Körperliche Fitness - Demenz

Neurologische Erkrankungen - Demenzerkrankungen

News aus der Forschung zu den Auswirkungen von Sport auf Demenzerkrankungen

Kardiorespiratorische Fitness und kognitive Funktion bei leichter und subjektiver kognitiver Beeinträchtigung positiv verbunden

03.04.2018 Eine im Fachblatt Journal of Alzheimer's Disease publizierte Studie konnte zeigen, dass die Herz-Lungen-Fitness im Zusammenhang mit dem Denkvermögen bei der Vorstufe von Demenz steht.

Tim Stuckenschneider von der Deutschen Sporthochschule Köln und Kollegen untersuchen, ob Sport bzw. körperliche Fitness / Bewegung den ersten Anzeichen einer altersbedingten Demenz (einer leichten kognitiven Beeinträchtigung) entgegenwirken kann.

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Bild: Vesa Minkkinen

Eine Zwischenanalyse der Daten von 121 Teilnehmern mit beginnenden kognitiven Beeinträchtigungen zeigt, dass kardiorespiratorische Fitness mit der kognitiven Leistungsfähigkeit verknüpft ist.

Die Forscher schichteten die Daten nach der kognitiven Leistung in drei Gruppen: Teilnehmer, die sich subjetiv kognitiv beeinträchtigt fühlten; Teilnehmer mit einer frühen und Probanden mit einer manifestierten leichten kognitiven Störung.

Außerdem wurde die körperliche bzw. kardiorespiratorische Fitness erfasst, das Bewegungsverhalten erfragt und die täglichen Bewegungsmuster aufgezeichnet.

Es zeigte sich: Je fitter die Probanden kardiorespiratorisch waren und je größer ihre alltägliche Aktivität war, desto besser war ihre kognitive Performance.

Die Studie wird weitergeführt und soll nun untersuchen, "ob der Ist-Zustand bei beginnender Demenz entscheidend für die weitere Entwicklung ist, oder ob über eine Verbesserung der körperlichen Fitness das Fortschreiten einer beginnenden Demenzerkrankung aufgehalten oder zumindest verlangsamt werden kann".

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Journal of Alzheimer's Disease, DOI: 10.3233/JAD-170996

Körperlich fitte Frauen entwickeln eher selten eine Demenz

07.06.2018 Frauen mit hoher körperlicher Fitness im mittleren Alter entwickelten Jahrzehnte später mit fast 90 Prozent geringerer Wahrscheinlichkeit eine Demenz - verglichen mit Frauen, die weniger fit waren laut einer im Fachblatt Neurology veröffentlichten Studie.

Wenn die physisch sehr fitten Frauen eine Demenz entwickelten, entstand die Krankheit durchschnittlich 11 Jahre später als bei Frauen, die nur moderat fit waren, also im Alter von 90 statt 79 Jahren.

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Bild: Ryan McGuire

Für die Studie ließen die Forscher um Helena Hörder von der Universität Göteborg 191 Frauen in einem Durchschnittsalter von 50 Jahren auf einem Fahrrad fahren, bis sie erschöpft waren. Sie maßen dabei deren maximale kardiovaskuläre Kapazität.

Die durchschnittliche Spitzenauslastung wurde mit 103 Watt gemessen. Insgesamt 40 Frauen erfüllten die Kriterien für ein hohes Fitnessniveau, also 120 Watt oder mehr.

Insgesamt befanden sich 92 Frauen in der mittleren Fitness-Kategorie und 59 Frauen in der niedrigen Fitness-Kategorie - definiert als eine Spitzenbelastung von 80 Watt oder weniger, oder Stopp des körperlichen Belastungstests wegen Bluthochdruck, Brustschmerzen oder anderen kardiovaskulären Problemen.

Deutliche Vorteile durch hohe Fittness

In den nächsten 44 Jahren wurden die Frauen sechs Mal auf Demenz getestet. In dieser Zeit entwickelten 44 der Frauen eine Demenzerkrankung.

Fünf Prozent der hochgradig fitten Frauen entwickelten die neuronale Degenerationskrankheit - verglichen mit 25 Prozent der moderat fitten Frauen und 32 Prozent der Frauen mit geringer Fitness.

Die hochgradig fitten Frauen zeigten damit eine um 88 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken als die moderat fitten Frauen.

Unter den Frauen, die den Bewegungstest aufgrund von Problemen abbrechen mussten, entwickelten 45 Prozent Jahrzehnte später eine Demenz.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Neurology, 2018; 10.1212/WNL.0000000000005290 DOI: 10.1212/WNL.0000000000005290

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