Psychedelische Drogen (Halluzinogene) gegen häusliche Gewalt

Weniger häusliche Gewalt durch Psychedelika?

06.06.2018 In einer neuen im Journal of Psychopharmacology veröffentlichten Studie konnten Psychologen zeigen, dass Männer, die in der Vergangenheit psychedelische Drogen (Psychedelika) konsumierten, weniger häusliche Gewalt gegen ihre Lebensgefährtinnen ausübten.

Obwohl der Konsum bestimmter Drogen wie Alkohol, Methamphetamin oder Kokain mit erhöhter Aggression und Partnergewalt verbunden ist, scheint der Konsum von Psychedelika den gegenteiligen Effekt zu haben, sagt die Studienautorin Michelle Thiessen vom Fachbereich Klinische Psychologie von der Universität British Columbia.

beziehung-streit
Bild: Gerd Altmann

Männer, die psychedelische Drogen - auch Halluzinogene genannt - ein oder mehrere Male benutzt hatten, waren weniger wahrscheinlich häuslich gewalttätig - die Wahrscheinlichkeit für körperliche Gewalttätigkeiten reduzierte sich um fast die Hälfte gegenüber denjenigen männlichen Befragten, die keine Psychedelika in ihrem Leben eingenommen hatten, schreiben die Psychologinnen.

Bei Frauen konnte solch ein Zusammenhang nicht festgestellt werden.

Die Studie deutet daraufhin, dass diese Effekte auch für die allgemeine Bevölkerung gelten könnten.

LSD, Psilocybin

Thiessen und Kollegen analysierten die Daten aus einer anonymen Online-Umfrage mit 1.266 Personen.

Die Befragten sollten über ihren lebenslangen Konsum von Lysergsäurediethylamid (LSD) und Psilocybin (Magische Pilze) berichten und dann einen Fragebogen ausfüllen, der mehrere Aspekte ihrer Emotionsregulation bewertete.

Die bisherige Forschung hat einen klaren Zusammenhang zwischen psychedelischem Drogenkonsum und reduzierter Partnergewalt gefunden, aber die Gründe für diesen Effekt blieben unklar, sagt Thiessen.

Bessere Emotionsregulation

Die aktuelle Studie fand heraus, dass eine bessere Fähigkeit, mit negativen Emotionen umzugehen, erklären könnte, warum die Konsumenten von Halluzinogenen weniger gewalttätig waren.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Journal of Psychopharmacology (2018). DOI: 10.1177/0269881118771782

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Schreiben Sie uns.

Weitere Forschung / News

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter