Demenz: Risikofaktoren

Neurologische Erkrankungen - Demenzerkrankungen

Geringe(r) Fitness und IQ: Risikofaktoren für frühe Demenz

19.03.2014 Männer, die im Alter von 18 Jahren eine schlechtere kardiovaskuläre Gesundheit und/oder einen niedrigeren IQ hatten, litten im Alter von 60 eher unter Demenz, laut einer aktuellen schwedischen Studie.

Gesteigertes Risiko für frühen Beginn von Demenz

In mehreren umfangreichen Studien konnten Forscher der Sahlgrenska Akademie der Göteborg Universität mithilfe der Daten von 1,1 Millionen jungen schwedischen Männern (660 bekamen Demenz) zwischen 1968 und 2005 einen Zusammenhang zwischen der Fitness im Teenageralter und Gesundheitsproblemen im späteren Leben zeigen.

"Frühere Studien haben bereits eine Verbindung zwischen der kardiovaskulären Gesundheit und dem Risiko für eine Demenzerkrankung im Alter gezeigt. Wir konnten nun zum ersten Mal zeigen, dass das erhöhte Risiko auch für einen früheren Beginn der Demenz und ihrer Vorläufer gilt", sagte die Leiterin der Studie Jenny Nyberg.

Andere Risikofaktoren ausgeschlossen

Ausgedrückt in Zahlen, zeigt die Studie, dass Männer im Alter von 18 mit einer schlechteren kardiovaskulären Fitness 2,5 mal wahrscheinlicher früher in ihrem Leben eine Demenz entwickeln. Ein niedrigerer IQ erhöhte das Risiko um das vierfache, und die Kombination beider Faktoren bringt ein siebenfaches Risiko mit sich.

Das erhöhte Risiko blieb bestehen, auch als andere Risikofaktoren wie Vererbung, Krankengeschichte und sozioökonomische Situation berücksichtigt wurden.

Fitness stärkt das Gehirn

"Wir wissen bereits, dass physisches und kognitives Training das Risiko neurologischer Krankheiten reduziert. Körperliche Bewegung steigert die Nervenzellkomplexität und Funktion, und sogar die Generierung neuer Nervenzellen im erwachsenen Gehirn, was unsere geistigen und physiologischen Funktionen stärkt. Mit anderen Worten macht gute kardiovaskuläre Gesundheit das Gehirn gegen Schäden und Krankheit widerstandsfähiger", sagte Prof. Georg Kuhn, Seniorautor der Studie.

Quelle: Göteborgs universitet, März 2014

Demenzrisikofaktor Untergewicht

13.04.2015 Untergewichtige Personen (niedriger Body-Mass-Index, BMI) im mittleren Lebensalter haben ein um mehr als ein Drittel größeres Risiko, Demenz zu entwickeln als Menschen mit einem 'gesunden' Gewicht ähnlichen Alters.

Übergewichtige entwickeln dagegen zu 29% weniger wahrscheinlich als Normalgewichtige Demenz.

Demenzrisiko ist für Übergewichtige kleiner, für Untergewichtige größer

Damit widersprechen die in der Zeitschrift Lancet Diabetes & Endocrinology veröffentlichten Befunde einer früheren Studie, die davon ausging, dass Übergewicht ein erhöhtes Demenzrisiko bedeutet.

Übergewicht
Bild: Josch13 (pixabay)

Die Forscher der London School of Hygiene & Tropical Medicine analysierten in der bislang größten Studie zu diesem Thema Daten von fast zwei Millionen Briten (durchschnittliches Alter 55 Jahre zu Beginn der Studie und einem durchschnittlichen BMI von 26,5). Im Verlauf von neun Jahren hatten fast 50.000 Personen eine Demenz entwickelt.

Die Befunde

"Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Ärzte, Gesundheitswissenschaftler und Politiker noch einmal überdenken müssen, wie man das Demenzrisiko am besten feststellt. Die Folgen für das Gesundheitswesen aufgrund der Verbindung zwischen Untergewicht und erhöhtem Demenzrisiko müssen beachtet werden", sagte Autor Professor Stuart Pocock.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: London School of Hygiene & Tropical Medicine, Lancet Diabetes & Endocrinology; April 2015

Zusammenhang zwischen Blutgruppe und Demenz-Risiko

Eine Pilotstudie hat ergeben, dass die Blutgruppen eine Rolle bei der Entwicklung des Nervensystems spielen und ein höheres Risiko für das Auftreten einer kognitiven Degeneration (Demenz, Alzheimer) bedeuten können.

Die Forscher Matteo De Marco und Professor Annalena Venneri von der IRCCS San Camillo Hospital Foundation in Venedig und der Universität Sheffield machten die Entdeckung nach der Analyse von 189 Magnetresonanztomographie-Scans von gesunden Freiwilligen.

Gehirnvolumen unterschiedlich

Die Forscher berechneten die Volumina der grauen Substanz der Gehirne und verglichen die Unterschiede zwischen den verschiedenen Blutgruppen.

Die in Brain Research Bulletin publizierten Ergebnisse zeigen, dass Menschen mit der Blutgruppe '0' mehr graue Substanz im posterioren Teil des Kleinhirns als die anderen hatten.

In Vergleich dazu hatten Teilnehmer mit 'A', 'B' oder 'AB' Blutgruppen auch weniger graue Zellen in den temporalen und limbischen Regionen des Gehirns einschließlich des linken Hippocampus, der einer der ersten von Alzheimer betroffenen Teile des geschädigten Gehirns ist.

Blutgruppe 0 schützt

Diese Befunde legen nahe, dass kleinere Volumina der grauen Hirnsubstanz mit den Nicht-'0'-Blutgruppen verbunden sind.

Wenn wir altern, ist eine Reduktion der grauen Gehirnmasse normal, aber später im Leben wird sich dieser Unterschied zwischen den Blutgruppen bei den Volumina der grauen Substanz in den Folgen des Alterns intensivieren.

"Die Resultate scheinen zu zeigen, dass Menschen mit Blutgruppe '0' geschützter gegen die Reduktion der grauen Substanz sind", sagte DeMarco.

"Nachuntersuchungen und weitere Forschungsarbeit sind aber erforderlich, da möglicherweise auch andere biologische Mechanismen verwickelt sind."

Laut Wikipedia ist die Häufigkeit der Blutgruppen bei Deutschen folgendermaßen verteilt:

© PSYLEX.de - Quellenangabe: IRCCS San Camillo Hospital Foundation, Universität Sheffield, Wikipedia, Brain Research Bulletin; Juni 2015

Alter, Familienstand, BMI und Schlaf stehen im Zusammenhang mit Demenzrisiko

08.05.2018 Forscher der Boston Universität analysierten Daten aus der Framingham Heart Study (FHS), um neue Kombinationen von Risikofaktoren zu identifizieren, die mit einem erhöhten Demenzrisiko im späteren Leben verbunden sind.

Anhand der Daten aus der FHS untersuchten die Forscher die von 1979 bis 1983 erhobenen demografischen und Lebensstil-Daten und ermittelten dann, wer anschließend an Demenz erkrankte.

Wie erwartet, stand ein höheres Alter stark mit Demenz in Verbindung. Weitere deutliche Risikofaktoren waren der Familienstand "verwitwet", ein niedriger (Untergewicht) Body-Mass-Index (BMI) und weniger Schlaf in der Mitte des Lebens.

Die Forscher gehen davon aus, dass diese Studie potenzielle Auswirkungen auf nachgelagerte Bereiche haben könnte. Demographische und Lifestyle-Faktoren, die nicht-invasiv und kostengünstig eingesetzt werden können, können in der Mitte des Lebens erfasst und dazu verwendet werden, das Risiko einer Demenz im späten Erwachsenenalter zu verändern.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Boston University School of Medicine

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