Immunsystem (Psychologie, Psyche)

Biologische Psychologie - Gesundheit - Neurologie

Das Immunsystem: Die Verbindung zwischen Natur und (psychischer) Gesundheit?

27.09.2015 Forschungsbefunde zeigen, dass der Aufenthalt in der Natur Schutz vor vielen Krankheiten bietet, darunter Depression, ADHS, Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen, Krebs und einige mehr. Warum der Kontakt mit der grünen Umgebung zu einer besseren Gesundheit führt ist größtenteils noch ein Rätsel.

Die Forscherin Ming Kuo glaubt, nach der Untersuchung hunderter Studien herausgefunden zu haben, dass es an der Fähigkeit der Natur zu liegen scheint, die Funktionen des körperlichen Immunsystems zu verbessern.

Viele Wege der Einflussnahme

Kuo sagt, sie hätte jede Studie auf diesem Gebiet analysiert, die sie zu diesem Gebiet finden konnte. Sie stellte überrascht 21 Verbindungen zwischen Natur und einer guten Gesundheit fest. Und sie war noch überraschter, dass alle potentiellen Verbindungen (außer zwei) einen einzelnen gemeinsamen Nenner hatten.
Sie sagte, es wäre bemerkenswert, wie wichtig die Rolle wäre, die das Immunsystem bei jeder dieser Krankheiten spielt, vor denen die Natur schützen würde.

Die Erkenntnis, dass es so viele Wege gibt, hilft zu erklären, warum die Natur unsere Gesundheit fördert, und auch warum die Natur solch eine riesige Breitenwirkung auf die Gesundheit hat, sagte sie. Die Natur bietet nicht nur einen oder zwei Wirkstoffe. Sie ist mehr wie ein Multivitamin, das uns mit allen wichtigen Nährstoffen beliefert, die wir brauchen. Auf diese Weise kann uns die Natur vor all diesen verschiedenen Arten von Krankheiten schützen, wie kardiovaskulären, psychischen, Muskel-Skelett-Erkrankungen usw. - und zwar gleichzeitig.

Ruhe und Erholung

Ein Weg, diese Beziehung zwischen Natur, Gesundheit und dem Immunsystem zu verstehen, ist, dass der Kontakt mit der Natur den Körper in einen "Ruhe und Verarbeiten" Modus versetzt, was genau das Gegenteil vom "Kämpf oder Flieh" Modus ist. Wenn sich der Körper im "fight or flight" Modus befindet, fährt er alles runter, was im Moment unwichtig ist, auch das Immunsystem.

Wenn wir uns völlig sicher fühlen, teilt unser Körper unsere Ressourcen langfristigen Investitionen zu, die zu guten gesundheitlichen Resultaten führen: Wachstum, Reproduktion und Stärkung des Immunsystems, schreibt Kuo in der Zeitschrift Frontiers in Psychology.

"Wenn wir uns in der Natur in diesem entspannten Zustand befinden, weiß unser Körper, dass er sicher ist, und investiert unsere Ressourcen in das Immunsystem.

Indoor-Entspannung gut, aber es fehlt Wichtiges

Diejenigen, die das Spielen eines Brettspiels oder den Besuch eines Museums einem Spaziergang im Park vorziehen, können einige derselben stärkenden Vorteile erhalten.

"Wenn Sie sich vertiefen und entspannen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Ihr parasympathetisches System 'obenauf' ist und Ihr Immunsystem sich stark verbessern wird."

Vergnügliche Indoor-Aktivitäten können aber nicht die Phytonziden (antibiotisch wirksame Substanzen aus Pflanzen), Mycobacterium vaccae, negative Luftionen, Vitamin D produzierendes Sonnenlicht und andere aktive Wirkstoffe der freien Natur bieten.

"Wir würden also nur einen kleineren Auftrieb für unsere Gesundheit in geschlossenen Räumen bekommen, verglichen mit Aktivitäten in der Natur", sagt die Wissenschaftlerin von der University of Illinois.

Ein wichtiger Forschungsbereich, der noch am Anfang steht.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: University of Illinois, Frontiers in Psychology; Sept. 2015

Negative Stimmung signalisiert die Immunantwort des Körpers

22.12.2018 Negative Stimmung - wie Traurigkeit und Wut - ist mit einem höheren Entzündungsniveau verbunden und kann ein psychisches Signal einer schlechten Gesundheit sein laut einer in Brain, Behavior, and Immunity publizierten Studie.

Zusammenhang mit negativem Affekt


Bild: kalhh (pixabay)

Die Forscher um Jennifer E. Graham-Engeland von der Pennsylvania State Universität fanden heraus, dass eine negative Stimmung der Psyche (mehrmals täglich bei den menschlichen Teilnehmern gemessen) mit einem höheren Ausmaß an entzündlichen Biomarkern verbunden war. Dies unterstütze die Annahme, dass klinische Depressionen und Feindseligkeit mit einer höheren Entzündung im Immunsystem verbunden seien.

Zusätzliche Analysen legen auch nahe, dass der Zeitpunkt der Stimmungsmessung in Bezug auf die Blutabnahme (Messung der Inflammationsbiomarker) von Bedeutung war, sagte Graham-Engeland.

Insbesondere gab es stärkere tendenzielle Verbindungen zwischen momentaner negativer psychischer Stimmung und Entzündungen, wenn die negativen Affekte zeitlich näher an der Blutabnahme bewertet wurden, schreiben die Psychologen.

Darüber hinaus war die momentane positive Stimmung der gleichen Woche mit einem geringeren Entzündungsgrad verbunden, allerdings nur bei Männern in dieser Studie.

Möglicher Ansatz zur Behandlung

Da der Affekt veränderbar ist, freuen sich die Psychologen über diese Ergebnisse und hoffen, dass sie die Forschung anregen, den Zusammenhang zwischen Psyche und Immunsystem besser zu verstehen. Dies wiederum könnte die Entwicklung neuer psychosozialer Eingriffe anstoßen, die die Gesundheit allgemein fördern und helfen, einen Zyklus von chronischen Entzündungen, psychischen und körperlichen Problemen bzw. Krankheiten zu stoppen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Brain, Behavior, and Immunity (2018). DOI: 10.1016/j.bbi.2018.09.011

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