Mittagsschlaf und das Denkvermögen

Studie zeigt: Mittagsschlaf kann zu besserer geistiger Beweglichkeit führen

01.02.2021 Ein regelmäßiger Mittagsschlaf kann mit einer besseren geistigen Beweglichkeit verbunden sein laut einer in General Psychiatry veröffentlichten Studie.

Es scheint mit einer besseren Standortwahrnehmung, verbalen Gewandtheit und einem besseren Arbeitsgedächtnis verbunden zu sein, schreiben die Forscher.


Bild: pixabay

Mit zunehmendem Alter ändern sich die Schlafgewohnheiten der Menschen, und Mittagsschläfchen werden immer häufiger. Aber die bisher veröffentlichte Forschung ist sich nicht einig darüber, ob Mittagsschläfchen helfen, den kognitiven Verfall und die Demenz bei älteren Menschen abzuwehren, oder ob sie ein Symptom der Demenz sein könnten.

Eine aktuelle Forschungsarbeit untersuchte dies an 2.214 scheinbar gesunden Menschen, die mindestens 60 Jahre alt waren und in mehreren großen Städten Chinas lebten, darunter Peking, Shanghai und Xian.

Insgesamt 1.534 von ihnen hielten einen regelmäßigen Mittagsschlaf, während 680 dies nicht taten. Alle Teilnehmer unterzogen sich einer Reihe von Gesundheitschecks und kognitiven Untersuchungen, einschließlich des Mini Mental State Exam (MMSE), um auf Demenz zu prüfen.

Die durchschnittliche Dauer des nächtlichen Schlafs betrug in beiden Gruppen etwa 6,5 Stunden.

Mittagsschläfchen wurden definiert als Perioden von mindestens fünf aufeinanderfolgenden Minuten Schlaf, aber nicht mehr als 2 Stunden, und wurden nach dem Mittagessen gehalten. Die Teilnehmer wurden gefragt, wie oft sie während der Woche ein Nickerchen am Nachmittag machten; dies reichte von einmal pro Woche bis zu täglich.

Besseres Denkvermögen der Mittagsschläfer

Die Demenz-Screening-Tests umfassten 30 Items, die verschiedene Aspekte kognitiver Fähigkeiten und höherer Funktionen maßen, darunter visuell-räumliche Fähigkeiten, Arbeitsgedächtnis, Aufmerksamkeitsspanne, Problemlösungsvermögen, Orientierung und verbale Gewandtheit.

Die MMSE-Werte für die kognitive Leistungsfähigkeit waren bei den Mittagsschläfern signifikant höher als bei denjenigen, die kein Nickerchen machten. Und es gab signifikante Unterschiede bei der Orientierung, der verbalen Gewandtheit und dem Gedächtnis.

Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, kann keine Ursache-Wirkungsbeziehung festgestellt werden. Außerdem gab es keine Informationen über die Dauer oder den Zeitpunkt des Mittagsschlafs, was wichtig sein könnte.

Aber es gibt einige mögliche Erklärungen für die gefundenen Beobachtungen, sagen die Forscher.

Mittagsschlaf: eine evolutionäre Reaktion auf Entzündungen

Eine Theorie ist, dass Entzündungen ein Vermittler zwischen Mittagsschlaf und einer schlechten Gesundheit sind; entzündliche Substanzen spielen eine wichtige Rolle bei Schlafstörungen, bemerken die Forscher um Han Cai vom The Fourth People's Hospital of Wuhu.

Schlaf reguliert die körpereigene Immunreaktion, und man nimmt an, dass Mittagsschlaf eine evolutionäre Reaktion auf Entzündungen ist; Menschen mit höheren Entzündungswerten machen auch häufiger ein Nickerchen, erklären die Forscher.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: General Psychiatry, DOI: 10.1136/gpsych-2020-100361

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