Mobbing und das Gehirn

Psychische Probleme - Mobbing

Welche Auswirkungen Mobbing auf das Gehirn hat

16.12.2018 Eine in Molecular Psychiatry veröffentlichte Studie zeigt, wie Mobbing die Struktur des jugendlichen Gehirns beeinflussen kann, was darauf hindeutet, dass die Auswirkungen von ständigem Mobbing mehr als nur psychologisch sind.

Strukturelle Unterschiede im Gehirn

Die Studie zeigt, dass es strukturelle Unterschiede im Gehirn von Jugendlichen geben kann, die regelmäßig Mobbingopfer werden, und dies könnte die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sie psychische Erkrankungen entwickeln. Damit legt sie als erste Studie nahe, dass chronisches Gemobbtwerden in der Jugend die psychische Gesundheit durch strukturelle Hirnveränderungen beeinflusst.

Erin Burke Quinlan vom Institut für Psychiatrie, Psychologie und Neurowissenschaft am King's College London und Kollegen analysierten Daten, Fragebogen und Hirnscans von 682 Teilnehmern aus europäischen Ländern.

Gehirnentwicklung und psychische Erkrankungen

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Bild: Putamen lila eingefärbt

Diese Teilnehmer waren Teil des Langzeitprojekts IMAGEN, das die Gehirnentwicklung und psychische Gesundheit von Jugendlichen untersuchte. Im Rahmen dieses Projekts wurden hochauflösende Gehirnscans von Teilnehmern im Alter von 14 und 19 Jahren durchgeführt.

Innerhalb dieser Zeitspanne gaben diese Teilnehmer auch an, ob und inwieweit sie gemobbt wurden. Insgesamt zeigten die Ergebnisse, dass 36 der 682 jungen Menschen chronisch gemobbt worden waren.

Die Daten dieser Teilnehmer wurden mit denen der anderen verglichen, die weniger chronisch / schwer gemobbt worden waren. Dabei wurden Veränderungen des Hirnvolumens sowie das Ausmaß von Depressionen, Ängsten und Hyperaktivität im Alter von 19 Jahren berücksichtigt.

Caudatum und Putamen

Die Befunde bestätigen und erweitern die Forschungsliteratur, die Peer-Viktimisierung mit psychischen Problemen verbindet. Aber der neuartige Befund ist, dass Mobbing mit einer Abnahme des Volumens von Teilen des Gehirns verbunden ist, die als Caudatum und Putamen (die eine Rolle bei Belohnungsempfänglichkeit, Motivation, Konditionierung, Aufmerksamkeit und emotionale Verarbeitung spielen) bezeichnet werden.

Diese Veränderungen konnten teilweise den Zusammenhang zwischen hoher Victimisierung durch Gleichaltrige und größerer allgemeiner Angst im Alter von 19 Jahren erklären.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Molecular Psychiatry (2018). DOI: 10.1038/s41380-018-0297-9

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