Entscheidungen auf leeren Magen

Entscheidungsfindung - Biologische / Allgemeine Psychologie

Psychologen empfehlen: Treffen Sie keine wichtigen Entscheidungen, wenn Sie hungrig sind

16.09.2019 Wie verändert sich unsere Entscheidungsfindung bei psychologisch oder physiologisch unerwünschen Zuständen - die z.B. durch Hunger verursacht werden?

Es gibt Belege dafür, dass ein leerer Magen die Empfänglichkeit für Belohnungen in Form von Nahrung erhöht und die Entscheidungen in Richtung kleinerer, aber früherer Belohnungen für Nahrungsmittel drängt, statt auf größere, aber spätere Belohnungen zu warten. Aber verändert ein nüchterner Magen die Entscheidungsfindung hinsichtlich Non-Food-Artikel?

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Bild: Ryan McGuire

Die von Jordan Skrynka und Benjamin Vincent vom Fachbereich Psychologie der Universität Dundee durchgeführte Studie ergab, dass der Hunger die Entscheidungsfindung der Menschen erheblich verändert, ungeduldiger macht und man begnügt sich eher mit einer kleinen früheren Belohnung als eine größere, zu einem späteren Zeitpunkt versprochene, zu wählen.

Hunger verändert Entscheidungsfindung

Die Teilnehmer des Experiments wurden zu Nahrungsmittel, Geld und anderen Belohnungen befragt, während sie satt und als sie hungrig waren.

Während es vielleicht nicht verwunderlich ist, dass sich hungrige Teilnehmer eher mit kleineren Nahrungsmittelanreizen zufriedengaben, die sie früher erhielten, veränderte Hunger tatsächlich auch die Präferenzen für Belohnungen, die nichts mit Nahrung zu tun haben.

Dies deutet darauf hin, dass eine Zurückhaltung bei der Verschiebung der Befriedigung auf andere Arten von Entscheidungen, wie finanzielle und zwischenmenschliche Entscheidungen, übertragen werden kann. Hunger kann also die Präferenzen auf eine Weise beeinflussen, die man nicht unbedingt vorhersagen kann, schreiben die Psychologen.

Es besteht auch die Gefahr, dass Menschen, die aufgrund von Armut Hunger leiden, Entscheidungen treffen, die ihre Situation etablieren.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Psychonomic Bulletin & Review - DOI: 10.3758/s13423-019-01655-0

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