Insektizide und das Gehirn

Biologische Psychologie - Gehirnforschung

Das Insektizid Chlorpyrifos und Gehirnanomalien

Eine neue, kleine Studie verbindet mütterlichen Kontakt mit einem häufig gebrauchten Insektengift mit ungewöhnlichen Veränderungen in den Gehirnstrukturen von kleinen Kindern, obwohl die Forschung es nicht sicher belegen kann, dass das Pestizid der Urheber ist.

Chlorpyrifos (Dursban, Empire, Eradex, Lorsban, Loxiran und Stipend)

Die Befunde bringen mehr Fragen über die Sicherheit eines Insektengifts auf, das bekannt ist als Chlorpyrifos (Handelsnamen sind: Dursban, Empire, Eradex, Lorsban, Loxiran und Stipend), welches verwendet wird, um Agrarerzeugnisse in westlichen Ländern zu behandeln, aber fast überall für den Einsatz in Wohnhäusern verboten wurde. Die U.S. Environmental Protection Agency sagt, dass der Kontakt mit dem Insektizid bei Kindern durch die Nahrung "unterhalb des Niveaus der Bedenklichkeit" ist.

Früchte und Gemüse sorgfältig waschen

"Die Menschen sollten vor dem Essen ihre Früchte und ihr Gemüse sehr sorgfältig waschen, und schwangere Frauen sollten nicht in landwirtschaftlichen Einrichtungen arbeiten, wo es einen beruflichen Kontakt zu diesen Pestiziden geben könnte", sagte Studienhauptautorin Virginia Rauh, stellvertretende Direktorin des Columbia Center for Children's Environmental Healths an der Columbia Universität.

Wo Chlorpyrifos verwendet wird

chlorpyrifos
Bild: Das Insektengift Chlorpyrifos

Chlorpyrifos wird oft verwendet, um Insekten auf Agrarflächen zu töten. "Es wird auf Mais, viele Sorten Früchte, viele Sorten von grünem Gemüse (mit Blättern) und auf Baumwolle gesprüht", sagte Rauh. "Es wird auch zu vielen anderen gewerblichen Zwecken versprüht, z.B. auf Golfplätze, grünen Flächen an Straßen, Flächen für Weihnachtsbäume und auf verschiedenen anderen Grünflächen". Die Leute sind oft ungeschützt den Insektizid-Resten auf Früchten und Gemüse ausgeliefert, sagte Rauh.

Frühere Forschungen konnten zeigen, dass der Kontakt von schwangeren Müttern mit dem Insektengift, das Geburtsgewicht senkt. "Wir fanden Belege dafür, dass es zu einer schlechteren kognitiven [mentalen] Entwicklung und zu mehr Verhaltensproblemen bei Kindern kam, die ungeschützt waren", sagte Rauh.

Die Studie zum Insektengift

In der neuen Studie benutzten die Forscher fMRT, um die Gehirne von 40 Kindern, im Alter von 5 bis 11 Jahre, zu untersuchen. Die Mütter von 20 von ihnen hatten hohe Niveaus der Exposition zum Insektengift, während sie schwanger mit den Kindern waren.

Die Mütter der anderen 20 Kinder hatten nur geringen Kontakt. Die Gehirne der Kinder mit hoher Exposition zeigten wahrscheinlicher bestimmte vergrößerte Strukturen im Gehirn. Sie zeigten aber auch in einigen Teilen des Gehirns verkleinerte Strukturen.

Rauh bestätigte, dass die Studie keine direkte Ursache-Wirkung-Verbindung beweist, zwischen dem Insektengift und den Unterschieden in den Gehirnen der Kinder. Eine Möglichkeit ist z.B., dass die Mütter der Kinder unterschiedliche Ernährungsweisen hatten, oder anderen Chemikalien in ihren Häusern oder Arbeitsplätzen ausgesetzt waren, aber Rauh sagte, dass sie eine Ähnlichkeit teilen: die meisten kamen aus einer Gegend mit niedrigen Einkommen in Manhattan, und fast alle waren arm.

Wie man Pestizide vermeiden kann

Rauh sagte, eine Möglichkeit Pestiziden aus dem Weg zu gehen, ist Biokost zu essen, aber dies ist teuer. Es ist klug, die Produkte sorgfältig zu waschen, sagte sie, und weniger toxische Arten zu verwenden, Insekten-Plagen am Haus zu vermeiden; wie z.B. Köderfallen aufzustellen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Proceedings of the National Academy of Sciences. Mai 2012

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