Krebs, Krebserkrankung und Achtsamkeit

Gesundheitspsychologie

Achtsamkeit hilft nach Krebsbehandlung

02.02.2015 Schon kurze achtsamkeitsbasierende Interventionen haben kurzfristige positive Auswirkungen auf die Psyche, das Verhalten und proinflammatorische Signalmarker bei behandelten Brustkrebspatientinnen.

6-wöchiges Achtsamkeitsprogramm

Julienne E. Bower von der University of California in Los Angeles, und Kollegen teilten Frauen (diagnostiziert mit Brustkrebs im Frühstadium im Alter von 50 oder jünger), die eine Krebsbehandlung erhalten hatten, randomisiert einem sechswöchigen Programm mit Achtsamkeitsübungen (Mindful Awareness Practices; n=39 Patientientinnen) oder einer Warteliste (Kontrollgruppe, n=32 Patientinnen) zu.

achtsamkeit bei Krebs
Bild: Gerd Altmann

Es wurden über Fragebögen vor und nach der Intervention

Entzündungsmarker wurden durch Blutentnahmen beurteilt.

Wirksamkeit

Die Forscher stellten fest, dass es bei den Patientinnen der Achtsamkeitsgruppe zur Linderung bei:

Sekundäre Ergebnisse waren: Reduktion von

Es wurde über eine größere Ausgeglichenheit, Wahrnehmung von Lebenssinn und einen positiven Affekt durch das auf Achtsamkeit basierende Programm berichtet.

Dauer

Die psychologischen und Verhaltenseffekte konnten drei Monate nach dem Ende des Programms nicht aufrechterhalten werden. Der krebsgebundene negative Stress war allerdings immer noch reduziert.

"Bereits kurze achtsamkeitsbasierende Übungen können vorläufige Kurzzeiteffekte bei der Verringerung von Stress, Verhaltenssymptomen und Entzündungsmarkern bei jüngeren Brustkrebspatientinnen hervorrufen", schreiben die Autoren in der Zeitschrift Cancer.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: University of California, Cancer; Jan. 2015

Krebs: Entspannungstechniken oder Achtsamkeitsübungen?

05.07.2017 Eine neue im Fachblatt Mindfulness veröffentlichte Studie zeigt, dass der Einsatz von Achtsamkeitstraining bei Krebspatienten negative Auswirkungen auf ihr Wohlbefinden haben kann - im Vergleich zu einfachen Relaxationstechniken (Entspannungsübungen).

Lisa Reynolds vom Fachbereich für psychologische Medizin der Universität Auckland und ihre Kollegen führten die Studie mit 68 Menschen durch, die eine Chemotherapie im Auckland Hospital erhielten.

Psychisches Wohlbefinden

Die Teilnehmer wurden randomisiert auf eine von zwei Stress-Management-Gruppen: Eine Gruppe erhielt grundlegende Entspannungstechniken, wie die Konzentration auf die Atmung, und die andere nahm an einer kurzen Achtsamkeitsintervention teil.

Beide Gruppen besuchten drei 90-minütige Sitzungen, einmal wöchentlich über drei Wochen.

Die medizinischen Psychologen hatten erwartet, dass beide Interventionen für die Krebs-Patienten hilfreich sein würden, aber auch, dass das Achtsamkeitstraining wirksamer wäre, sagte Reynolds. Doch es zeigte sich, dass die Achtsamkeitsübungen für die psychische Verfassung - zumindest vorübergehend - nicht so gut sein kann, sagte sie.

Beide Gruppen berichteten über eine Verringerung des Gesamt- und krebsbedingten Stresses im Laufe der Zeit.


Distress

Sofort nach der Intervention berichteten jedoch die Achtsamkeitsteilnehmer (aber nicht die Teilnehmer aus der Entspannungsgruppe) über verstärkte Symptome von Distress, geringfügig erhöhtes soziales Vermeidungsverhalten und verminderte Lebensqualität.

Einige Maße - wie Distress, Lebensqualität, soziales Vermeidungsverhalten - entwickelten sich bei den Menschen in der Achtsamkeitsgruppe also tatsächlich vorübergehend schlechter im Vergleich zum Entspannungstraining.

Doch nach drei Monaten (nach Behandlungsende) waren beide Gruppen wieder gleichauf bei diesen Werten, schreiben die Forscher.

Manchmal kann es wirklich sehr hart sein, sich auf die gegenwärtige Präsenz zu fokussieren, schreibt Reynolds.

Achtsamkeitstraining ermutigt einen, die eigenen Erfahrungen mehr zu akzeptieren, auch schmerzhafte, aber diese Fähigkeit benötigt Zeit, Training und Praxis. Es ist also abzuwägen, wann Achtsamkeitsübungen einsetzbar sind, und wann nicht.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Auckland; Mindfulness - DOI: 10.1007/s12671-017-0705-2; Juni 2017

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