Emotionale Entwicklung des Kindes

Psychologie-Lexikon

Babys können Emotionen anderer Säuglinge erkennen

Manchmal scheint es für Erwachsene schwierig zu sein, Gefühle von Säuglingen zu verstehen, aber eine neue Studie sagt, dass es so einfach ist, dass es sogar Babys können.

Erkennen der Emotionen

Die Studie von Psychologie-Professor Ross Flom, Brigham Young University, zeigte, dass fünf Monate alte Säuglinge die Emotionen anderer Babys erkennen können.

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"Ein Neugeborenes kann seiner Mutter oder seinem Vater nicht sagen, dass es hungrig oder müde ist, also kommuniziert es als erstes durch Affekte oder Emotionen", sagt Flom. "So ist es nicht überraschend, dass Säuglinge in einer frühen Entwicklung lernen, wie sie Änderungen im Affekt unterscheiden lernen."

Babys können Emotionen bei Erwachsenen mit sieben Monaten und bei vertrauten Erwachsenen mit sechs Monaten erkennen. Um die Wahrnehmung der Emotionen ihrer Altersgenossen (Peers) bei den Säuglingen zu untersuchen, testeten Flom und sein Forscherteam die Fähigkeit der Babys, verbal geäußerte Emotionen mit den entsprechenden Gesichtsausdrücken von Säuglingen zu verbinden.

Die Studie

"Wir stellten fest, dass fünf Monate alte Säuglinge die positiven und negativen verbalen Äußerungen ihrer Peers mit dem entsprechenden Gesichtsausdruck verbinden können", sagte Flom.

In der Studie saßen Säuglinge vor zwei Monitoren. Einer der Monitore zeigte ein Video eines glücklichen, lächelnden Babys, während der andere Monitor ein Video eines zweiten traurigen, stirnrunzelnden Babys zeigte. Als über Audio die Lautäußerungen eines dritten glücklichen Babys eingespielt wurde, sah der Säugling, der an der Studie teilnahm, länger zum Baby mit dem positiven Gesichtsausdruck hin.

Der Säugling war auch in der Lage, negative Lautäußerungen mit dem Video des traurigen, stirnrunzelnden Baby zu verbinden. Die Audioaufnahmen waren von einem dritten Baby und nicht lippensynchron zu den Lippenbewegungen der Babys in den Videos.

© PSYLEX.de - Quelle: Brigham Young University, Juni 2013

Bereits Kleinkinder erkennen komplexe Emotionen

15.07.2015 Forscher untersuchten, ab welchem Alter man mit Kindern über Optimismus, Stolz, Enttäuschung und Frustration sprechen kann.

In einem neuen Forschungsprojekt der Brigham Young University wurde einer Gruppe von Vorschulkindern die Möglichkeit gegeben, in einem Wettkampf den schnellsten Klötzchenturmbauer zu schlagen.

Die Kinder wussten allerdings nicht, dass das Spiel manipuliert und bereits vorher entschieden worden war, wer siegen und wer verlieren würde.

Die Verlierer schüttelten es einfach ab, ohne dass es ihre Stimmung drückte.

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Bild: bethL

Die Gewinner - selbst die Zweijährigen - zeigten deutliche Prahlposen: Kopf hoch erhoben, Brust aufgebläht und Hände in den Hüften - die typische Siegerhaltung.

Das Experiment zeigte, dass Kinder viel früher Emotionen zeigen, bevor sie sie verstehen. Deswegen zeigten die Psychologen, die den Wettbewerb inszenierten, den Kinder danach vier Bilder, von denen sie eins wählen sollten, das ihre Stimmung am besten wiedergab.

Ab dem Alter von vier Jahren

Die an der Studie beteiligten Kinder erkannten Stolz bei anderen im Alter von vier Jahren. Sie konnten ihn bei sich selbst im Alter von fünf sehen.

Das zeigt Eltern in etwa, wann ihre Kinder bereit sind, wichtige Bewältigungsstrategien zu lernen.

"Sprechen Eltern mit ihren Kindern über Emotionen, zeigen diese Kinder eine bessere emotionale Kontrolle, wenn sie älter werden", sagte Psychologieprofessor Dr. Ross Flom.

Dies bedeutet: Wenn Kinder das 4. Lebensjahr erreichen, sind sie bereit für Gespräche über Gefühle jenseits von fröhlich, traurig oder ängstlich.

Eltern können ihnen dann beim Lernen und der Kontrolle komplexerer Gefühle wie Stolz, Optimismus, Enttäuschung und Frustration helfen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Brigham Young University; Juli 2015

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