Negative Emotionen
(Umgehen, Umgang, Strategien)

Emotionspsychologie

Wie Menschen mit ihren negativen Emotionen umgehen

25.03.2017 Von Stimmungsstörungen bis Substanz-Missbrauch, oftmals hängt die Psychopathologie (bzw. psychischen Störungen) mit Problemen der Emotionsregulation zusammen. Eine neue Studie versuchte die unterschiedlichen Strategien besser zu verstehen und einzuordnen, mit denen die Menschen ihre negativen Emotionen versuchen zu regulieren.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass Strategien zur Emotionsregulation in drei Kategorien fallen: sich den Emotionen zu entziehen (Ablenkung und Vermeidung); Fixierung auf die negativen Gedanken; sowie Akzeptanz und Problemlösung.

Emotionsregulation ist ein Begriff, der beschreibt, wie Menschen auf eine emotionale Erfahrung reagieren und versuchen, sich besser zu fühlen. Zum Beispiel kann jemand, der Angst vor einem Vorstellungsgespräch hat, sich vorher ablenken, um sich ruhiger zu fühlen.

Problematische Emotionsregulation

gruebeln
Bild: Melanie Simon

Emotionsregulation wird problematisch, wenn sich die Emotionen nicht kontrollieren lassen - wie eine anhaltende Schwermut, die sich nicht auflöst, oder eine ungesunde Strategie - wie der übermäßige Konsum von Drogen.

In ihrer Analyse untersuchten Dr. Kristin Naragon-Gainey und Kollegen vom Fachbereich Psychologie der Universität Buffalo Hunderte von Studien auf die Verbindungen zwischen verschiedenen Emotionsregulationsstrategien, um zu verstehen, wie sie miteinander verknüpft sind.

Sie wollten auch herausfinden, ob alle diese Strategien in wenige einfache Kategorien unterteilt werden und in eine kurze Form für eine Verwendung in der Psychopathologie gestrafft werden könnten.

Die Forscher fanden, dass die Menschen dazu neigen, mehrere Strategien einzusetzen. Wenn die eine nicht funktioniert, gehen sie zu einer anderen über.

Aber es ist bislang unklar gewesen, inwieweit diese Strategien verschieden sind, schreiben die Psychologen im Fachmagazin Psychological Bulletin.

Drei grundsätzliche Strategien

  1. Die erste Gruppe mit den Strategien Ablenkung und Vermeidung versucht sich besser zu fühlen, indem sie sich von den eigenen negativen Gedanken und Gefühlen befreit. Diese Strategie ist mit einer geringen Achtsamkeit verbunden. Diese Menschen befinden sich nicht im "Hier und Jetzt", sagte die Psychologin; die Gedanken und die Aufmerksamkeit sind woanders, und man versucht sich dadurch besser zu fühlen.
  2. Die zweite Gruppierung fixiert sich tendentiell auf ihre negativen Gedanken, besonders diejenigen des Misserfolgs und der Selbstschuld. In diesem Fall können die Menschen nicht aufhören, sich auf ihre negativen Gedanken und Gefühle zu konzentrieren, und leiden häufig unter dem endlosen "Wiederkäuen" - dem Grübeln.
  3. Strategien der dritten Gruppe, wie Annahme/Akzeptanz und Problemlösung, sind produktiver und in vielen Situationen eher von Vorteil.

Die Gruppierungen können nützlich für Kliniker sein, die versuchen, die Natur der Emotionsregulation besser zu charakterisieren, die ihren Klienten Probleme bereitet. Außerdem hilft dies bei der Entwicklung von Tools, die den Menschen wiederum beim Umgehen mit den Emotionen helfen können, schließt die Psychologin.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Psychological Bulletin; März 2017

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