Autoimmunerkrankung und Demenz

Potenzielle Verbindung zwischen Autoimmunerkrankungen und Demenz

22.04.2017 Eine aktuelle Forschungsarbeit der University of Oxford hat einen kleinen, aber potenziell wichtigen Zusammenhang zwischen einigen Autoimmunkrankheiten und Demenz bzw. Alzheimer-Krankheit entdeckt, und unterstützt zuvor gefundene Belege für die Verbindung.

Die in der Zeitschrift Journal of Epidemiology & Community Health veröffentlichte Studie untersuchte mögliche Verbindungen zwischen Demenzerkrankungen und 25 Autoimmunerkrankungen. Es wurden die Daten von etwa 1.8 Millionen Menschen mit einer Autoimmunkrankheit ausgewertet, die ins Krankenhaus aufgenommen wurden.

Erhöhtes Risiko bei 18 Autoimmunstörungen

Im Vergleich zu Personen, die aufgrund anderer Ursachen eine Krankenhauseinweisung erhielten, zeigten Patienten mit Autoimmunstörungen insgesamt ein um 20 Prozent erhöhtes Risiko für eine spätere Demenz-Diagnose.

Von den 25 Autoimmunkrankheiten, die in der Analyse ausgewertet wurden, waren 18 deutlich mit einer Demenz verbunden.

Diese Krankheiten waren z.B.:

Die meisten dieser Zusammenhänge blieben über fünf oder mehr Jahre nach der Aufnahme in das Krankenhaus aufgrund einer Autoimmunkrankheit erhalten.

Vaskuläre Demenz


Bild: Gerd Altmann

Der Typ der Demenz war nicht immer dokumentiert worden, aber das Risiko für Alzheimerkrankheit war um 6% erhöht, und um 28 Prozent höher für vaskuläre Demenz.

Das erhöhte Risiko für vaskuläre Demenz könnte die Verknüpfungen zwischen Autoimmunerkrankungen und den Risikofaktoren für kardiovaskuläre und zerebrovaskuläre Krankheiten im Allgemeinen widerspiegeln, sagten die Forscher.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Autoimmunerkrankte Personen hatten ein um 53 Prozent erhöhtes Risiko aufgrund einer ischämischen Herzkrankheit / koronaren Herzkrankheit eingewiesen zu werden und ein um 46 Prozent erhöhtes Schlaganfallrisiko.

Eine vorherige Krankenhausaufnahme wegen rheumatoider Arthritis schien einen Schutz gegen Alzheimerkrankheit zu bieten, zeigten die Daten.

Schutz durch non-steroidale antientzündliche Medikamente?

Das könnte daran liegen, dass Patienten mit rheumatoider Arthritis mit größerer Wahrscheinlichkeit mit non-steroidalen antientzündlichen Medikamenten wie Aspirin und Paracetamol behandelt werden, die mit einem verringerten Alzheimerrisiko verbunden sind, sagten die Wissenschaftler.

Multiple Sklerose

Multiple Sklerose: Männer hatten ein deutlich höheres Demenzrisiko als Frauen, aber bei den meisten anderen Erkrankungen waren die Verhältnisse für beide Geschlechter weitgehend ähnlich.

Da die Größen der Verknüpfungen eher klein waren, sollten die Befunde eher als indikativ als definitiv betrachtet und durch weitere Forschungen bestätigt oder widerlegt werden, sagten die Wissenschaftler.

Doch sie vermuten, dass Autoimmunkrankheiten oder die Medikamente zur Behandlung insgesamt das Risiko für Kreislaufkrankheiten erhöhen könnten, wobei vaskuläre Erkrankungen eine Komponente dieser Erkrankungen bei einigen Menschen ist.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: University of Oxford, Journal of Epidemiology & Community Health - http://dx.doi.org/10.1136/jech-2016-207809; April 2017

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