Burnout-Syndrom bei Lehrern

Burnout bei Lehrern verbunden mit Stress bei Schülern

27.06.2016 Die in der Fachzeitschrift Social Science & Medicine veröffentlichte Studie der University of British Columbia untersuchte die Verbindung zwischen Burnout-Syndrom bei Lehrern und den Cortisol-Werten bei Schülern, die einen biologischen Indikator für Stress darstellen.

Die Forscher analysierten die Speichel-Proben von mehr als 400 Grundschulkindern und prüften deren Cortisol-Werte. Sie fanden heraus, dass die Schüler höhere Cortisol-Werte in Klassenzimmern von Lehrern mit mehr Symptomen von Burnout oder emotionaler Erschöpfung hatten.

Höhere Cortisol-Werte ⇔ höhere Burnout-Werte

Höhere Cortisol-Werte bei Grundschülern sind mit Problemen beim Lernen und psychischen Gesundheitsproblemen verbunden.


Bild: Gerd Altmann

"Dies legt nahe, dass Stress im Klassenzimmer zwischen Schülern und ihren Lehrern übertragen werden könnte", sagte Studienautorin Eva Oberle. Die Forscher können aber nicht sagen, was zuerst da war - erhöhtes Cortisol-Niveau oder Lehrer-Burnout. "Wir denken, dass die Verbindung zwischen Schülern und Lehrern ein zyklisches Problem im Klassenzimmer darstellt."

Mögliche Erklärungen

Oberle sagte, dass ein stressendes Klassenzimmer-Klima ein Ergebnis der unzulänglichen Unterstützung für Lehrer sein könnte, was die Fähigkeit von Lehrern beeinträchtigen könnte, ihre Schüler effektiv zu leiten. Ein schlecht geleitetes Klassenzimmer kann dazu führen, dass die Bedürfnisse der Schüler nicht mehr erfüllt werden können, und es kann den Stress erhöhen. Dies kann sich in erhöhten Cortisol-Werten bei den Schülern widerspiegeln.

Alternativ könnte der Stress von den Schülern ausgehen, die schwieriger unterrichtet werden können, weil es mehr Ängstlichkeit, Verhaltensprobleme oder speziellen Bedürfnisse gibt. In diesem Szenario könnten sich Lehrer überfordert fühlen und über ein höheres Burnout-Niveau berichten.

Systemische Probleme

Die Studie weist auf die systemischen Probleme hin, mit denen Lehrer und Pädagogen konfrontiert werden, weil die Klassenzimmer größer und die Unterstützungen für Lehrer beschnitten werden, sagte Oberle.

Vergangene Studien haben bereits klar gemacht, dass der Job des Lehrers einer der anstrengendsten Berufe ist, und dass Lehrer entsprechende Mittel und Unterstützung in ihren Jobs brauchen, die sie vor Burnout schützen und den Stress im Klassenzimmer verringern, sagte Koautorin Prof. Kimberly Schonert-Reichl. "Wenn wir Lehrer nicht unterstützen, riskieren wir Kollateralschäden bei den Schülern."

© PSYLEX.de - Quellenangabe: University of British Columbia, Social Science & Medicine - DOI: 10.1016/j.socscimed.2016.04.031; Juni 2016

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