Muskeln und das Gehirn

Erhöhung der Muskelkraft verbessert die Gehirnfunktionen

27.10.2016 Muskeltraining - die Vergrößerung der Muskelkraft - führt zu einer verbesserten Gehirnfunktion bei Erwachsenen mit einer Leichten Kognitiven Beeinträchtigung laut einer im Journal of American Geriatrics veröffentlichten Studie der Universität Sydney.

Leichte Kognitive Beeinträchtigung

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Bild: pixelcreatures - Werner Moser

Die Leichte Kognitive Beeinträchtigung (LKB; auch Leichte Kognitive Störung genannt; im Engl.: Mild cognitive impairment, MCI) führt zu verringerten kognitiven Fähigkeiten - wie z.B. einem schlechteren Gedächtnis, wobei die Betroffenen aber noch gut allein und unabhängig leben können, und wird als eine Vorstufe zu Demenzerkrankungen wie Alzheimer-Krankheit erachtet.

Progressives Widerstandstraining

Die Ergebnisse zeigen erstmalig eine positive kausale Verbindung zwischen Muskeladaption an progressives Widerstandstraining (als Stärkerwerden des Muskels als Reaktion auf ein Ansteigen des Widerstands gegen den Muskel, z.B. durch ein Gewichtstraining) und der Denkleistung bei Menschen im Alter von mehr als 55 Jahren mit LKB.

Die Verbesserung der kognitiven Funktionen stand in Relation zum Zuwachs bei der Muskelkraft, sagte Studienleiter Dr. Yorgi Mavros. Je stärker die Teilnehmer wurden, desto größer war der Nutzen für ihr Gehirn.

In der Studie wurden 100 Erwachsene mit LKB im Alter zwischen 55 und 86 Jahren vier Gruppen zugeteilt:

Gewichtheben verbesserte Denkvermögen langfristig

Beim Widerstandstraining hoben die Teilnehmer Gewichte zweimal die Woche über sechs Monate, wobei sie mindestens 80 Prozent ihrer Maximalkraft einsetzten. Mit dem Anwachsen der Muskelkraft erhöhte sich auch das Gewicht, das sie an jeder Maschine heben konnten, um die Intensität der 80 Prozent ihrer Maximalkraft aufrechtzuerhalten.

Die primären Ergebnisse eines 2014 veröffentlichten Berichts zeigten, dass sich das Denkvermögen dieser Teilnehmer insgesamt deutlich nach dem Widerstandstraining verbesserte - gemessen durch Tests einschließlich eines Alzheimer-Tests. Das kognitive Training und die Placebo-Aktivitäten zeigten keinen solchen Nutzen.

Diese Verbesserungen hielten auch noch 12 Monate nach dem Ende des geleiteten Trainingsprogramms an.

Regelmäßig mit hoher Intensität trainieren

Der Schlüssel ist mindestens zweimal pro Woche mit einer hohen Intensität zu trainieren, so dass man den Kraftgewinn maximiert. Das gibt dann auch den maximalen Nutzen für das Gehirn, sagte Mavros.

Die neuen Ergebnisse stützen die früheren Befunde, wo MRT-Aufnahmen eine Zunahme der Größe bestimmter Gebiete des Gehirns bei denjenigen zeigten, die am Gewichtheben-Programm teilnahmen. Diese Gehirnveränderungen waren mit den kognitiven Verbesserungen nach dem Gewichtheben verbunden.

Die Forscher wollen nun feststellen, ob die Zunahme bei der Muskelkraft auch mit der Zunahme der Gehirngröße einhergeht, die sie beobachtet haben, sagte Prof. Maria Fiatarone Singh.

Und sie wollen den zugrundeliegenden Botenstoff finden, der Muskelkraft, Gehirnwachstum und kognitive Leistung verbindet, und das optimale Training bestimmen, um diese Effekte zu maximieren.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Sydney, Journal of American Geriatrics - DOI: 10.1111/jgs.14542; Okt. 2016

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