Kopfschmerzen: Ist Kaugummi-Kauen verantwortlich?

Schmerzen - Kopfschmerzen - Behandlung

30.12.2013 Könnte die Behandlung von Migräne- und Spannungskopfschmerzen bei Jugendlichen einfach dadurch erfolgen, Ihr Kind dazu zu bringen, mit dem Kaugummikauen aufzuhören?

Aufhören mit dem Kaugummikauen

Dr. Nathan Watemberg, vom Meir Medical Center der Tel Aviv Universität, hat festgestellt, dass wenn Teenager aufhörten Kaugummi zu kauen, bei vielen auch die Kopfschmerzen verschwanden.

Er sagt, dass seine in Pediatric Neurology veröffentlichten Befunde, vielen Jugendlichen helfen könnten, sich von ihren Migräne- und Spannungskopfschmerzen zu befreien, ohne dass weitere Diagnosen, Kopfschmerzmittel oder andere Medikamente notwendig seien.

"Von unseren 30 Patienten berichteten 26 über eine deutliche Verbesserung und bei 19 verschwanden die Kopfschmerzen völlig", sagte Watemberg.

Er fügte hinzu, dass 26 der Patienten, bei denen die Schmerzen weniger geworden waren, später noch einmal mit dem Kaugummikauen anfingen. "Sie alle berichteten über eine unmittelbare Rückkehr der Symptome", sagte er.

Kopfschmerzen in Kindheit und Jugend

Kopfschmerzen in der Kindheit sind verbreitet und verstärken sich im Jugendalter, insbesondere bei Mädchen laut den Forschern. Auslöser können z.B. Stress, Müdigkeit, Mangel an Schlaf, Hitze, Videospiele, Lärm, Sonnenlicht, Rauchen, ausgelassene Mahlzeiten und Menstruation sein.

Watemberg beobachtete, dass viele seiner halbwüchsigen Patienten, die über Kopfschmerzen und Migräne klagten, eifrig und täglich Kaugummis kauten. Jugendliche Mädchen waren besonders eifrige Kauer, sagte er.

Watemberg ließ 30 Patienten im Alter zwischen 6 und 19, die chronische Migränekopfschmerzen oder Spannungskopfschmerzen hatten und täglich Kaugummi kauten, mit dem Kauen aufhören. Sie hatten mindestens eine Stunde bis zu mehr als sechs Stunden pro Tag Kaugummi gekaut, berichtete er.

Migräne- bzw. Spannungskopfschmerzen verschwanden

Nach einem Monat ohne Kaugummis berichteten 19 der 30 Patienten, dass ihre Kopfschmerzen ganz weggegangen waren, und sieben berichteten von einer Abnahme in der Häufigkeit und Intensität der Kopfschmerzen.

Um die Ergebnisse zu testen, stimmten 26 von ihnen zu, wieder mit dem Kaugummikauen anzufangen - für zwei Wochen. Alle berichteten von einer Rückkehr ihrer Kopfschmerz- und Migränesymptome innerhalb von Tagen.

Watemberg vermutet, dass der übermäßige Einsatz des Kiefergelenks beim Kaugummikauen die Kopfschmerzen bzw. Migräne verursacht.

Watemberg bemerkte, dass seine Befunde sofort zur Anwendung kommen können. Man könne Kindern und Jugendlichen mit Kopfschmerzen raten, einfach mit dem Kaugummikauen aufzuhören. Bei vielen werden Migräne oder Spannungskopfschmerzen einfach aufhören und diagnostische Tests oder Medikamente nicht mehr benötigt.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Tel Aviv Universität, Dez. 2013

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