Temporallappen, Schläfenlappen, Lobus temporalis (Gehirn)

Gehirn - Anatomie

Definition

Der Temporallappen (auch Schläfenlappen, Lobus temporalis genannt) ist einer der vier Hauptlappen der Großhirnrinde im Gehirn von Säugetieren. Er befindet sich unterhalb der lateralen Fissur auf beiden Gehirnhälften des Säugetierhirns.

Der Schläfenlappen ist an der Verarbeitung sensorischer Inputs in abgeleitete Bedeutungen für die adäquate Erhaltung des visuellen Gedächtnisses, des Sprachverständnisses und der emotionalen Assoziation beteiligt.

Anatomie, Struktur

hirnlappen
Bild: L. temporalis (grün markiert)

Der Lobus temporalis wird nach oben und vorne vom Sulcus lateralis gegen den Scheitellappen und den Stirnlappen abgegrenzt, nach hinten liegt er am Hinterhauptlappen. Der Schläfenlappen enthält primären auditorischen Cortex, Wernicke-Sprachzentrum und wichtige Gedächtnis-Strukturen.

Der mediale Temporallappen besteht aus Strukturen, die für das deklarative oder Langzeitgedächtnis notwichtig sind. Das deklarative (denotative) oder explizite Gedächtnis ist das bewusste Gedächtnis, unterteilt in semantisches Gedächtnis (Fakten) und episodisches Gedächtnis (Ereignisse).

Zu den für das Langzeitgedächtnis kritischen medialen Temporallappen-Strukturen gehören der Hippocampus sowie die umgebende Hippocampus-Region, die aus den perirhinalen, parahippokampalen und entorhinalen neokortikalen Regionen besteht.

Der Hippocampus ist für die Gedächtnisbildung von entscheidender Bedeutung, und der umgebende mediale temporale Cortex wird derzeit als kritisch für die Gedächtnisspeicherung erörtert.

Die präfrontalen und visuellen Cortexe sind auch bei der expliziten Erinnerung involviert.

Die Forschung hat gezeigt, dass Läsionen im Hippocampus von Affen zu einer eingeschränkten Funktionsbeeinträchtigung führen, während ausgedehnte Läsionen, die den Hippocampus und den medialen temporalen Kortex einschließen, zu einer schweren Beeinträchtigung führen.

News, Forschung

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