Stress: Einfluss der Beziehung

Enge Mutter-Tochter-Beziehung kann Stress lindern

Eine neue in der Zeitschrift Emotion veröffentlichte Studie zeigt, dass physische oder geistige Nähe zur geliebten Mutter, der Tochter in stressenden Situationen helfen kann.

Forscher der Queen's University maßen das Stressniveau von 66 Mädchen im Jugendalter während einer spontanen Rede. Vor der Rede hatten die Teilnehmerinnen und ihre Mütter die Qualität ihrer Beziehung bewertet.

Körperliche oder rein emotianale Nähe

Während der Rede zeichneten die Forscher das Stress-Niveau der Mädchen mit Hilfe der galvanischen Hautreaktion (Messung des Hautschweißes) auf.

Um die Wirkung von physisycher oder rein emotionaler Nähe festzustellen, hielten die Mütter entweder die Hand ihrer Töchter oder nicht.

Die körperliche Nähe sorgte dafür, dass die Teilnehmerinnen besser mit dem Stress klarkamen - ungeachtet dessen, wie nah sich das Mutter-Tochter-Paar stand.

Wurde der Körperkontakt jedoch aus der Gleichung entfernt, zeigten nur die Teilnehmerinnen eine Verringerung der Stressbelastung, die über eine höhere Beziehungsqualität berichteten.

Unsere Ergebnisse legen nahe, dass wir besser herausfordernden Situationen gewachsen sind, wenn wir uns vertrauten Menschen näher fühlen - sei es körperlich oder auch 'nur' rein psychisch, sagte Studienautorin Jessica Lougheed.

Teilnehmerinnen mit den schlechtesten Bewertungen der Nähe in den Mutter-Tochter-Beziehungen und diejenigen ohne Körperkontakt während der Aufgabe wurden am schlechtesten mit dem emotionalen Stress fertig.

Stress der Mütter

"Wir stellten ein wenig überrascht fest, dass der Stress der Mütter nicht durch körperliche Nähe variierte", sagte Lougheed. "Schließlich kann es belastend sein, wenn Eltern ihre Kinder bei solchen Aufgaben beobachten. Aber die Möglichkeit körperliche Nähe und Wohlbefinden zu geben, hat den Stress der Mütter wohl verringern können.

"Also hing die emotionale Teilung der Belastung in diesem Kontext nicht vom Stress-Niveau der Mütter ab. Wir denken, dass sie stattdessen auftrat, weil die Töchter wahrnahmen, wie belastend es ist, eine Rede zu halten. Das heißt, höhere körperliche und/oder Beziehungsnähe verhalf den Töchtern zum Gefühl, sie könnten die herausfordernde Situation meistern."

Generalisierung der Ergebnisse?

Ausdrücklich sagte Lougheed, dass das allgemeine Niveau der Beziehungsqualität relativ hoch in ihrer Studie war, und dass die Auswirkungen dieses Körperkontakts ganz anders in Problem-Familien ausfallen könnten.

Ob diese Ergebnisse generalisiert und auf andere Beziehungen ausgeweitet werden können - wie Beziehungspartner, platonische Freunde und andere Familienmitglieder - müsse in weiteren Studien erst herausgefunden werden.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Emotion, Queen's University; Sept. 2015

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