Beziehungsprobleme (Psychologie, Psyche)

Psychische Probleme - Informationen, Forschung und News

Aktuelle Forschungsergebnisse und Neuigkeiten zum Thema Beziehungsprobleme auf der Arbeit / im Beruf, in der Schule oder anderen Lehranstalten. Probleme zwischen Kollegen, mit dem Chef, mit Mitarbeitern, mit dem Partner, mit den Kindern.

Stressende Beziehungen bringen früheren Tod

Streit bringt frühen Tod
Bild: Gerd Altmann

13.05.2014 Für Männer und Frauen mittleren Alters stehen anstrengende/stressende soziale Beziehungen mit einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko im Zusammenhang, laut einer in Journal of Epidemiology & Community Health veröffentlichten dänischen Studie.

Rikke Lund von der Universität Kopenhagen und Kollegen prüften die Korrelation (Zusammenhangsmaße) zwischen stressenden sozialen Beziehungen und allen Ursachen für Sterblichkeit. Es wurden die Daten von 9.875 Männern und Frauen im Alter von 36 bis 52 Jahre aus einer dänischen Langzeitstudie über Arbeit, Arbeitslosigkeit und Gesundheit mit den Daten des dänischen Todesregisters verglichen.

"Stressende soziale Beziehungen stehen mit einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko bei Männern und Frauen mittleren Alters hinsichtlich verschiedener sozialer Rollen im Zusammenhang", schreiben die Autoren.

Quelle: Universität Kopenhagen / Journal of Epidemiology & Community Health, Mai 2014

Beziehungsprobleme in der Partnerschaft

Weitere Informationen bzw. Forschung und News finden Sie unter den jeweiligen Punkten:
Liebeskummer, Beziehungsangst, Verlustangst, und weitere Forschungsartikel unten

Neue Studie - 04.06.2014

Unzufrieden mit der Beziehung? Kuscheln Sie länger nach dem Sex!

Möchten Sie ein befriedigenderes Sexualleben und eine bessere Beziehung mit Ihrem Partner? Eine akuelle Studie der Universität von Toronto Mississauga hat herausgefunden, dass mehr Kuscheln / Schmusen nach dem Geschlechtsakt dies bewirken kann, insbesondere bei Paaren, die Kinder haben.

Sexual- und Beziehungsforscherin Amy Muise untersuchte die Auswirkungen des Verhaltens in monogamen Liebesbeziehungen nach dem Geschlechtsakt. Sie fand heraus, dass die Verhaltensweisen nach dem Sex einen großen Effekt darauf haben, wie die Paare hinsichtlich ihrer eigenen sexuellen Befriedigung und der Beziehung zu ihrem Partner fühlen.

"Wenn die Leute an Sex denken, fokussieren sie sich eher auf den Verkehr oder den Orgasmus", sagte Muise. "Unsere Forschungsstudie legt nahe, dass andere liebevolle Aspekte beim Sex wichtig sind für die sexuelle und partnerschaftliche Zufriedenheit."

Unzufrieden mit der Beziehung? Kuscheln Sie länger

Zweiteilige Studie

Muise untersuchte den Zusammenhang von zärtlichem Verhalten (wie Küssen, Streicheln und liebevollen Gesprächen) und sexueller Befriedigung und Zufriedenheit in der Beziehung. Die zweiteilige Studie wertete die Daten einer Online-Umfrage mit 335 Personen und einer 21-tägigen Erhebung bei 101 Paaren aus.

In der Online-Studie berichteten die Teilnehmer, dass sie sich im Schnitt 15 Minuten mit liebevollem Verhalten nach dem Geschlechtsverkehr beschäftigten. In der zweiten Studie wurden Paare dann darum gebeten, länger als die durchschnittliche Dauer zu schmusen.

Die Befunde

Muises Forschung zeigte, dass Paare, die mehr Zeit mit Kuscheln verbrachten, über eine Verbesserung sowohl der sexuellen Zufriedenheit als auch der Zufriedenheit mit der Beziehung insgesamt berichteten.

Das Nachglühen dieser Verhaltensänderung hielt bei den Paaren an: die Teilnehmer berichteten auch drei Monate später noch über eine größere Zufriedenheit.

Die Befunde zeigten auch, dass die Beschäftigung mit solchen Postsex-Aktivitäten die Bindung stärkt und sexuelle Zufriedenheit verbessert, unabhängig davon, wie oft die Paare miteinander schliefen.

Ein überraschender Befund war die Bedeutung von Kuscheln nach dem Sex für Paare mit Kindern: "Eltern haben oft weniger Zeit für ihr Geschlechtsleben und Romantik. Mit Kuscheln verbrachte Zeit hatte bei ihnen eine stärkere Wirkung auf die Beziehung, als sie es für Nicht-Eltern hatte".

© PSYLEX.de - Quelle: Universität von Toronto Mississauga, Mai 2014

12.06.2014 - Studie:

Wie man Beziehungsprobleme weiser löst

Eine neue Studie zeigt, dass man seinen Beziehungsproblemen am effektivsten begegnet, wenn man sich in die Rolle eines Außenstehenden versetzt, während man über die Situation nachdenkt.

Herausforderungen in der Beziehung, wie Treuebruch durch den Partner, ziehen normalerweise eine hoch emotionale, interne Verspannung und Befangenheit nach sich, und der Blick von außen kann dies reduzieren, sowie das Denken und die Entscheidungsfindung verbessern.

Salomo-Paradox

"Diese Ergebnisse sind die ersten, die eine Form von Befangenheit in uns selbst demonstrieren, wenn es darum geht, weise über ein zwischenmenschliches Beziehungsdilemma nachzudenken", sagte Psychologieforscher und Studienautor Igor Grossmann von der Universität von Waterloo in Kanada.

"Wir nennen diese Befangenheit das Salomo-Paradox nach dem König, der bekannt für seine Weisheit war, aber der bei persönlichen Entscheidungen trotzdem noch fehlte."

Grossmann und Ethan Kross von der Universität von Michigan baten ihre Studienteilnehmer, von denen alle monogam liiert waren, über einen Beziehungskonflikt nachzudenken.

Sie wurden darum gebeten, sich lebhaft ein Szenario vorzustellen, in dem entweder ihr Partner oder der Partner eines Freundes untreu gewesen war; anschließend sollten sie einige Fragen zu diesem Szenario beantworten.

Weises Nachdenken

Die Fragen waren entworfen worden, das Ausmaß weiser Überlegungen zu erschließen, wie z.B.

Die Ergebnisse der Versuche zeigten, dass Teilnehmer, die darum gebeten wurden, über den Beziehungskonflikt eines Freundes nachzudenken, klügere/weisere Antworten gaben als diejenigen, die über ihren eigenen Beziehungskonflikt nachdenken sollten.

In einem zweiten Versuch untersuchten Grossmann und Kross, ob der persönliche Abstand einen Unterschied ausmacht.

Ich- versus Dritte-Person-Perspektive

Das Verfahren war dem ersten Versuch ähnlich, aber dieses Mal wurden die Teilnehmer explizit darum gebeten, entweder eine Ich-Perspektive ("Versetzen Sie sich in diese Situation!") oder eine Dritte-Person-Perspektive ("Versetzen Sie sich in die Situation Ihres Freundes!") einzunehmen, während sie über den Konflikt nachdachten.

Die Ergebnisse unterstützten den ersten Versuch: Teilnehmer, die über ihren eigenen Beziehungskonflikt aus einer Ich-Perspektive nachdachten, zeigten weniger kluge Überlegungen als diejenigen, die über die Beziehung eines Freundes nachdachten.

Doch, die Perspektive eines Außenstehenden einzunehmen, schien diese emotionale Verzerrung zu beseitigen: Teilnehmer, die über ihren eigenen Beziehungskonflikt mit den Augen eines Freundes nachdachten, waren genau so klug, wie jene, die über einen Konflikt eines Freundes nachdachten.

Weisheit kommt mit dem Alter?

Interessanterweise bestätigte sich in einem dritten Versuch beim Vergleich der Daten von jüngeren Erwachsenen (Alter 20-40) mit denen älterer Erwachsener (Alter 60-80) nicht der Spruch: "Weisheit kommt mit dem Alter". Die älteren Teilnehmer zeigten nämlich nicht klügere Überlegungen hinsichtlich ihrer eigenen Beziehungskonflikte als die jüngeren Teilnehmer.

Zusammen legen diese Befunde nahe, dass die Distanzierung vom eigenen persönlichen Problem - indem man eine Beobachtungsposition einnimmt - der Schlüssel zu weisen Entscheidungen sein kann.

"Wir sind die Ersten, die zeigen konnten, dass es einen einfachen Weg gibt, diese emotionale Befangenheit bei den Überlegungen zu lösen. Wir können unsere Beziehungsprobleme besser lösen, wenn wir über uns in der dritten Person sprechen und unseren Namen dabei benutzen", sagte Grossmann.

"Wenn wir diese Strategie anwenden, sind wir wahrscheinlicher imstande, weise(r) über eine Angelegenheit nachzudenken."

© PSYLEX.de - Quelle: Association for Psychological Science/Universität von Waterloo, Juni 2014

Beziehungssorgen können krank machen

Sich in einer Ehe unsicher und häufig besorgt fühlen, kann tatsächlich der Gesundheit schaden, sagt eine neue Forschungsstudie.

Die Gefühle können die Produktion von Stresshormonen ankurbeln und Ihr Immunsystem schlechter arbeiten lassen, sagen die Wissenschaftler.

Beziehungsängste lassen Cortisolproduktion steigern

In ihrer Studie hatten verheiratete Paare, die oft um ihre Beziehung besorgt waren - z.B. ob der Partner einen noch wirklich liebt, eine größere Menge des Stresshormons Cortisol und weniger T-Zellen (erfüllen im Immunsystem eine wichtige Aufgabe um Infektionen abzuwehren), sagte Hauptautorin Lisa Jaremka.

Langfristige Gesundheitsfolgen

Beziehungssorgen und Gesundheit
Beziehungssorgen und Gesundheit

"Diese Sorgen um Ablehnung und ob der Partner sich wirklich um Sie kümmert, haben physiologische Folgen, die langfristig negativ die Gesundheit beeinflussen können", sagte Jaremka, vom Ohio State University's Institute for Behavioral Medicine Research.

Jaremka sagte, dass nicht die 'normalen' hin-und-wieder Befürchtungen gemeint seien. "Jeder hat diese Gedanken und Gefühle manchmal", sagte sie. "Sie sind ein natürlicher Teil einer Beziehung".

Aber bei großen Ängsten bzw. Sorgen, fügte sie hinzu, kann es zu einer chronischen Sache werden. Jaremka studierte 85 Paare, die im Durchschnitt mehr als 12 Jahre verheiratet waren. Das durchschnittliche Alter war 39. Alle Partner berichteten von ihrer allgemeinen Angstausprägung und ihren Symptomen und beantworteten Fragen über ihre Ehe und über ihre Schlafqualität.

Die Paare waren im Allgemeinen gesund. Paare mit Ehefrauen, die ein Baby erwarteten, oder die zuviel Alkohol oder Koffein tranken oder Gesundheitsprobleme hatten, die das Immunsystem beeinflussten, wurden alle ausgeschlossen.

Weniger T-Zellen und mehr Cortisol

Die Paare gaben Speichelproben über drei Tage hinweg und ließen sich zweimal das Blut entnehmen. So maß das Forscherteam das Cortisol und die T-Zellen.

Teilnehmer mit größeren Ängsten hinsichtlich ihrer Ehe produzierten etwa 11 Prozent mehr Cortisol als jene mit niedrigeren Angstleveln. Ehegatten mit höheren Angstleveln hatten zwischen 11 und 22 Prozent weniger T Zellen als jene mit weniger Angst.

Jaremka sagte, dass die zwei Befunde wahrscheinlich miteinander verbunden sind, weil Cortisol die Produktion von T-Zellen behindern kann.

© PSYLEX.de - Quelle: Psychological Science

Rückzug oder Erwartung, dass der Partner Gedanken liest, gefährden Beziehung

12.01.2015 Wenn wir erwarten, dass unser Partner unsere Gedanken hinsichtlich dessen - was uns verletzt hat - lesen können sollten, oder wenn wir uns während eines Konflikts zurückziehen, kann dies die Beziehung negativ beeinflussen.

Verhaltensstrategien für Rückzug aus Beziehung

Keith Sanford von der Baylor Universität sagte, dass diese beiden Verhaltensstrategien die häufigsten sind, um sich in einer Beziehung zurückzuziehen; beide können - jedoch auf unterschiedliche Weise und aus verschiedenen Gründen - schädlich sein.

Entzug

Ent- bzw. Rückzug ist am problematischsten für Beziehungen, sagte Sanford. Es ist eine defensive Taktik, die die Leute anwenden, wenn sie sich angegeriffen fühlen, und es gibt eine direkte Verbindung zwischen Rückzug und einer geringeren Zufriedenheit insgesamt mit der Beziehung.

Passive Immobilität oder der Partner als Gedankenleser

Passive Immobilität bzw. die Erwartung, dass der Partner die Gedanken von einem lesen kann, ist eine von Personen angewandte Taktik, wenn sie sich in einer Beziehung ängstlich fühlen, und sie macht es für Paare besonders schwierig, Konflikte zu lösen. Aber, so Sanford in der Zeitschrift Psychological Assessment, diese Taktik sei nicht so schädlich wie Rückzug.

Rückzug beeinflusst nicht unbedingt, ob ein Paar einen Konflikt lösen kann. Doch zu erwarten oder zu hoffen, der Partner könne Gedanken lesen, hat einen direkten Einfluss auf die Fähigkeit des Paars, die Angelegenheit zu klären.

Die Forscher führten drei Studien mit knapp 3.000 verheirateten oder mit einem Partner zusammenlebenden Personen durch und befragten sie zu ihren Beziehungen und Beziehungsproblemen, bzw. Konfliktverhalten.

Problemvermeidungsverhalten

Sich zurückzuziehen, wenn ein Partner kritisiert oder sich beklagt, ist ein Problemvermeidungsverhalten (siehe auch Vermeidungsverhalten); eine wahrgenommene Bedrohung wird vermieden, und das Verhalten ist ein Merkmal für Unzufriedenheit. Fast jeder tut das hin und wieder, aber man sieht mehr davon in unzufriedenen Beziehungen, sagte Sanford.

Rückzugsverhalten bei Langeweile oder Gleichgültigkeit

Die Teilnehmer berichteten öfter über Rückzugsverhalten, wenn sie gelangweilt oder gleichgültig waren. Es existierte der Wunsch, Autonomie, Kontrolle und Distanz aufrechtzuerhalten, sagte Sanford.

Inzwischen werden diejenigen, die vom Partner erwarten, dass sie wissen was los ist (ohne es ihnen gesagt zu haben), ängstlich, und fühlen sich eher vernachlässigt statt bedroht.

Sie sorgen sich darüber, ob ihr Partner Sie überhaupt noch liebt, und das ist mit dem Gefühl der Vernachlässigung verbunden. Sie fühlen sich traurig, verletzt und verwundbar, sagte Sanford.

Teufelskreis

Konflikte, in denen ein Partner erwartet, dass der andere die Gedanken lesen kann, führen mit größerer Wahrscheinlichkeit zu negativer Kommunikation und Verärgerung, und daraus kann ein Teufelskreis entstehen.

Oft gibt es einen Partner, der sich zurückzieht, und der andere stellt Forderungen. Je mehr dieser dann fordert und klagt, desto mehr zieht sich der andere zurück usw., erklärt Sanford.

Wenn dieses Verhalten auftritt, sollten es beide erkennen und eine Alternative finden - einen konstruktiveren, höflicheren Ansatz, um den Konflikt zu lösen, sagte er. "Und manchmal ist das leichter gesagt als getan."

© PSYLEX.de - Quellen: Baylor Universität, Psychological Assessment; Jan. 2015

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