

"Zu entdecken, dass Amyloid bereits so früh im Leben beginnt sich anzusammeln, ist beispiellos", sagte Forscher Changiz Geula in der Zeitschrift Brain. "Dies ist sehr bedeutsam. Wir wissen: Wenn Amyloid über längere Zeit im Gehirn gegenwärtig ist, bedeutet dies Schlimmes."

In der Studie untersuchten die Wissenschaftler cholinerge Neuronen des basalen Vorderhirns: warum sie so früh geschädigt werden und unter den ersten Hirnzellen sind, die beim normalen Altern und bei Alzheimer sterben. Diese anfälligen Neuronen sind eng mit Gedächtnis und Aufmerksamkeit verbunden.

Geula und seine Kollegen untersuchten diese Neuronen von Gehirnen dreier Gruppen verstorbener Personen:

Die Forscher fanden: Die Amyloidmoleküle begannen sich in den Neuronen der jungem Erwachsen anzusammeln, und dies geschieht im Laufe des Lebens weiter. Die Nervenzellen in anderen Bereichen des Gehirns zeigten nicht dasselbe Ausmaß an Amyloidanhäufungen.

Amyloid-Oligomere

Die Amyloidmoleküle in diesen Zellen formten kleine toxische Klumpen - Amyloid-Oligomere, die tatsächlich selbst bei jungen Menschen in ihren 20ern vorzufinden waren. Die Größe der Klumpen waren bei Alzheimer-Patienten und älteren Personen größer.

"Dies weist darauf hin, warum diese Neuronen früh sterben", sagte Geula. "Die kleinen Amyloid-Klumpen könnten der Schlüssel sein."

Warum die Neuronen eingehen

"Die lebenslange Ansammlung des Amyloids in diesen Neuronen trägt wahrscheinlich zur pathologischen Anfälligkeit dieser Zellen während des Alterns und dem Verlust bei Alzheimer bei."

Wahrscheinlich beschädigen und töten die wachsenden Klumpen schließlich die Neuronen. Es ist bekannt, dass, wenn Neuronen diesen Klumpen ausgesetzt sind, sie einen Überschuss an Kalzium in die Zelle verlieren, was ihren Tod verursachen kann.

"Möglich ist auch: Die Klumpen werden so groß, dass die Abbau-Maschinerie in der Zelle sie nicht mehr loswerden kann, und sie verstopfen dann alles", sagte Geula.

Die Klumpen könnten auch durch das Absondern der Amyloide (nach außerhalb der Zelle) Schäden verursachen und zur Bildung der bei Alzheimer gefundenen großen Amyloid-Plaques beitragen.

Geula und Kollegen wollen nun untersuchen, wie die internen Amyloide die Neurone genau schädigen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Northwestern University, Brain; Feb. 2015

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