Stress und Emotionen

Tägliche Stressfaktoren begünstigen Geben und Empfangen von emotionaler Unterstützung bei Erwachsenen

25.02.2020 Stress hat einen schlechten Ruf. Aber neue Untersuchungen legen nahe, dass er trotz seiner negativen Nebenwirkungen auch zu einem überraschenden sozialen Nutzen führen kann.

Eine in Stress & Health veröffentlichte Studie hat herausgefunden, dass gestresste Menschen eher bereit sind, emotionale Unterstützung von anderen Personen anzunehmen und zu geben. Dies galt sowohl für den Tag, an dem sie Stress hatten, als auch für den folgenden Tag.

Stressdiagnose
Bild: Gerd Altmann (pixabay)

Susanna Joo von der Yonsei University, Seoul, South Korea, und Kollegen untersuchten die Zusammenhänge zwischen verzögerten und gleichzeitigen Alltagsstressoren und dem Engagement bei emotionaler Unterstützung.

Für die Studie befragten die Forscher acht Nächte lang jede Nacht 1.622 Teilnehmer. Sie fragten die Teilnehmer nach ihren Stressoren, und ob sie an diesem Tag emotionale Unterstützung gaben oder erhielten. Zu den Stressoren gehörten Streitigkeiten, belastende Ereignisse am Arbeitsplatz oder in der Schule und stressende Ereignisse zu Hause.

Gleichzeitige Stressfaktoren

Bei gleichzeitigen Beziehungen waren Personen, die Stress erlebten, eher bereit (mehr als doppelt so häufig), emotionale Unterstützung sowohl zu geben als auch zu empfangen - aber auch sie ausschließlich zu geben und ausschließlich anzunehmen - als Personen, die keinen Stress hatten.

Für Frauen traf dies im Vergleich mehr zu als für Männer, wenn bei ihnen am selben Tag Stressoren auftraten.

Verzögerte Stresswirkung (nach einem Tag)

Hinsichtlich der verzögerten Zusammenhänge waren sowohl Männer als auch Frauen, die am Vortag Stressoren erlebten, am nächsten Tag eher bereit, sowohl emotionale Unterstützung zu geben als auch zu erhalten, verglichen mit denjenigen, die am Vortag keine Stress erlebt hatten.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Alltagsstressoren das Geben und Empfangen von emotionaler Unterstützung auf täglicher Ebene im Erwachsenenalter erleichtert.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Stress & Health - https://doi.org/10.1002/smi.2927

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