Amyloid im Gehirn u. das Gedächtnis

Gehirnforschung - Gedächtnisforschung

Definition

Amyloide sind Aggregate von Proteinen, die sich zu einer Form falten, durch die viele Kopien dieses Proteine zusammenbleiben können, um Fibrillen zu bilden. Im menschlichen Körper können Amyloide verschiedene Krankheiten verursachen, da bisher gesunde Proteine ihre normalen physiologischen Funktionen verlieren und faserige Ablagerungen in Plaques um die Zellen bilden, die die gesunde Funktion von Geweben und Organen stören.

Solche Amyloide wurden mit mehr als 20 menschlichen Krankheiten, bekannt als Amyloidose, verknüpft und können bei einigen neurodegenerativen Erkrankungen - wie Alzheimer und andere Demenzerkrankungen - eine Rolle spielen.

Einige Amyloidproteine sind ansteckend; Diese werden Prionen genannt, in denen die infektiöse Form als Vorlage dienen kann, um andere nicht-infektiöse Proteine in infektiöse Form umzuwandeln.

Amyloide können auch normale biologische Funktionen haben: zum Beispiel bei der Bildung von Fimbrien in einigen Gattungen von Bakterien, Übertragung von epigenetischen Merkmalen in Pilzen, sowie Pigmentablagerung und Hormonfreisetzung beim Menschen.

Mehr Amyloid-Ablagerungen im Gehirn, größerer kognitiver Verfall

17.06.2017 Eine neue Studie des Center for Vital Longevity der Universität Texas in Dallas hat festgestellt, dass die Menge der Amyloid-Plaques im Gehirn einer Person die Rate prognostiziert, mit der seine / ihre Kognition (Denkfähigkeiten) in den nächsten vier Jahren sinken wird.

Plaques - Ablagerungen im Gehirn

Die in JAMA Neurology veröffentlichte Studie untersuchte mit Hilfe von Positronen-Emissionstomographie (PET) Scans die Amyloid-Ablagerungen bei 184 gesunden Erwachsenen im mittleren und höheren Alter, die an der Dallas Lifespan Brain Study (500 Teilnehmer, die vom 20. bis zum 90. Lebensjahr alle 4 Jahre untersucht werden) teilnahmen.


Bild: Symbol

Amyloid-Plaques sind klebrige Ansammlungen, die sich allmählich außerhalb der Neuronen sammeln und ein Merkmal der Alzheimer-Krankheit sind. Diese Plaques fangen laut den Forschern vermutlich 10 bis 20 Jahre vor dem Beginn der Demenz im Gehirn an sich zu akkumulieren.

Die Forscher um Michelle Farrel untersuchten gesunde Erwachsene im mittleren Alter, um die frühest möglichen Zeichen der Alzheimer-Krankheit zu erkennen, denn es wird immer deutlicher, dass die frühe Intervention der Schlüssel zur erfolgreichen Prävention der Alzheimer-Krankheit ist, sagte sie.

Verluste beim Wortschatz

Die Studie präsentiert einige der ersten Daten über Amyloid und dessen kognitive Folgen bei Erwachsenen im Alter von 40 bis 59. Für Erwachsene im mittleren Alter, stellte die Studie fest, gehen höhere Amyloid-Akkumulationen mit Verlusten im Wortschatz einher, ein Bereich der Kognition, der in der Regel während des Alterns erhalten bleibt.

Die Ergebnisse legen einen - potentiell erforderlichen - neuen Ansatz nahe, um Personen mit Amyloid-Anhäufungen im Gehirn die weitere Entwicklung zu prognostizieren.

Amyloid-PET-Scan-Ergebnisse werden typischerweise entweder als positiv oder negativ dargestellt, aber die neuen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Menge an Amyloid im Gehirn nützliche prognostische Informationen darüber liefert, wie schnell die Denkfähigkeiten in der Zukunft abnehmen können.

ApoE4-Gen

Die Befunde demonstrierten auch, dass die drei Erwachsenen im mittleren Alter, die die höchsten Amyolid-Mengen und den größten Verlust im Wortschatz zeigten, auch eine doppelte Dosis des ApoE4-Gens aufwiesen, das bei Alzheimer involviert ist.

Das heißt, sie erhielten eine Kopie des Gens von jedem ihrer Eltern. Nur etwa 4 Prozent der Bevölkerung tragen diese genetische Kombination, und die Befunde deuten darauf hin, dass die subtilen Symptome des kognitiven Rückgangs im Zusammenhang mit Amyloid bereits im mittleren Alter in dieser anfälligen Population nachweisbar sind.

© arznei-news.de - Quelle: Universität Texas; Michelle E. Farrell, Kristen M. Kennedy, Karen M. Rodrigue, Gagan Wig, Gérard N. Bischof, Jennifer R. Rieck, Xi Chen, Sara B. Festini, Michael D. Devous, Denise C. Park. Association of Longitudinal Cognitive Decline With Amyloid Burden in Middle-aged and Older Adults. JAMA Neurology - DOI: 10.1001/jamaneurol.2017.0892, Juni 2017

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