Emotionen im Gehirn

Emotionspsychologie

Gefühle und Synchronität der Gehirne

Gefühle können sehr ansteckend sein.

Neue Forschungsergebnisse der Aalto Universität und des Turku PET Centre berichten, dass sich die Gehirne von Menschen über die Emotionen synchronisieren können.

Die Ergebnisse sagen, dass dies im besonderen Maße eintrifft, wenn es zu deutlich unangenehmen Gefühlen kommt.

Die Forscher sahen sich an, wie Emotionen oft von anderen übernommen werden, so z.B., wenn man zurücklächelt oder grinst, nachdem man angelächelt wurde.

Lächeln verbessert soziale Interaktion

Es wurde beobachtet, dass dieses Verhaltens die soziale Interaktion einer Gruppe unterstützen kann, die eine gemeinsame Stimmung teilten.

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Bild: Synchronität von Emotionen

So verarbeiten deren Individuen und Gehirne die Informationen auf eine ähnliche Weise - und die neue Forschungsstudie - herausgegeben in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America - behauptet, dass stark erregende Erlebnisse zu einer synchronisierten Aktivität in den 'vernetzten' Gehirnen führen können, und Aufmerksamkeit, Sehvermögen und Tastsinn verbessern können.

Lauri Nummenmaa von der Aalto Universität erklärt: Diese Emotionen zu teilen, hilft, das Verständnis des Verhaltens und der Absichten einer anderen Person zu erleichtern.

Synchronität im Verhalten

Dr. Roddy Cowie, Psychologe der Queen's University Belfast, kommentiert: Es ist eine aufregende Zeit für Forschung zu sozialen Interaktionen. Wir finden heraus, dass mathematische Konzepte, wie z.B. Synchronität auf vielen Ebenen angewandt werden können: z.B. beim verbalen Verhalten, non-verbalen Verhalten, Emotionen, Intentionen, und in dieser Studie bei den Zuständen des Gehirns.

Das erlaubt uns zu erahnen, wie menschliche Arten bzw. Vorfahren sich zusammentaten, bevor sie Sprache entwickelten, und ohne diese Basis, hätten Menschen weder eine Sprache noch symbolische Gedanken, sagte er.

Dr. Cowies eigene Arbeit befasst sich mit Synchronität in Musik und Konversation.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: University of Warwick. Juni 2012

Verarbeiten Frauen Emotionen im Gehirn anders?

Biochemische Belege einer neuen in Psychoneuroendocrinology veröffentlichten Studie können die unterschiedlichen emotionalen Reaktionen zwischen Frauen und Männern erklären.

Emotionale Sensibilität

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Bild: Gerd Altmann

"Nicht jeder ist gleich anfällig für psychische Erkrankungen", sagte Studienleiterin Adrianna Mendrek von der University of Montreal. "Eine stärkere emotionale Reaktionsfähigkeit bei Frauen kann viele Dinge erklären wie z.B., dass sie zweimal so häufig unter Depression und Angststörung leiden wie Männer."

Die Wissenschaftler wollten untersuchen, ob das weibliche Gehirn anders arbeitet als das männliche, und ob diese Unterschiede durch psychologische (männliche und weibliche Eigenschaften) oder endokrinologische (hormonelle Variationen) Faktoren beeinflusst werden.

Gehirnaktivitäten bei negativen Emotionen

Die Forscher betrachteten die Gehirnaktivitäten von 46 gesunden Teilnehmern (mit 25 Frauen) mit Gehirnscans, während diese - positive, negative oder neutrale Emotionen hervorrufene - Bilder betrachteten.

Vorher war ihnen Blut zur Feststellung der Hormonspiegel (z.B. Östrogen, Testosteron) entnommen wurden.

Die Forscher stellten fest, dass die subjektiven Bewertungen der negativen Bilder bei Frauen höher als bei den Männern lagen. Ein höherer Testosterospiegel war mit einer niedrigeren Sensibilität, stärkere feminine Eigenschaften (ungeachtet des Geschlechts der getesteten Teilnehmer) mit einer höheren Empfindlichkeit verbunden.

Und während dorsomedialer präfrontaler Cortex (dmPFC) und Amygdala der rechten Hemisphäre beim Betrachten der Bilder sowohl bei Männern als auch bei Frauen aktiviert waren, zeigte sich die Verbindung zwischen Amygdala und dmPFC bei Männern stärker als bei Frauen, und je mehr diese beiden Bereiche interagierten, desto geringer war die Sensibilität auf die Bilder.

"Dieser letzte Punkt ist die wichtigste und originellste Beobachtung unserer Studie", sagte Koautorin Stéphane Potvin.

Die Amygdala ist eine Gehirnregion, die als Bedrohungsdetektor auftritt, und aktiviert wird, wenn eine Person furchteinflössenden oder traurigmachenden Abbildungen ausgesetzt wird, während das dmPFC mit kognitiven Prozessen verbunden ist (z.B. Wahrnehmung, Emotionen, logisches Denken) zusammen mit sozialen Interaktionen.

Männer eher analytisch bei negativen Emotionen

Eine stärkere Verbindung zwischen diesen Bereichen bei Männern legt nahe, dass sie einen stärkeren analytischen als emotionalen Ansatz haben, wenn sie mit negativen Emotionen umgehen, fügte Potvin hinzu.

Es scheint so, dass Frauen sich mehr auf die durch diese Stimuli generierten Gefühle fokussieren, während Männer bezüglich negativer Emotionen ein wenig 'passiver' bleiben, und versuchen, die Reize und ihre Wirkung zu analysieren, sagte sie.

Biologisch u. psychologisch wirkende Faktoren

Diese Verbindung zwischen dem limbischen System und dem präfrontalen Cortex scheint vom Testosteronspiegel - dem männlichen Hormon - beeinflusst zu werden, das dazu tendiert, diese Verbindung zu stärken, aber auch von der individuellen Ausprägung von Maskulinität und Femininität.

Es gibt also sowohl biologische als auch kulturelle Faktoren, die unsere Empfindlichkeit auf negative Situationen in Bezug auf Emotionen beeinflussen, sagte Mendrek.

"Wir sehen uns nun an, wie das Gehirn von Männern und Frauen je nach Typ der negativen Emotion reagiert, (z.B. Angst, Traurigkeit, Wut) und die Rolle des Menstruationszyklus bei dieser Reaktion."

© PSYLEX.de - Quellenangabe: University of Montreal, Psychoneuroendocrinology; Sept. 2015

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