Dopamin und das Gehirn

Klinische Psychologie - Gehirnforschung

Der Neurotransmitter

Dopamin (3,4-Dihydroxyphenethylamin) ist eine organische Chemikalie der Katecholamin- und Phenethylamin-Familien, die im Gehirn und im Körper wichtige Rollen spielen. Es ist ein Amin, das synthetisiert wird durch die Entfernung einer Carboxylgruppe aus einem Molekül seines Vorläufers L-DOPA, das im Gehirn und in den Nieren synthetisiert wird. Dopamin wird auch in Pflanzen und den meisten mehrzelligen Tieren synthetisiert.

Im Gehirn fungiert Dopamin als Neurotransmitter - eine von Neuronen (Nervenzellen) freigesetzte Chemikalie, zur Sendung von Signalen an andere Nervenzellen. Im Gehirn gibt es mehrere verschiedene Dopamin-Signalwege, von denen einer eine wichtige Rolle beim Belohnungs-motivierten Verhalten spielt.

Die meisten Formen der Belohnung erhöhen das Dopamin-Niveau im Gehirn, und viele süchtig machende Drogen erhöhen die neuronale Dopamin-Aktivität. Andere Gehirn-Dopamin-Signalwege sind an der motorischen Steuerung und an der Freisetzung verschiedener Hormone beteiligt. Diese Signalpfade und Zellgruppen bilden ein neuromodulatorisches Dopaminsystem.

Dopamin beeinflusst die menschliche Bindung

20.02.2017 Eine neue Studie zeigt zum ersten Mal, dass Dopamin eine bedeutende Rolle im menschlichen Bindungsverhalten und den sozialen Beziehungen spielen dürfte. Dopamin ist ein am Belohnungssystem des Gehirns beteiligter Neurotransmitter.

Dopamin-verknüpfte Erkrankungen

Die Studienautorin Dr. Lisa Feldman Barrett vom Fachbereich Psychologie der Northeastern Universität sagt, dass die Befunde wichtig für die Behandlung von postpartaler Depression, sowie für Störungen des Dopamin-Systems wie Parkinson-Krankheit, Sucht und soziale Funktionsstörungen seien.

Die im Fachblatt Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlichte Studie zeige deutlich, dass ein biologischer Prozess im Gehirn einer Person - der Mutter - mit dem Verhalten verknüpft ist, das dem Kind den sozialen Input gibt, was für die normale Entwicklung (Vernetzung) des sich entwickelnden Gehirns notwendig ist.

dopamin
Bild: Chemische Strukturformel

Das heißt, die Fähigkeit der Eltern, für ihre Kinder zu sorgen, führt zu einer optimalen Entwicklung des Gehirns, was im Laufe der Jahre zu einer besseren Gesundheit im Erwachsenenalter und höheren Leistungsfähigkeit führt, sagte die Psychologin.

In der Studie mit 19 Müttern und ihren Säuglingen kamen zwei bildgebende Verfahren zur Untersuchung des Gehirns gleichzeitig zum Einsatz - funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) und Positronen-Emissions-Tomographie (PET).

Synchronität mit dem Kind

Die Forscher konzentrierten sich auf den Neurotransmitter Dopamin - eine Chemikalie (Neurotransmitter) im Gehirn, die die für die Belohnung notwendige Motivation aktiviert.

Die Wissenschaftler verknüpften die Dopamin-Werte der Mütter mit deren Ausprägung von Synchronität mit ihren Säuglingen, sowie mit der Stärke der Verbindungen innerhalb des medialen Amygdala-Netzwerkes des Gehirns. Dieses Gehirn-Netzwerk unterstützt die soziale Bindung.

Soziale Bindung: starker Stimulator für Dopamin

Die Psychologen stellten fest, dass die soziale Bindung ein starker Stimulator für Dopamin ist. Diese Verbindung deutet an, dass starke soziale Beziehungen das Potenzial haben, das psychische Wohlbefinden zu verbessern, wenn man eine Krankheit wie Depression hat, bei der der Dopaminspiegel reduziert ist, sagte Barrett.

Menschen kommen mit ihren Krankheiten besser klar, wenn sie ein starkes soziales Netz haben, sagte die Psychologin. Und die Studienbefunde legen nahe, dass die Fürsorge für andere Menschen - und nicht nur die selbst erhaltende Fürsorge - die Dopamin-Werte erhöhen kann, sagte sie.

Bevor die Teilnehmerinnen gescannt wurden, zeichneten die Wissenschaftler die Interaktionen zwischen Mütter und Babys auf Video auf und erfassten die Synchronität des Verhaltens. Ebenso wurden die Säuglinge beim Spiel mit sich selbst aufgenommen.

Stärkere Konnektivität im Amygdala-Netzwerk

Während die Mütter sich im Gehirnscanner befanden, sahen sie die Videos der Babys (vom eigenen wie von fremden), wie diese mit sich selbst spielten, während die Forscher die Dopaminspiegel (PET) und die Aktivität der medialen Amygdala (fMRT) maßen.

Die Mütter, die mit ihren eigenen Babys synchroner waren, zeigten eine erhöhte Dopamin-Reaktion und eine stärkere Konnektivität innerhalb des medialen Amygdala-Netzwerkes, während sie ihrem Kind beim Spiel zusahen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Northeastern Universität, Proceedings of the National Academy of Sciences - DOI: 10.1073/pnas.1612233114; Feb. 2017

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