Fibromyalgie News, Forschung

Neurologische Erkrankungen / Faser-Muskel-Schmerzen

Definition

Definition: Der Begriff Fibromyalgie setzt sich zusammen aus fibro=Faser, myo=Muskel und algie=Schmerz und bedeutet also Schmerzen in den Muskelfasern wörtlich übersetzt. Synonyme für das Krankheitsbild wären polytope Tendopathie; Weichteilrheumatismus; Generalisierte Tendomyopathie, abgekürzt GTM; Fibromyalgiesyndrom; Fibrositis; polytope (multilokuläre) Insertionstendopathie; psychogener Rheumatismus.

Syndrom der Fibromyalgie

Zum Syndrom gehört (wobei die Symptome einer Fibromyalgie länger als 3 Monate auftreten): chronischer Schmerz in verschiedenen Regionen des Körpers (besonders: Rücken, Nacken und Brustkorb, Gelenke der Arme und Beine), anhaltende Müdigkeit, Erschöpfung bzw. Erschöpfungssyndrom (Fatigue-Syndrom), Schlafstörungen.

Nebensymptome sind Schwellungsempfindungen in den Extremitäten, Kopfschmerzen, Steifigkeit am Morgen, Reizdarm und Reizmagen, Schleimhauttrockenheit und Schleimhautempfindlichkeit, Ängstlichkeit und Depression.

Fibromyalgie betrifft 1 bis 5 Prozent der Menschen in westlichen Nationen und wesentlich mehr Frauen als Männer.

Symptome

Fibromyalgie ist charakterisiert durch Körperschmerzen und empfindliche Punkte, die Schmerzen bei Berührung verursachen.

Die womenshealth.gov Website erwähnt weitere typische Fibromyalgiesymptome:

Quelle: womenshealth.gov, Juni 2011

Tipps

Fibromyalgie ist eine Störung, die chronische Schmerzen im ganzen Körper verursacht, oft an besonders empfindlichen sensiblen Punkten.

Besser fühlen

Womenshealth.gov bietet diese Vorschläge an, Ihnen zu helfen, mit Fibromyalgie zurechtzukommen:

Quelle: Womenshealth.gov, Nov. 2010

Emotionen verstärken Fibromyalgieschmerz

Negative Emotionen verstärken die Schmerzen bei Frauen mit und ohne Fibromyalgie, während eine kombinierte Behandlung aus kognitiver Verhaltenstherapie und einem maßgeschneiderten Übungsprogramm das Ergebnis bei Fibromyalgie verbessern kann, wie es in zwei Studien heißt, die in der Oktoberausgabe von Arthritis Care & Research herausgegeben wurden.

Ärger, Traurigkeit verstärken Schmerz

Henriët Wagen Middendorp, Ph.D. von der Utrecht Universität in den Niederlanden und Kollegen führten eine experimentelle Studie mit Frauen mit und ohne Fibromyalgie durch, um die Wirkungen von Emotionen auf das Schmerzempfinden zu prüfen.

Die Forscher stellten fest, dass Traurigkeit klinisches Schmerzempfinden vorhersagte, und Ärger sowohl klinisches als auch elektrisch stimuliertes Schmerzempfinden vorhersagte. Frauen mit und ohne Fibromyalgie berichteten über mehr Schmerz als Reaktion auf beide Emotionen; intensive Emotion wurde mit einem größeren Schmerzempfinden verbunden.

Verhaltenstherapie bei Fibromyalgie

Saskia van Koulil vom Radboud University Nijmegen Medical Centre in den Niederlanden, und Kollegen teilten Patienten mit Fibromyalgie in zwei Gruppen nach ihren klinischen Muster der Schmerz-Vermeidung und Schmerz-Ausdauer, und teilten sie zu zufällig einer kognitiven Verhaltenstherapie und Trainingsübungen oder einer Gruppe zu, die auf ihre Behandlung wartet.

Sie stellten fest, dass der Einsatz der Kombinationsbehandlung in einem Frühstadium von Fibromyalgie (kurz nach der Diagnose) mit höherer Wahrscheinlichkeit verbesserte Behandlungsergebnisse für Patienten mit hohem Risiko für Muster der Schmerz-Vermeidung oder Schmerzausdauer förderte.

Zum ersten Mal traten relativ große physische und psychische Verbesserungen bei Hoch-Risiko-Fibromyalgie-Patienten nach einer Behandlung auf, die ausdrücklich Schmerzvermeidungs und Schmerz-Ausdauer-Muster anspricht, schlossen van Koulil und Kollegen.

Jedoch haben vorherige Metaanalysen und kürzliche Studien von nicht-maßgeschneiderten Interventionen bei chronischen körperlichen Verfassungen insgesamt nicht mehr als gemäßigte Wirkungen gezeigt; das Ergebnis dieser Studie ist, dass ein maßgeschneiderter Ansatz vielversprechender für die Verbesserung von Behandlungswirkungen ist, sagten sie.
Quelle: Arthritis Care & Research, Okt. 2010

Erfahrungen, Kommentare, Fragen

24.03.2015 - Suizidalität bei Fibromyalgie - Kommentar von Chris:

Ich schlage mich seit 21 Jahren mit Fibromyalgie rum und kann es verstehen, wenn psychisch labile Personen keine Lust mehr am Leben haben ! Vor allen Dingen, wenn man von den Ärzten nicht mal für voll genommen wird ! Es ist schon Jahre her, das ich das letzte Mal beim Neurologen in Behandlung war ! Mir wurde bei diesem letzten Termin erklärt, das es die Erkrankung Fibromyalgie gar nicht gibt, aber wenn ich unbedingt wollte, könnte ich ein Rezept für Psychopharmaka bekommen. Habe es nicht genommen und die Praxis nie wieder betreten !

Wenn ich die Schmerzen gar nicht mehr aushalte, mache ich einen Termin beim Osteopathen, dann wird es eine Weile lang wieder erträglich ! Aber mein Leben wird von ständigen Schmerzen begleitet. Ich werde mich davon aber nicht unterkriegen lassen, habe mich vor 10 Jahren selbstständig gemacht,arbeite am Wochenende in einem Nebenjob und bin zufrieden !

24.03.2015 - Psychoschiene - Kommentar von Brile:

Ich könnte mich so etwas von aufregen, dass die Fibromyalgie immer in die Psychoschiene geschoben wird. Die ständigen Schmerzen von der Fibromyalgie machen die Patienten depressiv und lassen sie verzweifeln. Nicht wie es immer gedreht wird, Fibromyalgie ist eine psychische Erkrankung. Zuerst sind die Schmerzen und wenn die jemand viele Jahre aushalten muss, ist es kein Wunder wenn er depressiv wird. Also forscht endlich nach der Ursache der Schmerzen bei Fibromyalgie mit all ihren Begleiterscheinungen und schickt nicht alle Menschen zum Psychiater.

04.07.2014 - Marihuana gegen Fibromyalgie - Kommentar von sturer Kopf:

Der letzte Satz bringt mich zum kochen!!!
Ich möchte wirklich jedem, der sich so aeussert diese Krankheit ans Bein binden, und da reichen schon 4 Wochen. Ich bin mir sicher dass der groesste Teil dieser, sehr von sich eingenommenen Zeitgenossen, am Ende um Erleichterung bettelt. Was nutzen mir Medikamente die meine Organe kaputt machen!? Ich stand vor 15 Jahren WG Magersucht, Depressionen und vielem mehr vor der Einweisung in die Psychiatrische, heute bin ich mehrfacher Akademiker, habe sehr gute Arbeit, mehrere Kinder und vieles mehr. Nichts, wirklich nichts davon hätte ich heute, wenn ich damals auf diese arroganten Halbgötter gehört hätte! Ich entscheide, und ich lebe jetzt und nicht erst wenn man mir helfen kann, denn mit 100 läuft dann nicht mehr viel.
Das schreibt jemand der fast 25 Jahre kämpft und noch nicht mal 40 ist.

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Schreiben Sie uns.

Neues aus der Schmerzforschung zur Fibromyalgie:

Unten finden Sie Infos und Forschungsartikel speziell zum Weichteilrheumatismus. Informationen zu Kopfschmerzen und sonstigen Schmerzen finden Sie unter Kopfschmerzen, Migräne oder Schmerzen.

News, Forschung

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter