Opioidentzug - Was hilft?

Klinische Studie verglich Medikamente bei Kontrolle von Opioid-Entzugserscheinungen

21.08.2017 Eine randomisierte klinische Studie verglich Tramadol extended release (ER: verlängerte Freisetzung) mit Clonidin und Buprenorphin zur Kontrolle der Opioid-Entzugserscheinungen bei Patienten mit Opioid-Abhängigkeit in einem ambulanten Setting.

Opioidabhängigkeit

Opioid-Abhängigkeit oder Opioid-Missbrauch ist ein Problem der öffentlichen Gesundheit, die zu vielen Fällen von Überdosierung und Tod (vor allem in den USA) beigetragen hat.

Entgiftung oder medizinisch überwachter Entzug ist eine weit verbreitete Behandlungsform bei Opioidsucht. Allerdings führt eine nicht angemessene Behandlung der Opioid-Entzugserscheinungen oft dazu, dass die Patienten die Therapie verlassen.

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Bild: Arek Socha

Clonidin und Buprenorphin sind zwei häufig eingesetzte Medikamente, um den Opioidentzug zu kontrollieren. Tramadol-Hydrochlorid ist eine vielversprechende alternative Option für eine effektive Behandlung von Opioidabhängigkeit laut der in JAMA Psychiatry veröffentlichten Studie.

Kontrolle der Entzugserscheinungen

Dr. Kelly E. Dunn von der Johns Hopkins Universität und Kollegen führten eine randomisierte klinische Studie in einem ambulanten Setting mit 103 Patienten, meist Männer, mit Opioid-Substanzstörung durch.

Während einem siebentägigen Tampering (allmählichen Dosisverringerung) wurden Clonidin, Buprenorphin bzw. Tramadol ER - ein zugelassenes Analgetikum mit niedrigem Missbrauchspotential - eingesetzt.

Die klinische Studie zeigte, dass Tramadol ER die Entzugssymptome besser unterdrückte als Clonidin - und mit Buprenorphin vergleichbar war, schreiben die Forscher.

Die Studienergebnisse müssen nun repliziert werden durch weitere klinische Studien, die nicht nur primär Männer enthalten, und die den zuvorigen 30 Tageskonsum anderer illegaler Drogen und Alkohol erfassen. Außerdem sollte untersucht werden, ob es ein unterschiedliches Rückfallrisiko zwischen Tramadol ER gegenüber anderen Medikamenten gibt, und ob Tramadol ER eingesetzt werden kann, um Patienten beim Wechsel auf eine Naltrexon-Behandlung zu unterstützen, schreiben die Studienautoren.

Die Daten deuten darauf hin, dass Tramadol ER ein vielversprechendes und wertvolles Medikament für die Kontrolle des Opioidentzuges bei Patienten ist, die sich einer Behandlung wegen einer Opioidabhängigkeit unterziehen, schließen die Forscher.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Johns Hopkins Universität; JAMA Psychiatry - doi:10.1001/ jamapsychiatry.2017.1838; Juli 2017

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