Migräne: Behandlung, Therapie, Medikamente

Neurologische Erkrankungen - Chronische Kopfschmerzen

Liste der besten Migränemedikamente

21.01.2015 In einer neuen Studie werden die besten Medikamente gegen Migränekopfschmerzen aufgelistet.

Die Kopfschmerzspezialisten Michael J. Marmura und Stephen D. Silberstein vom Jefferson Headache Center der Thomas Jefferson Universität und Todd J. Schwedt vom Fachbereich für Neurologie der Mayo Clinic Arizona überprüften die neuere wissenschaftliche Literatur und zogen den Schluss, dass einige Medikamente aus bestimmten Klassen wirksam akute Migräne behandeln können.

Von 805 begutachteten Studien wurden schließlich die Ergebnisse von 132 (aufgrund der Qualität) ausgewertet. Die Bewertung konzentrierte sich dabei eher auf die Behandlung von akuten Migräne-Attacken als auf die langfristigen Ergebnisse.

Liste der effektiven Migräne-Medikamente

In der Level A Liste (effektiv) befinden sich folgende Medikamente bzw. Medikamentenklassen:

Weitere Befunde

Weitere Medikamente erreichten nur noch "wahrscheinlich wirkungsvoll" (Level B) oder "möglicherweise wirkungsvoll" (Level C) nach der in der Zeitschrift Headache veröffentlichten Studie.

Während leistungsfähige Opioid-Medikamente wie Butorphanol, Kodein/Acetaminophen und Tramadol/Acetaminophen wahrscheinlich wirkungsvolle (Level B) Migränemedikamente sind, werden sie nicht für den regelmäßigen Gebrauch empfohlen, sagten die Forscher.

Die Studie wird die Grundlage der neuen Richtlinien zur Behandlung von Migräne der American Headache Society bilden.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Michael J. Marmura, Stephen D. Silberstein, Todd J. Schwedt. The Acute Treatment of Migraine in Adults: The American Headache Society Evidence Assessment of Migraine Pharmacotherapies. Headache, January 2015 DOI: 10.1111/head.12499; Jan. 2015

Gängige Behandlungsmethoden

Welche Behandlungsmethoden gibt es bei Migräne, wenn man mal die gängigen (rezeptfreien und rezeptpflichtigen) Schmerzmittel der Akuttherapie wie
unspezifische nichtopioid-Analgetika: Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Paracetamol,
spezifische Migränetherapeutika: Triptane (Sumatriptan, Naratriptan, Eletriptan - haben die Mutterkornalkaloide wie Ergotamin abgelöst),
außen vorläßt?

Vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) werden folgende Wirkstoffe für die Migräneprophylaxe im Erwachsenenalter empfohlen:

Liste alternativer Medikamente

Medizinisches Marihuana / Cannabis bzw. Cannabinoide haben sich als wirksam erwiesen.

Nichtmedikamentöse Behandlungen bei Migräne

Weitere erfolgreiche Behandlungsstrategien sind nach den Empfehlungen der DMKG und der DGN folgende Verfahren (Diener et al. 2005):

Liste noch ungeklärter Behandlungsstrategien bei Migräne

  • Akupunktur: widersprüchliche Ergebnisse (mehr zur Akupunktur)
  • physikalische Therapie allein (u.a. Lymphdrainage, Krankengymnastik, Manuelle Therapie)
  • Verschluss eines offenen Foramen ovale
  • Unwirksame Behandlungsstrategien bei Migräne

    Unwirksam laut BfArM (DGN und DMKG):

    © PSYLEX.de - Quelle: BfArM, Jan. 2012

    Nicht vernachlässigen sollte man, dass durch das Führen eines Migräne-Tagebuchs möglicherweise Trigger entdeckt werden können.

    Eine neue Behandlungsform gegen Migräne zeigt vielversprechende Ergebnisse

    02.03.2015 Das neue Verfahren soll drastisch Schmerzen und die Empfindlichkeit auf Migränetrigger reduzieren laut den Forschern vom Albany Medical Center und der State University New York.

    Einseitige Migräne
    Bild: Gerd Altmann

    Intranasale Ganglion sphenopalatinum Behandlung

    Während der minimal-invasiven Behandlung wird ein Katheter durch die nasalen Übergänge des Patienten eingeführt und am Ganglion sphenopalatinum - einem Nervenbündel hinter der Nase, das mit Migräne im Zusammenhang steht - Lidocain verabreicht. Bei diesem Verfahren kommt keine Nadel einer Spritze zum Einsatz.

    Wenn die erste Betäubung durch das Lidocain nachlässt, scheint der Migräneauslöser nicht mehr seine Maximalwirkung zu erreichen, sagte Studienautor Dr. Kenneth Mandato beim Jahrestreffen der Society of Interventional Radiology.

    Mandato und sein Team führten eine Studie mit 112 Patienten mit Migräne oder starken Kopfschmerzen durch.

    Behandlungserfolg

    Laut den Befunden berichteten 88% der so behandelten Patienten noch 30 Tage nach dem Eingriff, dass sie weniger oder gar kein Migränemedikament zusätzlich zur Schmerzlinderung benötigten.

    Insgesamt wurden die Migräneschmerzen im Schnitt um 35 Prozent reduziert.

    Mandato fügte jedoch hinzu, dass dies kein Heilmittel für Migräne sei; es ist eine temporäre Lösung wie andere aktuelle Behandlungsmöglichkeiten für Migräne und andere chronische Kopfschmerzen. Durch die minimal-invasive Form der Behandlung und das Sicherheitsprofil des Medikaments sei es wiederholt anwendbar, nimmt Mandato an.

    Mandato wird die 112 Patienten sechs Monate nach der Behandlung erneut nach ihren Schmerzen befragen, und ob die intranasale Ganglion sphenopalatinum Behandlung weiterhin anschlägt.

    © PSYLEX.de - Quellenangabe: Albany Medical Center, State University New York, Society of Interventional Radiology; März 2015

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