Lernmotivation (Psychologie)

Die Rolle von Vorwissen und Neugierde beim Lernen

24.05.2019 Jüngste Forschungsarbeiten haben gezeigt, dass Neugierde das Lernen verbessern kann. Diese Studien lassen aber auch die Möglichkeit offen, dass das 'am Rande des Wissens (bzw. Nichtwissens) stehen' - also das Vorwissen - selbst Neugierde wecken kann, schreiben die Studienautoren.

Shirlene Wade vom Fachbereich Psychologie der Universität California, Berkeley und Kollegen untersuchten, wie sich Vorwissen auf Neugierde und anschließendes Lernen / Lernmotivation bezieht, indem sie Quizfragen stellten.

Prognose der Neugierde

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Bild: Gerd Altmann

Neugierde in den Aufgaben wurde am besten durch die Einschätzung des Lernenden über sein aktuelles Wissen vorhergesagt, mehr noch als eine objektive Aussage dafür, was er bzw. sie tatsächlich wusste.

Lernen bzw. die Lernmotivation lässt sich also am besten durch Neugierde und ein objektives Maß an Vorwissen prognostizieren, schreiben die Psychologen im Fachblatt Psychonomic Bulletin & Review.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Neugier zwar mit Wissen verbunden ist, dass es aber nur einen kleinen Schub gibt, wenn man aus Neugierde lernt, sagen sie. Die Schlussfolgerung ist, dass die Mechanismen, die die Neugierde anregen, nicht identisch sind mit denen, die die Lernergebnisse beeinflussen.

Beispiel

Zum Beispiel: Werden Schüler gefragt, was den Klimawandel verursacht, wie ein Fahrrad funktioniert oder über die verfassungsmäßige Gewaltenteilung in ihrem Land - und sie erkennen, dass sie nur ein teilweises Verständnis davon haben, wie diese Dinge funktionieren - wird ihre Neugierde angeregt und erhöht sich ihre Lernmotivation, wenn auch nur, um es beim nächsten Mal richtig zu machen, erläuterten die Studienautoren.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Psychonomic Bulletin & Review - https://dx.doi.org/10.3758/s13423-019-01598-6

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