Lügen - Hinweise, Anzeichen, Indikatoren

Allgemeine Psychologie - Sozialpsychologie - Kognitionspsychologie

Hinweise darauf, dass Menschen lügen, sind oft irreführend

14.10.2018 Die verbalen und körperlichen Anzeichen von Lügen sind schwerer zu erkennen, als viele Menschen glauben laut einer im Fachblatt Journal of Cognition veröffentlichten Studie.

Tests zeigen, dass Menschen in der Lage sind, häufig gezeigte Hinweise - wie Zögern und Handgesten - zu erkennen, aber diese Zeichen werden häufiger produziert, wenn jemand die Wahrheit sagt.

Lügner unterdrücken Signale

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Bild: Gerd Altmann

Lügner sind auch darin geschult, diese Signale zu unterdrücken, um eine Erkennung zu vermeiden, fanden die Forscher heraus.

Die Psychologen benutzten ein interaktives Spiel, um die Sprachtypen und Gesten zu beurteilen, die Sprecher beim Lügen produzieren, und welche Hinweise Zuhörer als Belege dafür interpretieren, dass eine Aussage falsch ist.

Die Forscherin Jia Loy vom Fachbereich Psychologie der Universität Edinburgh entwickelte ein computergestütztes Zwei-Personen-Spiel, bei dem 24 Spielerpaare nach Schätzen suchten. Es stand den Spielern frei, nach Belieben zu lügen.

Die Forscher kodierten mehr als 1.100 Äußerungen von Sprechern gegen 19 mögliche Hinweise auf Lügen - wie z.B. Sprachpausen, Änderungen der Sprachgeschwindigkeit, Blickrichtungswechsel und Augenbrauen-Bewegungen.

Zeichen wurden effizient identifiziert

Die Anzeichen wurden analysiert, um zu sehen, welche vom Zuhörer identifiziert wurden und welche Indikatoren eher produziert wurden, wenn man eine Unwahrheit erzählte.

Das Team stellte fest, dass die Zuhörer diese häufigen Zeichen effizient erkennen konnten.

Die Zuhörer beurteilen innerhalb weniger Hunderstel Millisekunden nach der Begegnung mit einem Indikator, ob etwas wahr ist.

Lügen-Indikatoren weisen eher auf die Wahrheit

Die Psychologen fanden jedoch heraus, dass die üblichen Hinweise für das Erzählen von Lügen eher genutzt wurden, wenn der Sprecher die Wahrheit sagte.

Die Wissenschaftler sagen, die Studie helfe, die psychologische Dynamik der Täuschung zu verstehen.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass wir starke Voreingenommenheiten über das mit dem Lügen verbundene Verhalten haben, auf das wir beim Zuhören fast instinktiv reagieren. Allerdings produzieren wir diese Hinweise nicht unbedingt, wenn wir lügen, vielleicht weil wir versuchen, sie zu unterdrücken, schließen die Psychologen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Journal of Cognition - DOI: 10.5334/joc.46

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