Krebs, Krebserkrankung und Emotionen

Gesundheitspsychologie

Negative Emotionen können Krebs-Patienten motivieren

12.06.2017 Eine neue Studie von Forschern der Universität Toronto untersuchte, ob die sogenannten negativen Emotionen Angst, Schuldgefühle und Distress - die oft eine Krebsdiagnose begleiten - auch positive psychologische Auswirkungen auf die Psyche des Krebserkrankten haben können.

Für die Studie befragten Studienautor Dr. Andrée Castonguay und Kollegen 145 Brustkrebs-Patientinnen zu ihren Emotionen, ihren Zielen und ihrer körperlichen Aktivität.

Die Forscher analysierten auch den Cortisolspiegel anhand von Speichelproben, die fünfmal im Laufe eines Jahres bei den Teilnehmerinnen entnommen wurden.

Setzen von Zielen


Bild: Gerd Altmann

Das Team führte dann detaillierte Analysen durch, um die Beziehung zwischen den negativen Emotionen der Frauen und dem Engagement für neue Ziele, der körperlichen Aktivität und dem Cortisolspiegel im Laufe der Zeit zu prognostizieren.

Sie fanden heraus, dass die Fähigkeit der Teilnehmerinnen, sich neue Ziele zu setzen - wie anzufangen, schnelle Spaziergänge in ihren Tagesablauf einzuführen - die vorteilhafte Wirkung von negativen Emotionen auf die körperliche Aktivität erleichterte und die nachteiligen Effekte eines erhöhten Cortisolspiegels verhinderte - was vor einer Reihe von Gesundheitsproblemen schützen kann, darunter auch ein geschwächtes Immunsystem. Dies wiederum kann den Kampf gegen den Krebs unterstützen.

Negativer Affekt und Zielsetzung

Der innere negative Affekt stand im Zusammenhang mit

  1. einer ausgeprägten mittleren bis hohen körperlichen Aktivität bei den Teilnehmern mit hohen (aber nicht mit niedrigen) Zielsetzungskapazitäten; und
  2. es konnte eine erhöhte Cortisol-Sekretion bei den Teilnehmern mit niedrigen (aber nicht hohen) Zielsetzungskapazitäten beobachtet werden.

Die Ergebnisse unterstreichen die Komplexität der Verbindung zwischen Emotionen und Gesundheit, sagten die Forscher im Fachblatt Health Psychology. Obwohl negative Emotionen einen schlechten Ruf haben und mit der Krankheit verknüpft scheinen, können sie auch adaptive Verhaltensweisen unterstützen.

Insbesondere könnten Emotionen wie Schuldgefühle oder Angst die Menschen motivieren, ihre gesundheitsschädigenden Verhaltensweisen zu ändern und sich mehr bewegen. Dies kann bei bestimmten Krebsüberlebenden besonders wichtig sein, da Inaktivität, Gewichtsprobleme oder Fettleibigkeit häufige Risikofaktoren sein können, schließen die Wissenschaftler.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Toronto, Health Psychology - Vol 36(4), Apr 2017, 320-331.; Mai 2017

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