Angst (Blutdruck und Bluthochdruck)

Angst-Psychologie

Warum chronische Angst (Angststörung) das Risiko für Bluthochdruck und Herzerkrankungen erhöht

05.05.2018 Die sympathische Nervenaktivität zu den Blutgefäßen des Skelettmuskels - eine Funktion des Nervensystems, die den Blutdruck reguliert - erhöht sich während des physiologischen und mentalen Stresses bei Menschen mit chronischer Ängstlichkeit (krankhaft: Angststörung) laut einer im Journal of Neurophysiology veröffentlichten Studie.

Im Laufe der Zeit kann diese Reaktion das Risiko für Bluthochdruck und Herzerkrankungen erhöhen.

Seth W. Holwerda von der Universität Iowa und Kollegen untersuchten die Reaktionen von zwei Gruppen von Freiwilligen, nachdem sie physiologisch und psychisch unter Stress gesetzt wurden.

Reaktionen auf Stress

blutdruck
Bild: Kai Stachowiak

Eine Gruppe der Teilnehmer war chronisch ängstlich - gemessen durch standardisierte Skalen zur Messung von Angst und Depressivität. Die Kontrollgruppe war nicht krankhaft ängstlich. Das Forscherteam legte die Hände der Freiwilligen für zwei Minuten in ein Eiswasserbad, um ihre Reaktionen auf physiologischen Stress zu untersuchen.

Nach einer kurzen Erholungsphase sollten die Teilnehmer einfache mathematische Probleme so schnell wie möglich für vier Minuten bearbeiten, um mentalen Stress zu induzieren. Vor Beginn jedes Tests gaben die Forscher den Teilnehmern einen zweiminütigen "Warn-Countdown".

Das sympathische Nervensystem

Die Wissenschaftler führten eine winzige Mikroelektrode in einen Nerv in der Nähe der Rückseite des Knies der Teilnehmer ein, um die Aktivität des sympathischen Nervensystems (Sympathikus) während des gesamten Tests zu messen.

Sie überwachten die Durchblutung und den Blutdruck im Oberarm, sowie die Herzfrequenz der Probanden während beider Aktivitäten über eine Fingermanschette.

Norepinephrin-Werte

Blutproben zeigten, dass bei der Angstgruppe höhere Werte von Norepinephrin (auch Noradrenalin genannt) freigesetzt wurden, bevor der Test anfing. Norepinephrin ist ein Hormon, das die sympatischen Nervenfasern in Reaktion auf Stress freisetzen. Es lässt die Blutgefäße zusammenziehen, was den Blutdruck erhöht.

Die Forscher beobachteten erhöhte Nervenreaktionen in beiden Gruppen vor und während der Eisbad- und Matheaktivitäten.

Jedoch war die Zunahme in der Angstgruppe signifikant größer als in der Kontrollgruppe, was auf eine erhöhte sympathische antizipatorische Reaktion hindeutet, schreiben die Forscher.

Herzrate

Die Herzfrequenz stieg während des zweiminütigen Countdowns, ein weiteres Zeichen dafür, dass die Erwartung von bevorstehendem Stress oder Unbehagen physiologische Veränderungen im Körper verursachte.

Allerdings gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen der Angst- und der Kontrollgruppe hierbei.

Zukünftige Studien sollten feststellen, ob eine erhöhte sympathische Nervenaktivität mit schädlichen organischen Folgen bei Personen mit Angststörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden ist, schreiben die Forscher.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Iowa; Journal of Neurophysiology http://dx.doi.org/10.1152/jn.00064.2018

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