Tod durch Stress

Psychische Probleme: hohe Belastung/Anspannung

Bei ähnlichem Stress leben Reiche länger als Arme

Leute mit Geld haben mehr Möglichkeiten Hindernisse zu überwinden als arme, sagt ein Experte. Geld kann vielleicht kein Glück kaufen, aber es kann Ihnen helfen, negative Auswirkungen von Unglück und Stress zu vermeiden.

Dies ist das Ergebnis einer neuen britischen Studie, die sagt, dass gestresste wohlhabendere Leute länger leben als gestresste ärmere Personen.

Armut und Stress ist fatal

Die Befunde zeigen, dass die Kombination von Armut und Stress "eine Bombe" ist, sagte Studienleiter Dr. Antonio Ivan Lazzarino, klinischer wissenschaftlicher Mitarbeiter am Universitätscollege London. "Diese Leute haben wirklich höhere Sterblichkeitsraten, höhere als bloß die Summe der zwei separaten Wirkungen erwarten lassen würde".

Gestresste Menschen in Armut ereilt früher der Tod

Forscher wissen schon länger, dass Stress und Armut einen hohen Zoll hinsichtlich der Länge des Lebens fordern. Die neue Forschungstudie hatte zum Ziel "sowohl Stress als auch Einkommen zu untersuchen, um zu sehen, wie ihre Kombinationen: geringer Stress - geringes Einkommen, geringer Stress - hohes Einkommen, viel Stress - geringes Einkommen, viel Stress - hohes Einkommen, die Sterblichkeit beeinflussen", sagte Lazzarino.

Die Studie zur Sterblichkeit

Bei ähnlichem Stress leben Reiche länger als Arme© Christian Hilscher

Das Forschungsdesign zeigt nicht. wie viel länger jemand leben kann, wenn er reich und gestresst ist, im Vergleich zu arm und gestresst. Und, warum reichere Leute Stress biologisch besser tolerieren können ist noch nicht klar. Auch fand die Studie nur einen Zusammenhang von Vermögen, Stress und Sterblichkeit, sie belegt keine Ursache-Wirkung-Relation.

Für die Studie prüften die Forscher eine Datenbank mit mehr als 66.500 Menschen in England, 35 Jahre und älter, zwischen 1994 und 2004. Die Teilnehmer wurden über ihre Jobs befragt - ob sie ungelernte Arbeiter waren oder leitende Aufgaben hatten, zum Beispiel - und ob sie Symptome von Angst, Depression, niedrige Zuversicht oder eine soziale Dysfunktion hatten.

Keiner hatte Krebs oder eine Herzkrankheit am Anfang der Studie, die im Durchschnitt den Teilnehmern acht Jahre folgte.

Ergebnisse und Erklärungsversuche

Die Forscher entdeckten, dass die armen und gestressten Leute früher starben.
Mehr Geld zu haben, schien als Puffer zu dienen, sogar wenn wohlhabendere Leute hohe Stressniveaus hatten. In der anderen Richtung scheint es, dass, "ein niedriges Einkommen die Nebenwirkungen von Stress verstärkte", sagte Lazzarino.

Glyn Lewis, Professor für psychiatrische Epidemiologie an der Universität von Bristol in England ist nicht von den Befunden überrascht.

Ärmere Leute haben weniger Möglichkeiten mit Stress fertigzuwerden, sagte er.

"Zum Beispiel, wenn Ihr Auto stehen bleibt, dann könnte eine wohlhabendere Person es sich leisten, ein neues Auto zu mieten, oder ihr altes Auto schnell reparieren zu lassen oder hat sogar eine Versicherung", sagte Lewis. "Es ist viel weniger stressend, wenn Sie das Geld für Alternativen haben".

Quelle: Archives of Internal Medicine, Dez. 2012

Stress und früher Tod

25.09.2014 Eine neue Studie hat herausgefunden, dass ein hoher Stresslevel mit einem früheren Tod (bei älteren Männer) verbunden ist. Dabei kann der dafür verantwortliche Stress durch chronische tägliche Ärgernisse oder eine Reihe einschneidender Lebensereignisse kommen.

"Wir schauen nach langfristigen Stress-Mustern: wenn Ihr Stressniveau chronisch hoch ist, kann es Ihre Sterblichkeit beeinflussen. Auch wenn Sie eine Reihe belastender Lebensereignisse hinter sich haben, kann dies Ihre Sterblichkeit beeinflussen", sagte Carolyn Aldwin von der Oregon State University.

Zwei verantwortliche Stressformen

Aldwin untersuchte die Auswirkungen beider Stressformen: die täglichen Ärgernisse - wie der Weg zur Arbeit, Arbeitsstress oder Streiten mit Familie und Freunden; und bedeutende Lebensereignisse, wie Arbeitsplatzverlust oder der Tod der Frau.

Sie entdeckte, dass jeder Stressor für die Gesundheit der Männer schädlich zu sein schien, aber jede Form des Stresses scheint auch einen deutlichen Einfluss auf die Sterblichkeit zu haben.

"Zum Beispiel muss jemand, der mehrere sehr belastende Ereignisse erlebte nicht unbedingt auch ein hohes Niveau täglichen Stresses erfahren", sagte Aldwin. "Dies wird eher dadurch bestimmt, wie eine Person auf den Stress reagiert."

"Es ist nicht die Anzahl der Ärgernisse, die Sie tötet, es ist die Wahrnehmung: Machen Sie eine große Sache draus oder nehmen Sie es eher gelassen", sagte Aldwin in der Zeitschrift Experimental Gerontology.
"Die Dinge zu akzeptieren, kann Sie schützen."

Stress und früher Tod
Bild: Gerd Altmann

Die Wissenschaftler untersuchten belastende Lebensereignisse und täglich auftretenden Ärger bei 1.293 Männern (zwischen 1989 und 2005) und folgten ihnen dann bis 2010.

Die Befunde

  1. Etwa 43 Prozent der Männer war am Ende der Studienperiode gestorben. Etwa ein Drittel der Männer, die über wenige besonders belastende Erfahrungen berichteten, starben, während etwa die Hälfte derjenigen starb, die über eine moderate oder hohe Anzahl besonders schwerer Erfahrungen berichtet hatten.
  2. Männer, die über wenige tägliche Probleme berichteten, hatten die niedrigste Sterblichkeitsrate (28,7 Prozent). Mit einer Anzahl von Ärgernissen im mittleren Bereich, waren am Ende der Studie knapp die Hälfte dieser Männer gestorben, während 64,3 Prozent der Männer starben, die über eine hohe Zahl täglicher Probleme berichtet hatten.

"Belastende Lebensereignisse sind schwer zu vermeiden, aber Männer können länger leben, wenn sie ihre Einstellung zu den täglichen Ärgernissen kontrollieren können, wie bei einer langen Warteschlange im Supermarkt oder im Stau auf dem Nachhauseweg", sagte Aldwin. Der Umgang mit dem Stress, das Stressmanagement ist wichtig.

© PSYLEX.de - Quelle: Experimental Gerontology / Oregon State University, September 2014

Erfahrungen, Kommentare, Fragen

25.09.2014 - re: Stress und früher Tod - Kommentar von honigbiene:

Ja, das kann ich bestätigen. Der Mann meiner Schwester ist recht früh (50) an einem Herzinfarkt gestorben. Und er war eher der cholerische Typ der sich wegen jeden Kleinkram aufregte. Ansonsten hatte er keine besonders schlimmen Sachen erlebt...aber er regte sich mehrmals am Tag wegen kleinen Sachen auf. Wir haben ihn deswegen oft 'aufgezogen', aber für ihn war es wohl ziemlich ernst jedes Mal.

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