Hippocampus und das Gedächtnis

Gehirnforschung - Gedächtnisforschung

Der Hippocampus und die neokortikalen inhibitorischen Engramme schützen vor Gedächtnisstörungen

02.02.2019 Zwei verschiedene Teile des menschlichen Gehirns - der Neocortex und der Hippocampus (ein Teil des Gehirns, der an Gehirnfunktionen höherer Ordnung beteiligt ist) - haben sich als nützlich erwiesen, um unsere Erinnerungen vor gegenseitiger Beeinträchtigung zu schützen.

Forscher des Wellcome Centre for Integrative Neuroimaging an der Universität Oxford untersuchten die genauen neuronalen Mechanismen, die ein präzises Erinnerungsvermögen ermöglichen.

Hippocampi
Bild: Hippocampi gesehen von unten

Das Forschungsteam gab den Teilnehmern Gedächtnisaufgaben, die sie im MRT-Scanner durchführen mussten. An zwei Tagen lernten die Teilnehmer zwei sich überschneidende, aber kontextabhängige Erinnerungen. Am dritten Tag im Scanner haben die Forscher dann die Interferenzen zwischen den beiden Erinnerungen gemessen.

Hippocampus und Neocortex

Die im Fachblatt Neuron publizierten Ergebnisse deuten darauf hin, dass mindestens zwei verschiedene Hirnregionen an der Beeinflussung von Gedächtnisinterferenzen beteiligt sind.

  1. Erstens separiert der Hippocampus (Teil des Gehirns, der an Gehirnfunktionen höherer Ordnung beteiligt ist) überlappende Erinnerungen durch kontextuelle Informationen.
  2. Zweitens, während des Hirnscans nutzten die Neuroforscher Hirnstimulation, um die Konzentration von neokortikalem GABA (einem Neurotransmitter im Gehirn, der die Aktivität in anderen Neuronen reduziert und die Kommunikation zwischen Gehirnzellen reguliert) zu reduzieren.

Die Wissenschaftler um Renée S. Koolschijn fanden heraus, dass die Interferenz des neokortikalen Gedächtnisses proportional zur Reduktion von GABA zunahm. Dies zeigt, dass neben dem Hippocampus auch die neokortikale Hemmung eine unerwünschte Koaktivierung zwischen überlappenden Erinnerungen verhindert.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Neuron (2018). DOI: 10.1016/j.neuron.2018.11.042

Weitere News aus der Forschung

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter