Frustration (Psychologie)

Emotionspsychologie

In der Psychologie ist Frustration eine häufige emotionale Reaktion auf eine Wunschversagung. Ähnlich wie Wut und Enttäuschung entsteht sie durch die wahrgenommene Nichterfüllung individueller Wünsche, Wollens. Je größer die Obstruktion und je größer der Wille, desto größer ist die Frustration. Ursachen für Frustration können intern oder extern sein.

Grinsen / Lächeln aus Frustration

Frustration veranlasst Menschen oft, zu lächeln bzw. zu grinsen, sagt eine neue Studie.

Wenn wir nicht aus Freude, sondern aus Frust lächeln bzw. grinsen

Sie wurde veröffentlicht in der Zeitschrift IEEE Transactions on Affective Computing, und ergab, dass viele Personen unter diesen Umständen lächeln, obwohl sie es nicht realisieren.

Computer unterscheiden Freude und Frust besser

Forscher vom Massachusetts Institute of Technology entdeckten, dass die jüngsten Computerprogramme in der Lage sind, Ausdrücke von Freude und Frustration viel besser als Menschen unterscheiden zu können.

Die Resultate könnten zu einer Technologie führen, die verwendet wird, um die Gefühlslage eines am Computer sitzenden Benutzers besser zu beurteilen, und auch dafür, Gefühle von Menschen besser einschätzen zu können. Wie bspw. Autisten, die Schwierigkeiten haben, die Ausdrücke von Anderen zu interpretieren.

Jeffrey Cohn, Professor der Psychologie an der Universität von Pittsburgh, der nicht an der Studie beteiligt ist, sagte, dass die Befunde sehr aufregend sind, weil sie Psychologie, Sprachverarbeitung und Computer Visionen miteinander verbinden: "Nur weil ein Kunde lächelt, bedeutet das nicht unbedingt, dass er zufrieden ist;... die hinter dem Lächeln liegende Bedeutung ist entscheidend."

Gute Miene zum bösen Spiel ?

Dr. Sandi Mann, ein Psychologe der Universität von Central Lancashire, sagt:

"Menschen sind darin geschickt, Emotionen zu zeigen, die sie nicht wirklich fühlen, und Lächeln ist das auffälligste Beispiel dafür. Wir werden gesellschaftlich konditioniert (also nicht nur die Japaner), das Signal des Lächelns zu zeigen, um eine Emotion zu übermitteln, die wir mitteilen wollen, sogar wenn wir diese Emotion nicht wirklich fühlen.

"Also, Kunden können ein Lächeln zeigen, selbst wenn sie nicht glücklich oder zufrieden sind. Nicht alle Kunden wollen, dass der Diensteanbieter weiß, dass sie sich aus verschiedenen Gründen nicht freuen, (z.B. um Zeit zu sparen). Viele ziehen es einfach vor, vorzugeben, dass alles gut ist, und gehen weg. Das Lächeln kann so eine nützliche Maske für den Kunden sein - aber eine Organisation, die das Lächeln demaskieren kann, um die wirklichen Gefühle aufzudecken, gewinnt mehr Einblick in die Kundenerwartung."

(Anm.: Ein weiterer (möglicher) Schritt hin zum gläsernen Menschen.)

© PSYLEX.de - Quellenangabe: MIT News Office. Juni 2012

Welches ist der bessere Weg, Frustrationen zu verringern?

12.04.2015 Eine neue chinesische Studie legt nahe, frustrierende Erfahrungen auf einer unterbewussten Ebene zu akzeptieren, wodurch soziale Fähigkeiten und Gesundheit verbessert werden können.

Umgang mit Frustrationen will gelernt sein

Das Leben ist voll von aufgegebenen Zielen in Beziehungen, Ausbildungen, der Jobsuche usw. Wo es ein Streben nach Zielen gibt, entstehen Rückschläge und Frustrationen.

Der Umgang mit Frustration will gelernt sein; die Bewältigung ist von vitaler Bedeutung für jeden Menschen. Chinesische Forscher von der Universität Südwestchinas haben herausgefunden, dass unbewusstes 'Priming' (übersetzt etwa: Grundierung) einer Akzeptanzeinstellung sehr gut darin ist, frustrierende Emotionen zu reduzieren. Zur gleichen Zeit verringert die unterschwellige Geduld nicht die Wahrnehmung und stabilisiert die Stimmung.

Einschub: Priming

Beim Priming wird die Verarbeitung von Reizen dadurch beeinflusst, dass ein vorangegangener Reiz unbewusste, bereits vorhandene Gedächtnisinhalte aktiviert hat. Z. B.: Bedürfnis, sich zu waschen, wenn man sich an beschämende Ereignisse erinnert. Oder: Langsamere Bewegungen bei auf das Thema 'Altern' geprimten Menschen.

Unbewusstes Priming

Die Fähigkeit des unbewussten Primings bietet eine wichtige Perspektive für die Bewältigung täglicher Frustration, der Ausbildung anpassungsfähiger Coping-Strategien und der Entwicklung einer gesunden Persönlichkeit.

Die Entwicklung dieses Ansatzes ermutigt Menschen, eine akzeptierende, beobachtende und nicht-wertende Einstellung gegenüber frustrierenden Emotionen einzunehmen, anstatt zu versuchen, sie zu vermeiden oder zu verändern.

Ansatz: Bewusste Annahme negativer Emotionen

Der Ansatz ist der bewussten Annahme negativer Emotionen überlegen, welcher unmittelbare, unangenehme Gefühle intensivieren kann, trotz langfristigem Nutzen für die Gesundheit.

Auch bringt das Üben der Akzeptanz mit sich, dass wir unsere natürlichen, instinktiven Reaktionen auf Frustration fallen lassen, statt dass wir akzeptieren lernen, was auch immer wir erfahren.

Offensichtlich ist dieser Prozess kostspielig und aufwendig.

Für die Studie riefen die Forscher frustrierende Emotionen durch eine schwierige mathematische Aufgabe mit dem entsprechenden Feedback hervor.

Unbewusstes Priming vs. bewusste Akzeptanzhaltung

Die Ergebnisse bestätigten, dass eine bewusste, aufwendige Hinnahme frustrierender Emotionen zu einer kurzfristigen Reduktion des positiven Affekts (Gemütserregung) - ein typisches Symptom für eine Depression - führte. Jedoch wurden diese Nebenwirkungen ausgeschaltet, wenn diese Intervention durch die unbewusst geprimten Teilnehmer mit der Akzeptanzhaltung realisiert wurde.

Um eine unbewusste Annahme herbeizuführen, wurden die Teilnehmer darum gebeten, vier von fünf Wörtern zu wählen - von denen eines semantisch mit dem Wort "Akzeptanz" verwandt war, um einen richtigen Satz zu formen.

Danach war die Durchführung der frustrierenden Aufgabe mit bedeutend verringerten physiologischen Kosten, aber nur wenig mit einer Reduktion der positiven Affekte verbunden.

Diese Befunde legen nahe, dass die unbewusste Bildung von Akzeptanz (durch Priming) besser frustrierende emotionale Reaktionen verringert als bewusste Akzeptanz.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Südwestchinas; SCIENCE CHINA: Life Sciences; April 2015

Frustriert oder impulsiv? Machen Sie ein Nickerchen

30.06.2015 Ein Mittagsschläfchen zu machen, kann eine wirkungsvolle Strategie sein, um Impulsivität entgegenzuwirken und die Toleranz gegenüber Frustration zu erhöhen laut Studie der Universität von Michigan.

Zu wenig Schlaf

mittagsschlaf
Bild: HebiPics (pixabay)

Es scheint immer mehr zur Normalität zu werden, dass insbesondere Erwachsene zunehmend weniger schlafen. Dies kann negative Auswirkungen auf Aufmerksamkeitsspanne und Gedächtnis haben, als auch zur Erschöpfung beitragen.

Die Forscher untersuchten, inwiefern ein Nickerchen die emotionale Kontrolle bei Erwachsenen beeinflussen kann. Die 40 Teilnehmer im Alter zwischen 18 und 50 schliefen vor dem Test alle nach demselben Zeitplan.

Die Probanden wurden an Computern getestet und beantworteten Fragen zur Müdigkeit, Stimmung und Impulsivität. 20 Personen machten ein Nickerchen von 60-minütiger Dauer, die anderen sahen sich einen Naturfilm an. Die Forschungsassistenten überwachten die Teilnehmer, während diese ihre Fragebögen und Aufgaben bearbeiteten.

Mittagsschläfchen erhöhte Frustrationsschwelle und reduzierte Impulsivität

Diejenigen, die ein Stündchen geschlafen hatten, investierten mehr Zeit, um eine Aufgabe zu lösen als die Probanden, die nicht geschlafen hatten. Die Nicht-Schläfer waren weniger bereit, Frustrationen beim Lösen der Aufgaben zu erdulden. Außerdem berichteten die Mittagsschläfer, dass sie sich weniger impulsiv fühlten.

Diese Befunde zusammen mit früheren Forschungsarbeiten zeigen die negativen Auswirkungen von zu wenig Schlaf. Unsere Befunde demonstrieren, dass Menschen Probleme haben ihre negativen emotionalen Reaktionen zu kontrollieren, wenn sie zu lange wach sind, sagte Studienautorin Jennifer Goldschmied in der Zeitschrift Personality and Individual Differences.

Ein Mittagsschläfchen kann hier sehr vorteilhaft sein - gerade auch für die Produktivität, wenn schwierige oder frustrierende Aufgaben noch anstehen, sagte die Psychologin.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität von Michigan, Personality and Individual Differences; Juni 2015

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