Mobbing Erfahrungen, Erfahrungsberichte

Mobbing im Kindesalter bis junge Heranwachsende Depression

29.12.2018 Kommentar von Sligo:

Unsere Tochter würde in der fünften und sechsten Klasse schwer gemobbt. Sie wurde quasi vom Klassenverband der Mädchen ausgeschlossen. Sie war die jüngste, hatte kein Interesse an Mode, sie spielte Geige und war sehr gut in der Schule. Sie wurde in der Phase fünf bis zehnten Klasse nur drei oder vier mal zum Geburtstag eingeladen, jeder Versuch such zu verabreden scheiterte. Größtes Dilemma war, dass ich sie nicht Umschulung könnte. Die Möglichkeit von einer Stadtteilschule ins Gymnasium zu wechseln blieb uns verwehrt weil die Sprachen bereits in der sechsten Klasse dies unmöglich machen.

Unsere Tochter wurde immer ängstlicher, sie frass, wurde immer lustloser. Eine Adipositas Schulung ging nach hinten los, sie wurde Magersüchtig. Weitere Verletzungen durch "Freundinnen" führten dazu sich selbst zu verletzen. Sie wurde enorm aggressiv. Cannabis kommt hinzu. Sie machte ihr MSA, brach aber ihre Schule ab und ist seit über einem Jahr nicht mehr in der Lage etwas zu machen. Nach mehreren unfreiwilligen Klinikaufenthalten wurde ihr nun Borderline diagnostiziert.

Mobbing ist ein gesellschaftlicher schwerer Delikt. Es wird aber verharmlost (besonders an Schulen) und die Täter gehen frei aus.
Wir als Familie wurden stark belastet und man fühlt sich stigmatisiert. Das Haus war früher immer voll, heute kann man darauf hoffen, dass sich jemand einfach mal meldet.

Zum Thema: Akzeptanz und Freundlichkeit helfen gegen Mobbing

In manchen Fällen vielleicht, aber nicht immer

12.08.2017 Kommentar von Janessa:

Ich selbst war immer freundlich und hilfsbereit, war selbstbewusst, habe gerne geteilt und hatte einen Haufen Freunde, mehr als 8 in meiner Klasse. Einer hatte ein Problem mit mir. Er hat es geschafft ca. 10 Jungs, die mich nicht kannten auf seine Seite zu kriegen und kurbelte so das Mobbing an. Systematisch ruinierten sie meine Freundschaften. Ich habe sofort mit meiner Mutter und den Lehrpersonen gesprochen, habe mich gewehrt. Habe es nicht "mit mir machen lassen", habe mich nicht einschüchtern lassen. Doch er bzw. sie gaben einfach keine Ruhe. Schließlich wurde ich 4 Jahre lang gemobbt, weil mich die Institution Schule und meine Mutter komplett im Stich gelassen haben. Ich endete mit einer Traumatisierung, einer Depression und einem beinahe vollzogenen Suizid.

Ich wollte damit nur sagen, dass diese "Erkenntnisse":"Das Mobbingopfer sei meistens schüchtern und ließe es sich gefallen" nicht immer wahr sind. Auch ist es nicht wahr, dass Selbstbewusstsein und Freundlichkeit immer ein "Wunderverhüter" gegen Mobbing sind.

Ich kenne auch sehr viele sehr schüchterne und auch unfreundliche Menschen, die schnell eingeschüchtert sind, aber nie zum Mobbingopfer wurden.

Dies sollten einfach ein paar (reale) Gedanken zum Thema sein.
Danke fürs Lesen.

  • Zum Thema: Bossing: Wenn der Chef mobbt
  • Bossing vom feinsten - Liebe Mitbetroffene, wehrt Euch

    17.12.2017 Kommentar von Christian:

    Leider ist es nicht einfach diese Erfahrung zu machen. Nach anfänglichem herzlichen und offenen Miteinander wurde ich permanent mit Aufgaben betraut welche nicht in mein Aufgabengebiet gehörten. Vielmehr ein Befehlston wie auf dem Kaserenhof. Der Chef befindet sich oft im Ausland da er dort noch weitere Firmen betreibt, hat jedoch Kollegen, welche ebenfalls angebrüllt und geedemütigt werden beauftragt täglich telefonsichen Raport abzuliefern. Aktuell wird die Einarbeitung von neuen Kollegen in anderen Abteilungen auf mich abgewälzt. Dieses wird mir jedoch noch nicht mal mitgeteilt. Wenn was schief geht:" Sind Sie eigentlich zu blöd? Dann erkläre ich das gerne nochmals".

    Die ganzen Angriffe finden zum Teil vor anderen Kollegen statt. Dadurch werden selbst gefestigte Mitarbeiter nervös und begehen dann wirklich Fehler. Viele Kollegen haben nicht die Möglichkeit sich eine andere Arbeit zu suchen, da sie nicht wirklich gut ausgebildet sind. Personal welches Ahnung hat und sich mitunter getraut zu wehren, wird damit zum potentiellen Opfer.

    Die Mitarbeiter werden geködert mit Freundlichkeit und Offenheit haben jedoch, wenn die Unterschrift auf dem Vertrag steht, keine Möglichkeit mehr gegen die Angriffe. Außer sie reichen die Kündigung ein ud damit haben sie dann erst recht die Hölle auf Erden. Das ganze wurde bei mir iniziiert von Führungskräften welche komplett fachfremd sind. Da man als Familienvater eine Verpflichtung gegenüber der Familie hat teilt man sich lange nicht mit und schluckt allen Ärger runter. Solange bis man krank wird.

    Chefs die so agieren müssten die Auflage erhalten dass sie niemanden mehr einstellen dürfen. Liebe Mitbetroffene, wehrt Euch und geht einfach. Lieber weniger Geld aber dafür nicht krank. Kein Chef der Welt ist es wert dass man krank wird und die Familie mitleidet. Redet mit Eurer Familie und Ihr werdet sehen dass sie sehr viel verständnisvoller sind als gedacht.

    Mobbing und Bossing

    09.01.2017 Kommentar von Petra:

    Ich wurde ständig anders behandelt als meine Kollegen.Z.B. Personaleinsatz über Wochen nur in Spätschicht obwohl normalerweise in Wechselschicht Früh und Spät gearbeitet wird. Dafür hatte die Kollegin nur Frühschicht. Solche Personaleinsatz werden als Druckmittel eingesetzt. Nach dem Motto. Wenn Du Dich nicht so verhälst wie ich das will zeige ich Dir wer hier den längeren Arm hat. Oder man bekommt den Urlaub nicht wie man möchte oder den freien Tag wenn man was vorhat. Wenn man sich dagegen wehrt, so wie ich es getan habe dann wird erst recht gemobbt.Ich wurde dann als Springerin in eine Abteilung geschickt obwohl ich mich dort überhaupt nicht auskannte. Mittlerweile bin ich seit August krank da ich schwere Depressionen bekam und auf der Arbeit zusammenbrach. So macht man Leute krank. Das ist Körperverletzung.

    09.01.2017 Kommentar von Heike:

    Besonders gut funktioniert das Chefmobbing, wenn das Opfer oder die Opfer, keinen andere Arbeitsplatz finden und Existenzangst hinzu kommt.Das Opfer hat keine Chance und andere Mitarbeiter punkten noch beim Chefin, wenn sie ebenfalls noch drauf hauen. Ich habe es 10 Jahre ausgehalten. Ausgehalten weil ich keinen anderen Job bekam und auch weil es Menschen in diesem sozialen Verein gab, die meine Arbeit schätzten. Es war die Hölle. Ich bin daran zerbrochen. Es hat mich total zerschmettert und ich bin mit schwerer Depression, Panikattacken und Dissoziationen ausgestiegen, als nichts mehr ging. Ich musste EU-Rente beantragen. Als ich darauf hin kündigte waren ihre Worte: Sie haben es gut, so jung und sie haben es noch vor mir in die Rente geschafft. Solche Menschen gehören nicht in Führungspositionen sondern in die Psychiatrie.

    Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Schreiben Sie uns.

    Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter