Kaiserschnitt: Psychologische Entwicklung des Kindes

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News und Forschungsartikel zur psychologischen Entwicklung des Kindes nach einem Kaiserschnitt.

Neuropsychologische Entwicklung und Intelligenz von Kaiserschnitt-Kindern

19.07.2019 Eine im Fachblatt Frontiers in Physiology veröffentlichte Forschungsarbeit untersuchte die Auswirkungen der Kaiserschnitt-Geburt auf die psychologische Entwicklung und Intelligenz von Zwillingen. Sie zeigt, dass der Kaiserschnitt bei diesen Mehrlingsgeburten einen unabhängigen Risikofaktor darstellt.

Die Studie umfasste insgesamt 160 Zwillinge, die im Jahr 2005 im Krankenhaus Materno-Infantil in Málaga geboren wurden; es gab in diesem Zeitraum 7.000 Geburten und fast 300 Mehrlingsgeburten. Von der Stichprobe aller Zwillinge wurden 55 Prozent durch vaginale Geburt und 45 Prozent durch Kaiserschnitt geboren.

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Bild: pixabay

In einer ersten Phase der Studie wurden die Intelligenz der teilnehmenden Kinder sowie die neuropsychologische und psychopädagogische Entwicklung getestet, deren Ergebnisse in einer zweiten Phase mit Informationen über geburtshilfliche und perinatale Variablen, wie z.B. die Art der Geburt, ihre Probleme, das mütterliche Alter oder das Gewicht des Neugeborenen, verglichen wurden.

Niedrigeres Intelligenz-Niveau von Kaiserschnitt-Kindern

Beim Vergleich aller Daten fanden die Forscher heraus, dass Kinder mit einem niedrigeren intellektuellen Niveau und einer geringeren neuropsychologischen bzw. kognitiven Entwicklung durch Kaiserschnitt geboren worden waren, sagt María José González Valenzuela von der Abteilung für Entwicklungspsychologie und Pädagogik der Universidad de Málaga.

Verbale, nonverbale und globale Entwicklung beeinträchtigt

Mit Hilfe der binären logistischen Regressionsanalyse wurde festgestellt, dass der Kaiserschnitt als unabhängiger Risikofaktor für Störungen der verbalen, nonverbalen und globalen Entwicklung und für die allgemeinen intellektuellen Probleme von Kindern, die aus Mehrlingsgeburten stammen, anzusehen ist, schließen die Psychologen.

Zukünftige prospektive Studien mit breiteren Stichproben sollten daher die Beziehung zwischen den verschiedenen Arten von geburtshilflichen und perinatalen Faktoren der Geburt und der neuropsychologischen Entwicklung und allgemeinen Intelligenz des Säuglings untersuchen, um mögliche psychologische Veränderungen von Geburt an zu verhindern.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Frontiers in Physiology - https://doi.org/10.3389/fpsyg.2019.00972

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