Folgen von Kindesvernachlässigung

Psychologie-Lexikon

Forschung/News zu den Folgen der Vernachlässigung von Kindern.

Vernachlässigung beeinflusst Gehirnentwicklung von Kindern

28.01.2015 Verwaiste bzw. vernachlässigte Kinder zeigten Veränderungen in der weißen Substanz des Gehirns, stellte eine kleine Studie des Boston Children's Hospital fest.

Die Befunde haben wichtige Auswirkungen auf das Gesundheitswesen in Bezug auf frühe Präventions- und Interventionsmaßnahmen bei Kindern, die unter schwerer Vernachlässigung oder in ungünstigen Kontexten aufwachsen, sagten die Forscher.

Die Studie sah sich 26 verwaiste Kinder in Rumänien an, die in Institutionen (Pflegeheimen) lebten. Sie wurden mit 23 Kindern verglichen, die von den Pflegeheimen in 'qualitativ hochwertige' Pflegefamilien überwechselten und dann dort aufwuchsen, und 20 Kindern, die bei ihren eigenen Familien aufwuchsen.

Die Kinder wurden im Alter von 30 Monaten, 42 Monaten, 54 Monaten, 8 Jahren und 12 Jahren mit Magnetresonanztomographie-Scannern untersucht.

Weiße Substanz im Gehirn

Die Ergebnisse zeigten einen bedeutenden Zusammenhang zwischen Vernachlässigung und Veränderungen in der weißen Substanz. Die weiße Substanz ermöglicht es den Nervenzellen im Gehirn zu kommunizieren.

Die Veränderungen in der weißen Substanz waren jedoch weniger ausgeprägt bei Kindern, die institutionalisiert und vernachlässigt worden waren, aber früh in eine qualitativ hochwertige Pflegefamilie überwechselten.

Die Befunde dieser Studie zeigen, wie schwerwiegende Vernachlässigung früh im Leben die strukturelle Integrität der weißen Substanz überall im Gehirn beeinflusst, sagte Johanna Bick von der Bostoner Kinderklinik in der Zeitschrift JAMA Pediatrics.

Erfahrungen spielen eine große Rolle bei der Gehirnentwicklung der Kinder, sagten die Forscher, die bemerkten, dass in Institutionen aufwachsende Kinder oft eine schlechtere(s) Gehirnentwicklung und Verhalten zeigen als andere Kinder.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Boston Children's Hospital, JAMA Pediatrics, 2015; DOI: 10.1001/jamapediatrics.2014.3212; Jan. 2015

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