Emoji, Smiley (Pychologie)

Medienpsychologie

News und Forschungsartikel, die sich mit der Psychologie hinter den Emojis bzw. Smileys und deren Umgang beschäftigen.

Definition

Emojis sind Ideogramme und Smileys, die in elektronischen Nachrichten und auf Webseiten verwendet werden. Sie werden ähnlich wie Emoticons benutzt und es gibt sie in verschiedenen Genres, z.B. Gesichtsausdrücken, häufigen Objekten, Orten, Wetterformen und Tieren.

Frauen und Männer nutzen Emojis unterschiedlich

13.07.2017 Eine neue Forschungsarbeit der Hochschule Fresenius untersuchte den Einfluss von Emojis auf das Verständnis von Textnachrichten bei Männern und Frauen.

Emojis sind Ideogramme (ein Zeichen, das für ganze Wörter oder Begriffe steht), die auf Webseiten und sehr oft in elektronischen Nachrichten - wie Chats, E-Mails oder SMS eingesetzt werden und längere Begriffe ersetzen.

Deutung der Zeichen zuweilen nicht eindeutig

emojis
Bild: Tero Vesalainen

Sie stehen manchmal für sich allein oder beenden einen Satz. Nicht selten ist ihre Aussage jedoch mehrdeutig, was an vielen fehlenden Hinweisen der 'Smileys' liegt, die in realen Gesichtern abzulesen und in echter Kommunikation enthalten sind.

Studienautorin Yvonne Schwerff vom Fachbereich Psychologie sagt, dass es dadurch schwieriger wird, Emotionen und Einstellungen zu verstehen oder mitzuteilen.

Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Schwerff befragte über 100 Studienteilnehmer zum Nutzungsverhalten von Emojis und zur Interpretation bzw. Deutung.

Es zeigte sich, dass Frauen deutlich öfter Emojis / Smileys in ihrer Kommunikation über elektronische Medien einsetzten als Männer, schreibt die Psychologin.

Die Frauen berichteten auch über größere Probleme, ihre Gefühle bzw. Emotionen auszudrücken (wenn Emojis nicht zur Auswahl standen) - im Vergleich zu den Berichten der Männer.

Interpretation der Bedeutung

In einem anderen Teil der Studie sollten die Probanden mehrere Sätze, in denen verschiedene Emojis vorkamen, auf deren Bedeutung interpretieren.

Die Psychologin stellte fest, dass die Bedeutungen der Sätze sich veränderten, je nachdem, welches Emoji am Schluss eines jeden Satzes zu sehen war.

Dr. Yvonne Glock vom Studiengang Angewandte Psychologie sagte: "Die Ergebnisse zeigen, dass Emojis Fluch und Segen zugleich sind. Zum einen können mit Hilfe von Emojis Emotionen in der textbasierten Kommunikation dargestellt werden und vielfach erleichtern diese das Textverständnis, gleichzeitig bieten sie durch ihre mehrdeutigen Interpretationsmöglichkeiten zusätzlichen Raum für Missverständnisse".

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Hochschule Fresenius; Juli 2017

Emoji-Nutzer werden als sympathischer, aber als weniger durchsetzungsstark und selbstbewusst eingeschätzt

12.07.2018 Eine psychologische Studie der Hochschule Fresenius untersuchte, warum Emojis mittlerweile so häufig genutzt werden, wie sie wirken und welche geschlechtsspezifischen Unterschiede beim Einsatz dieser Emotionen mitteilenden es Smileys gibt.

Wirtschaftspsychologin Prof. Dr. Wera Aretz und Kollegen befragten dazu 264 Personen (Alter zwischen 12 und 92 Jahren; 157 Frauen) über einen Onlinefragebogen.

Es zeigte sich, dass 99 Prozent der Befragten in ihren Nachrichten Emojis einsetzten, wobei positive häufiger eingesetzt wurden. Freude-Emoji mit den Lachtränen, Herzkuss-, Herzaugen- und Daumen-hoch-Emoji wurden am meisten verwendet.

Frauen setzten die "erweiterten" Smileys häufiger als Männer ein und nutzten eher ängstliche, traurige, wütende, ekelempfindende und Zuneigung-ausdrückende Emojis. Männer dagegen eher Ironie- und Daumen-hoch-Smiley.

Die Verwendung der Bildschriftzeichen in einer Nachricht lässt den Empfänger der Nachricht auch eher Emojis einsetzen. Sie bilden daher soziale Kommunikationsnormen und ihre Anwendung "kann als soziale Anpassung verstanden werden", schreibt die Psychologin.

In einem Experiment schätzten die Versuchspersonen Emoji-Verwender als sympathischer, weniger durchsetzungsstark und weniger selbstbewusst ein als Personen, die nicht diese Bildschriftzeichen verwendeten.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Hochschule Fresenius

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