Bossing: Wenn der Chef mobbt

Psychische Probleme - Mobbing

Toxische Chefs sind schlecht für psychische Gesundheit und Arbeitsmoral

09.01.2017 Menschen, die für 'toxische' Chefs arbeiten - Führungskräfte, die psychopathische und narzisstische Charakterzüge haben, und 'Gift' für ihre Mitarbeiter sind - fühlen sich nicht nur depressiver, sondern entwickeln auch eher ein schlechtes Verhalten am Arbeitsplatz laut einer neuen Studie.

Psychologen der Universität Manchester führten drei Studien mit insgesamt 1.200 Angestellten aus verschiedenen Branchen und Ländern durch. Die Teilnehmer gaben in Fragebögen Auskunft über ihr psychisches Wohlbefinden, Auftretenshäufigkeit von Mobbing am Arbeitsplatz und die Persönlichkeit ihres Vorgesetzten.

Auswirkungen auf Angestellte

Eine Analyse der Daten ergab, dass die Teilnehmer mit einem toxischen Vorgesetzten eine geringere Arbeitszufriedenheit und höhere Werte bei den ausgewerteten Depressionspunkten hatten.

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Bild: Gerd Altmann

Die Forscher stellten auch fest, dass nicht nur die psychische Gesundheit der Angestellten litt, sondern auch kontraproduktives Arbeitsverhalten und Arbeitsplatz-Mobbing häufiger vorkam, wenn toxische Chefs das Sagen hatten.

Insgesamt ist das Bild klar: Führungskräfte, die hoch bei den Charakterzügen Psychopathie und Narzissmus punkteten, sind schlecht für Organisationen und Firmen, sagte Studienleiterin Abigail Phillips auf der jährlichen Konferenz der British Psychological Society. Diese Chefs haben ein starkes Bedürfnis nach Macht und ihnen fehlt es häufig an Empathie.

Psychopathie und Narzissmus

Diese toxische Kombination läuft bei ihnen oft auf die Ausnutzung bzw. Ausbeutung anderer hinaus, sie lassen sich die Mühen anderer gutschreiben, sind über die Maßen kritisch und benehmen sich allgemein aggressiv. Mit anderen Worten: Psychopathische, nazisstische Führungskräfte sind mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Mobber.

Diese Persönlichkeitsmerkmale (in ausgeprägter Form) sind oft bei Führungspersönlichkeiten anzutreffen; laut einer vor kurzem erschienenen Studie kommen sie bei etwa einem Fünftel des Führungspersonals vor - das entspricht in etwa der Häufigkeit wie sie bei Gefängnisinsassen auftreten.

Arbeitsplatz-Mobbing ist nicht nur offensichtlich unangenehm für das Opfer, es schafft auch ein toxisches Arbeitsumfeld für alle Beteiligten, führte sie fort. Kurz zusammengefasst: Diese schlechten Chefs haben unglückliche und unzufriedene Angestellte, die versuchen werden, ihr eigenen Vorteile aus dem Unternehmen zu ziehen und sich zu 'revanchieren', schloss die Psychologin.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Manchester, British Psychological Society; Jan. 2017

Erfahrungen, Kommentare, Fragen

Bossing vom feinsten - Liebe Mitbetroffene, wehrt Euch

17.12.2017 Kommentar von Christian:

Leider ist es nicht einfach diese Erfahrung zu machen. Nach anfänglichem herzlichen und offenen Miteinander wurde ich permanent mit Aufgaben betraut welche nicht in mein Aufgabengebiet gehörten. Vielmehr ein Befehlston wie auf dem Kaserenhof. Der Chef befindet sich oft im Ausland da er dort noch weitere Firmen betreibt, hat jedoch Kollegen, welche ebenfalls angebrüllt und geedemütigt werden beauftragt täglich telefonsichen Raport abzuliefern. Aktuell wird die Einarbeitung von neuen Kollegen in anderen Abteilungen auf mich abgewälzt. Dieses wird mir jedoch noch nicht mal mitgeteilt. Wenn was schief geht:" Sind Sie eigentlich zu blöd? Dann erkläre ich das gerne nochmals".

Die ganzen Angriffe finden zum Teil vor anderen Kollegen statt. Dadurch werden selbst gefestigte Mitarbeiter nervös und begehen dann wirklich Fehler. Viele Kollegen haben nicht die Möglichkeit sich eine andere Arbeit zu suchen, da sie nicht wirklich gut ausgebildet sind. Personal welches Ahnung hat und sich mitunter getraut zu wehren, wird damit zum potentiellen Opfer.

Die Mitarbeiter werden geködert mit Freundlichkeit und Offenheit haben jedoch, wenn die Unterschrift auf dem Vertrag steht, keine Möglichkeit mehr gegen die Angriffe. Außer sie reichen die Kündigung ein ud damit haben sie dann erst recht die Hölle auf Erden. Das ganze wurde bei mir iniziiert von Führungskräften welche komplett fachfremd sind. Da man als Familienvater eine Verpflichtung gegenüber der Familie hat teilt man sich lange nicht mit und schluckt allen Ärger runter. Solange bis man krank wird.

Chefs die so agieren müssten die Auflage erhalten dass sie niemanden mehr einstellen dürfen. Liebe Mitbetroffene, wehrt Euch und geht einfach. Lieber weniger Geld aber dafür nicht krank. Kein Chef der Welt ist es wert dass man krank wird und die Familie mitleidet. Redet mit Eurer Familie und Ihr werdet sehen dass sie sehr viel verständnisvoller sind als gedacht.

Mobbing und Bossing

09.01.2017 Kommentar von Petra:

Ich wurde ständig anders behandelt als meine Kollegen.Z.B. Personaleinsatz über Wochen nur in Spätschicht obwohl normalerweise in Wechselschicht Früh und Spät gearbeitet wird. Dafür hatte die Kollegin nur Frühschicht. Solche Personaleinsatz werden als Druckmittel eingesetzt. Nach dem Motto. Wenn Du Dich nicht so verhälst wie ich das will zeige ich Dir wer hier den längeren Arm hat. Oder man bekommt den Urlaub nicht wie man möchte oder den freien Tag wenn man was vorhat. Wenn man sich dagegen wehrt, so wie ich es getan habe dann wird erst recht gemobbt.Ich wurde dann als Springerin in eine Abteilung geschickt obwohl ich mich dort überhaupt nicht auskannte. Mittlerweile bin ich seit August krank da ich schwere Depressionen bekam und auf der Arbeit zusammenbrach. So macht man Leute krank. Das ist Körperverletzung.

09.01.2017 Kommentar von Heike:

Besonders gut funktioniert das Chefmobbing, wenn das Opfer oder die Opfer, keinen andere Arbeitsplatz finden und Existenzangst hinzu kommt.Das Opfer hat keine Chance und andere Mitarbeiter punkten noch beim Chefin, wenn sie ebenfalls noch drauf hauen. Ich habe es 10 Jahre ausgehalten. Ausgehalten weil ich keinen anderen Job bekam und auch weil es Menschen in diesem sozialen Verein gab, die meine Arbeit schätzten. Es war die Hölle. Ich bin daran zerbrochen. Es hat mich total zerschmettert und ich bin mit schwerer Depression, Panikattacken und Dissoziationen ausgestiegen, als nichts mehr ging. Ich musste EU-Rente beantragen. Als ich darauf hin kündigte waren ihre Worte: Sie haben es gut, so jung und sie haben es noch vor mir in die Rente geschafft. Solche Menschen gehören nicht in Führungspositionen sondern in die Psychiatrie.

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Schreiben Sie uns.

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