Sport und psychische Gesundheit

Gesundheitspsychologie

Sport ist mit einer besseren psychischen Verfassung verbunden; zuviel Training ist aber schädlich für das psychische Wohlbefinden

10.08.2018 Eine Studie mit 1,2 Millionen Menschen in den USA hat ergeben, dass sporttreibende Menschen im Vergleich zu bewegungsarmen Personen 1,5 Tage pro Monat weniger über eine schlechte psychische Gesundheit im Monat berichteten.

Die Studie ergab, dass Teamsport, Radfahren, Aerobic und Fitnessstudio mit den größten Verbesserungen verbunden waren laut der in der Zeitschrift The Lancet Psychiatry veröffentlichten Beobachtungsstudie.

Mehr Sport war jedoch nicht immer besser, und die Wissenschaftler beobachteten, dass Training für 45 Minuten drei- bis fünfmal pro Woche mit dem größten Nutzen verbunden war.

Verbesserung des psychischen Wohlbefindens

Sport

Die Studie umfasste alle Arten körperlicher Aktivität, von Kinderbetreuung, Hausarbeit, Rasenmähen und Angeln bis hin zu Radfahren, Fitnessstudio, Laufen und Skifahren.

Erhoben wurden demografische Daten und Informationen über die körperliche Gesundheit, die psychische Gesundheit und das Gesundheitsverhalten. Die Studie berücksichtigte jedoch keine anderen psychischen Störungen als Depressionen.

Im Vergleich zu Personen, die keiner körperlichen Betätigung nachgingen, berichteten trainierende Personen, über einen Rückgang von 1,5 Tagen weniger schlechte psychische Gesundheit - was einer Verbesserung von 43,2 % entspricht (2,0 Tage für sportliche Personen, gegenüber 3,4 Tagen für unsportliche Personen).

Bei vorheriger Diagnose einer Depression

Die Verringerung der Zahl der Tage mit schlechter psychischer Gesundheit war bei Menschen, bei denen zuvor eine Depression diagnostiziert worden war, größer, wobei körperliche Bewegung mit 3,75 weniger Tagen schlechter psychischer Gesundheit verbunden war als bei Personen, die nicht trainierten - das entspricht einer Verringerung um 34,5 % (7,1 Tage bei Menschen, die trainierten, gegenüber 10,9 Tagen bei Menschen, die nicht trainierten).

Insgesamt wurden 75 Arten von Sport- und Bewegungsarten erfasst, die in acht Kategorien eingeteilt wurden: Aerobic und Gymnastik, Radfahren, Haushalt, Mannschaftssport, Freizeitaktivitäten, Laufen und Joggen, Wandern sowie Winter- und Wassersport.

Sport- und Bewegungsarten

Alle Arten von Bewegung waren mit einer Verbesserung der psychischen Gesundheit verbunden, aber die stärksten Verknüpfungen für alle Teilnehmer wurden bei Mannschaftssportarten, Radfahren, Aerobic und Gymnastik beobachtet (Reduktion der Tage mit schlechter psychischer Verfassung um 22,3%, 21,6% bzw. 20,1%).

Auch die Erledigung von Hausarbeiten war mit einer Verbesserung verbunden (Verringerung der Tage mit schlechtem psychischen Wohlbefinden um ca. 10 % oder etwa einen halben Tag weniger pro Monat).

Vergleich mit sozialen oder demographischen Faktoren

Der Zusammenhang zwischen sportlicher Bewegung und verbesserter psychischer Gesundheit (ein Rückgang der psychischen Gesundheit um 43,2%) war größer als viele veränderbare soziale oder demographische Faktoren.

Z.B. hatten

Wie oft und wie lange Sport treiben?

Wie oft und wie lange die Menschen Sport trieben, war ebenfalls ein wichtiger Faktor. Menschen, die drei- bis fünfmal pro Woche trainierten, hatten eine bessere psychische Gesundheit als Menschen, die jede Woche weniger oder mehr trainierten (im Vergleich zu Menschen, die zweimal im Monat trainierten, etwa 2,3 Tage weniger).

Ein Sporttraining für 30-60 Minuten war mit der größten Verringerung der Tage mit schlechter psychischer Verfassung verbunden (ungefähr 2,1 weniger Tage).

Für Menschen, die mehr als 90 Minuten am Tag trainierten, gab es immer noch kleine Verbesserungen, aber mehr als drei Stunden am Tag trainieren war mit einer schlechteren psychischen Gesundheit verbunden im Vergleich zu gar keinem Sport.

Die Autoren bemerken, dass Menschen, die extrem viel Sport treiben, zwanghafte Eigenschaften haben könnten, die sie einem größeren Risiko einer schlechten psychischen Gesundheit aussetzen könnten.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: The Lancet Psychiatry - DOI:https://doi.org/10.1016/S2215-0366(18)30227-X

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