Technostress

Psychische Probleme: hohe Belastung/Anspannung

'Technostress' durch Smartphones

28.08.2015 Bestimmte Persönlichkeitsmerkmale machen anfälliger

Fühlen Sie sich durch Ihr Smartphone gestresst? Es könnte an Ihrer Persönlichkeit liegen (aber auch an Ihrem Gerät) laut einer aktuellen in der Zeitschrift Behaviour & Information Technology veröffentlichten Studie.

Studienautor Yu-Kang und Kollegen von der Sun-Yat-sen-Nationaluniversität, Taiwan, untersuchten die Beziehung zwischen verschiedenen Persönlichkeitseigenschaften (vor allem bei jüngeren Nutzern), den benutzten Telefonen und dem Ausmaß an erlebten Technostress der Teilnehmer.

Sie stellten fest, dass folgende Merkmale den Stress durch moderne Telefone erhöhten:

smartphone-stress
Bild: Gerd Altmann

Kontrollüberzeugung

Die erste untersuchte Eigenschaft war die Kontrollüberzeugung, die die Autoren als 'das Ausmaß, mit dem jemand glaubt, dass seine Handlungen seine Erfolge, Verdienste bestimmen' definierten. Da Smartphones die Linie zwischen Zuhause und Arbeit verwischen, Multitasking und konstantes Überprüfen bzw. 'Checken' fördern, fanden die Autoren es nicht überraschend, dass Smartphones eine größere Quelle für Technostress darstellten als traditionelle Mobil-Telefone.

Dies ist auch schon als "hilfreich-stressender Kreislauf" bekannt: Ein Smartphone wird zur Arbeitserleichterung angeschafft und entpuppt sich dann als Stress-auslösendes Gerät und wird zum täglichen 'Fluch'.

Soziale Interaktionsangst

Die zweite Eigenschaft ist die 'soziale Interaktionsangst' (auch Angst vor zwischenmenschlichen Beziehungen). Da Menschen mit größerer Angst vor sozialer Interaktion wahrscheinlicher vom Internet der sozialen Vernetzung abhängig sind, leiden sie auch eher unter negativen Nebenwirkungen des übermäßigen Gebrauchs - inklusive Stress, der durch wiederholtes 'Checken' des Smartphones und durch Internetsucht verursacht wird.

'need for touch'

Das dritte Merkmal ist 'need for touch' (das ausdrückliche Bedürfnis nach Berührungen), das bei vielen Leuten durch das konstante Herumspielen an ihren Smartphones befriedigt wird - dieses Problem haben Handy-Nutzer nicht.

Tatsächlich kann das Berühren des Smartphones fast zwanghaft werden und ist eine weitere Quelle für Technostress für die Nutzer.

Materialismus

Der letzte Eigenschaft - Materialismus - schien die einzige zu sein, die größeren Technostress bei Besitzern von traditionellen Telefonen verursachte als bei denen mit Smartphones.

Der Grund ist nicht klar, aber die Autoren schlagen vor, dass Benutzer von schicken Smartphones vielleicht schon die 'Höchstgrenze' in Bezug auf ihre eigenen materiellen Begierden erreicht haben, und deshalb auch bereits 'diesen Stress' hinter sich haben.

Wir wissen also jetzt, dass bestimmte Persönlichkeitseigenschaften Menschen für Technostress anfälliger machen und Angehörige der Gesundheitsberufe können die Betroffenen besser ausmachen und ihnen helfen, sagen die Forscher. Diese neue Forschungsarbeit kann schließlich auch einzelnen Benutzern helfen: Die Autoren empfehlen Personen mit einem hohen Technostress-Niveau und den 'entsprechenden psychologischen Merkmalen', ihren Smartphone- bzw. Handygebrauch zu reduzieren, was wahrscheinlich ein guter Rat für uns alle ist.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Sun-Yat-sen-Nationaluniversität, Behaviour & Information Technology; August 2015

Technikstress durch soziale Medien kann zu Social-Media-Sucht führen

31.08.2019 Social-Networking-Sites wie Facebook und Instagram sind dafür bekannt, dass sie Stress bei den Nutzern verursachen - bekannt als Technostress durch soziale Medien. Wenn man sich mit einem solchen Technikstress konfrontiert sieht - anstatt ihn abzuschalten oder die sozialen Medien weniger zu nutzen - bewegt man sich von einem Aspekt der Social-Media-Plattformen zum anderen.

Dabei flieht man vor den Ursachen des Stresses, ohne das Medium zu verlassen, auf dem er entstanden ist.

Ablenkung und Abwechslung

Die Erforschung der Gewohnheiten von 444 Facebook-Nutzern ergab, dass sie zwischen Aktivitäten wie dem Chatten mit Freunden, dem Scannen von Nachrichtenfeeds und dem Veröffentlichen von Updates wechselten, wenn die jeweiligen Aktivitäten Stress verursachten.

Dies führte zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit der Entwicklung einer Technologieabhängigkeit, wenn sie die verschiedenen Elemente der Plattform über einen größeren Zeitraum nutzten.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Nutzer auf der Facebook-Plattform Ablenkung und Abwechslung suchten als Bewältigungsmechanismus für den Technostress, der durch dieselbe Plattform verursacht wurde, anstatt ihn abzuschalten und eine andere Aktivität auszuüben.

Zwei verschiedene Wege, um mit dem Technostress umzugehen

Das Forscherteam untersuchte verschiedene Formen von Technostress, die durch die Nutzung von Social Media verursacht wurden, wobei die Nutzer das Gefühl hatten, dass die sozialen Medien in ihr persönliches Leben eindrangen, ihr Nutzerverhalten an das ihrer Freunde anpassten, übermäßige soziale Anforderungen und zu viele soziale Informationen erlebten, und sich mit ständigen Veränderungen und Updates der sozialen Netzwerke konfrontiert sahen.

Monideepa Tarafdar von der Lancaster Universität untersuchten ferner zwei verschiedene Wege, um mit dem Technostress umzugehen. Die erste umfasste Benutzer, die eine Ablenkung durch die Teilnahme an anderen Aktivitäten außerhalb von Social Media herstellten, was der offensichtlichere Weg ist. Sie 'klinkten' sich aus, sprachen mit Freunden oder der Familie über Probleme, die sie hatten, und verbrachten weniger Zeit auf der Plattform.

Technostress kann zur Abhängigkeit von den sozialen Medien führen

Die andere Methode (dem Technostress zu begegnen) bestand jedoch in der Ablenkung durch verschiedene Aktivitäten innerhalb desselben Social-Network selbst und potenziellerweise auf dem Weg zu einer Social-Network-Sucht. Diese Methode war bei denjenigen Social-Media-Nutzern weit verbreitet, die die Seiten häufiger nutzten, schließen die Studienautoren.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Information Systems Journal - DOI: 10.1111/isj.12253

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Schreiben Sie uns.

Ähnliche Artikel, News aus der Forschung

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter

Akzeptieren

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren