Schlaf und Demenz

Mangel an REM-Schlaf mit höherem Risiko für Demenz verbunden

24.08.2017 Verbringt man weniger Zeit im REM-Schlaf (rapid eye movement: schnelle Augenbewegung) oder braucht länger, um in den REM-Schlaf zu gelangen, ist das Risiko für die Entwicklung von Demenz erhöht laut einer auf der Alzheimer Association International Conference in London präsentierten Studie.

Schlafstörungen treten oft bei dementen Menschen auf. Allerdings ist es unklar, ob Schlafstörungen als Folge der Demenz auftreten, oder ob ein gestörter Schlaf das Risiko für eine spätere Demenz erhöht.

Erhöhtes Risiko für Demenzerkrankungen

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Bild: Gerd Altmann

Forscher der Boston Universität analysierten die Daten von 321 Teilnehmern im Alter von 60 Jahren, die zwischen 1995 und 1998 an einer Schlafstudie teilnahmen. Danach wurden sie durchschnittlich 12 Jahre lang beobachtet, um ihr Risiko für die Entwicklung von Demenz zu bestimmen.

Bei der Nachuntersuchung stellten die Forscher fest, dass jede prozentuale Verringerung des REM-Schlafes mit einer Zunahme von 9 Prozent für das Risiko für eine Demenz und einer Zunahme von 8 Prozent für das Risiko für Alzheimer-Krankheit verbunden war.

Verschiedene Stadien des Schlafes können die Hauptmerkmale der Alzheimer-Krankheit unterschiedlich beeinflussen. Die aktuellen Erkenntnisse implizieren REM-Schlafmechanismen als Prädiktoren (Vorhersagevariablen) der Demenz, erklärte der Neurologe Matthew Pase.

Auch zu viel Schlaf birgt Risiken

Anfang des Jahres stellten die Forscher um Pase in einer anderen Studie fest, dass Menschen, die beständig mehr als neun Stunden pro Nacht schliefen, ein doppelt so hohes Risiko für eine Demenz in den nächsten 10 Jahren hatten, verglichen mit Teilnehmern, die neun Stunden oder weniger schliefen.

Weitere Forschungen sollten nun untersuchen, ob REM-Schlaf hilft, das Gehirn vor Demenz zu schützen oder anfällig auf frühe demenzbegleitende Gehirnveränderungen reagiert.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Boston Universität, Alzheimer Association International Conference / Neurology; Aug. 2017

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