Sich streitende Eltern und die Kindesentwicklung

Sich bekämpfende Eltern können der kindlichen Entwicklung mehr schaden als die Trennung

12.05.2017 Der Schaden für die Entwicklung eines Kindes während des Auseinanderbrechens der Familie ist bereits vor der Trennung der Eltern erfolgt, legt eine auf der jährlichen Konferenz der Royal Economic Society in Bristol präsentierte Studie nahe.

Die Forscher der Universität York sagen, dass Kinder von geschiedenen Eltern mit etwa 30 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit Verhaltens- oder emotionale Probleme aufgrund der Streitigkeiten zu Hause zeigen, deren Zeuge sie wurden.

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Bild: Openclips(pixabay)

Die psychologische Studie beruhte auf Daten von 19.000 Kindern, die im Jahr 2000 im Vereinigten Königreich geboren wurden, und bewertete 'nichtkognitive' Fähigkeiten wie Verhalten, emotionale Probleme und zwischenmenschliche Beziehungen zu den Altersgenossen.

Die Studie stellte auch fest, dass Scheidungskinder ungefähr 20 Prozent schlechter bei den kognitiven Fähigkeiten abschnitten. Diese Lücke ist größtenteils abhängig von der Bildung und finanziellen Situation der Eltern, deutet die Studie an.

Geschiedene Eltern

Studienautorin Gloria Moroni sagte, dass das Hauptergebnis ihrer Forschung darin bestünde, dass die Diskrepanz bei den kognitiven und nichtkognitiven Fähigkeiten zwischen Trennungskindern und Kindern intakter Familien nicht notwendigerweise durch die Scheidung bzw. Trennung entsteht.

Der grösste Teil des Schadens würde durch die Verhältnisse und Familiencharakeristika vor der Trennung verursacht werden. Zum Beispiel könnten sich trennende Eltern eine eher geringere Bildung haben, finanziell schlechter gestellt sein oder konfliktreichere Beziehungen führen.

Kognitive Lücken

Das Interessanteste sei jedoch, sagte sie, dass beim Vergleich der kognitiven und nichtkognitiven Fähigkeiten, die kognitiven Lücken hauptsächlich daher rühren, dass die Eltern, die sich scheiden lassen wollten, auch z.B. eine schlechtere Bildung und geringere Finanzmittel hatten.

Doch würden die nichtkognitiven Lücken größtenteils daher kommen, dass sich trennende Eltern, konfliktreichere Beziehungen führten.

Dr. Moroni sagte, die Ergebnisse legten nahe, dass Interventionen, die die Eltern dazu ermutigen zusammenzuarbeiten, oder sie des negativen Einflusses ihrer Konflikte auf ihre Kinder bewusst werden lassen, helfen könnten, diese nichtkognitiven Lücken zu schließen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität York; April 2017

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